Ex-Jugoslawien

Struck denkt über Ende des Bundeswehr-Einsatzes im Balkan nach

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, hat angeregt, den Bundeswehreinsatz in Bosnien-Herzegowina allmählich zurückzufahren. Die Mission könne in diesem Jahr weiter verringert werden, sagte der ehemalige Bundesverteidigungsminister der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die knapp 900 deutschen Soldaten seien dort fast nur noch mit Polizeiaufgaben beschäftigt. Deshalb sei es sinnvoll, sie durch Polizisten zu ersetzen. Elf Jahre nach Beginn des Bundeswehreinsatzes in Bosnien sei es an der Zeit, über ein Ende nachzudenken.

Auch im Kosovo müsse die Bundeswehr "nicht auf ewig bleiben", fügte der SPD-Politiker hinzu. Allerdings hingen die Entscheidungen hier vom Ausgang der Wahlen in Serbien ab. Auch das Ergebnis der Gespräche über die Unabhängigkeit des Kosovo habe wichtigen Einfluss.

Entschieden befürwortete der einstige deutsche Verteidigungsminister die Stationierung deutscher Aufklärungsflugzeuge in Afghanistan - auch für Einsätze im Süden des Landes. "Wir können uns der dringenden Bitte der NATO nicht entziehen", sagte er dem Blatt. Die Isaf-Schutztruppe verfüge nicht über genügend Aufklärungskapazität.

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