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Deutschlands Rohstoff-Versorgung aus Südafrika

Beteiligung der schwarzen Bevölkerung

Die Republik Südafrika ist nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) einer der wichtigsten Rohstofflieferanten der Welt. "Das Land kann noch lange Zeit eine führende Rolle in der weltweiten Rohstofflieferung einnehmen, sofern die politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen erhalten bleiben." Zu diesem Ergebnis kommt das DIW Berlin in seinem aktuellen Wochenbericht. Bisher habe die von der Regierung eingeleitete Politik einer zunehmenden Beteiligung der schwarzen Bevölkerung an der Rohstoffgewinnung nicht - "wie zunächst befürchtet" - dazu geführt, dass sich große Investoren zurückziehen. Sollte sich "der behutsame Wandel" jedoch nicht fortsetzen lassen, könnten nach Auffassung der Wirtschaftsforscher "auch für Deutschland erhebliche Versorgungsprobleme entstehen".

Die Rohstoffgewinnung sei der wichtigste Industriezweig in Südafrika. Etwa drei Viertel der in Südafrika erzeugten mineralischen Rohstoffe würden exportiert. Die Regierungspolitik habe nach dem Übergang zur Demokratie unter dem Motto "Black Economic Empowerment" vor allem eine steigende Beteiligung der schwarzen Bevölkerung an der Wirtschaft und den Abbau der hohen Arbeitslosigkeit zum Ziel.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung fürchtet nun um die Rohstoffversorgung Deutschlands, wenn die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums in Südafrika zügig voranschreitet: Die vorläufig positive Entwicklung könnte gefährdet sein, wenn die Politik des "Black Economic Empowerment" ohne hinreichend qualifiziertes Personal "überstürzt durchgesetzt" würde.

Die hohe Arbeitslosigkeit in Südafrika könne durch die Rohstoffgewinnung alleine nicht gesenkt werden, schreiben die deutschen Wirtschaftsforscher. "Dafür wäre eine Verbreiterung der industriellen Basis erforderlich, im Rohstoffbereich zum Beispiel eine verstärkte Weiterverarbeitung der Erze".

Weiterverarbeitende Industrien in Entwicklungsländern und WTO-Zollsenkungspolitik

Auf einer Konferenz entwicklungspolitischer Organisationen hatten diese unlängst vor der Gefährdung der weiterverarbeitenden Industrien in Entwicklungsländern durch die Zollsenkungspolitik im Rahmen der WTO gewarnt.

"Für die meisten Entwicklungsländer wäre eine drastische Senkung ihrer Industriezölle eine Katastrophe", sagte Goh Chien Yen vom Third World Network (TWN) aus Malaysia. "Statt ökonomischer Entwicklung wären viele Länder von Deindustrialisierung bedroht." Goh verwies dabei auf Beispiele: "Als die Zölle der Elfenbeinküste 1986 um 40 Prozent gesenkt wurden, brachen die Chemie-, Textil-, Schuh- und Automobilsektoren praktisch zusammen."

Was die Industrieländer derzeit im Rahmen der WTO-Verhandlungen von den Entwicklungsländern forderten, sei, so Goh, "in der Geschichte ohne Beispiel": Viele Entwicklungsländer wie Brasilien, Indien, Indonesien Pakistan, Paraguay, sollten ihre Zölle um bis zu 70 Prozent senken.

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