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Gentech-Konzern Monsanto klagt gegen seine Kritiker

Prozess gegen "Feldbefreier"

Eine "Klagemauer" aus Bienenkästen, umringt von Imkern in Berufsbekleidung – so soll am Donnerstag vor dem Landgericht Neuruppin auf einen Prozess aufmerksam gemacht werden. An diesem 18. Januar sehen sich der Berufsimker und so genannter "Feldbefreier" Michael Grolm und der Gentech-Anbauer Jörg Eickmann, sowie ein Monsanto-Anwalt aus Düsseldorf vor Gericht wieder. Eickmann und der Anwalt hatten von Gentechnikgegner Grolm eine Erklärung gefordert, auch zukünftig die Felder des Gen-Mais-Anbauers nicht zu betreten. Dem nachzukommen weigerte sich der Imker und erhielt schließlich die Vorladung zu dem Zivilprozess in der brandenburgischen Kleinstadt.

"Solange der Landwirt Eickmann nicht auf Genmais verzichtet, geht von seinen Feldern eine große Gefahr aus. Ich werde deshalb nicht zusichern, mich von diesen Äckern fernzuhalten. Wenn Eickmann mit dem Genmais Schluss macht, ist das natürlich was anderes", begründete Grolm seine unnachgiebige Haltung.

Im Juli vergangenen Jahres waren die Felder des Bauern Eickmann Ziel einer bundesweiten Aktion von Gentech-Gegnern. Mit Aktionen wie der "Befreiung" kontaminierter Felder, hatte die Kampagne "Gendreck weg" bereits 2005 und 2006 bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Grolm hatte damals – ebenso wie zahlreiche andere Umweltschützer – schon im Frühjahr seine Absicht erklärt, die Maispflanzen "unschädlich" machen zu wollen.

Inzwischen rechnet der Umweltschützer damit, dass dieser Prozess eine Signalwirkung haben wird: "Obwohl die andere Seite den Prozess angestrengt hat, werden wir zeigen: Eigentlich klagen wir Monsanto an. Wir haben gute Gründe für unsere Feldbefreiungen, die wir als Notwehr gegen die Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen sehen."

Es gehe nicht um das Betreten oder Nicht-Betreten eines beliebigen Stückes Land, sondern um die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft – und damit um das Überleben der Menschheit, so Grolm. Der Gentechnik-Konzern Monsanto müsse zur Verantwortung gezogen werden, denn dieses Unternehmen nehme alle Risiken der Technologie in Kauf, solange die Kasse klingelt.

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