Atom-Lobby wirbt

Deutsche Kernkraftwerke produzierten 2006 etwas mehr Strom

Die 17 deutschen Atomkraftwerke haben 2006 offenbar etwas mehr Strom produziert als im Jahr zuvor. Wie der Branchenverband Deutsches Atomforum am Mittwoch in Berlin mitteilte, erhöhte sich die Produktion der Meiler um 2,7 Prozent auf 167,4 Milliarden Kilowattstunden. Im Durchschnitt seien die einzelnen deutschen Kernkraftwerke 2006 gut 91 Prozent der Zeit und damit zwei Prozentpunkte mehr als 2005 am Netz gewesen. Das Atomforum bezeichnete die Kernenergie als "Grundpfeiler der Versorgungssicherheit".

Strom aus Kernenergie stehe "praktisch rund um die Uhr zur Verfügung und stellt so einen Grundpfeiler der Versorgungssicherheit in Deutschland dar". Zwei Atomkraftwerksblöcke standen den Zahlen des Atomforums zufolge allerdings nicht rund um die Uhr zur Verfügung: Biblis A und Biblis B erreichten aufgrund von Stillständen 2006 lediglich eine Zeitverfügbarkeit von 71 beziehungsweise 79 Prozent. Das bedeutet, dass für 20 bis 30 Prozent der Zeit erhebliche Reservekapazitäten in der Größenordnung von 2500 Megawatt Leistung in anderen Kraftwerken beansprucht werden mussten.

Die laut Deutschem Atomforum "CO2-freie Stromerzeugung aus Kernenergie" habe im Jahr 2006 einmal mehr zur Stärkung des deutschen Wirtschafts- und Energiestandortes und damit zur Zukunftssicherung unseres Landes beigetragen. Für das Atomforum sprechen diese Zahlen eine eindeutige Sprache. "Die Vorzüge der Kernenergie in einem ausgewogenen Energiemix sind offenkundig: Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Umweltverträglichkeit."

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) dringt derweil weiter auf eine Abkehr vom Atomausstieg. Im Magazin "Stern" bezeichnete es der CDU-Bundesvize als unerlässlich, dass "wir die vorhandenen Kernkraftwerke so lang betreiben, wie es ihre technische Sicherheit ermöglicht". Die Union werde in der großen Koalition so lange mit den Sozialdemokraten ringen müssen, bis diese bereit seien nachzugeben, sagte Koch weiter. Nach seiner Einschätzung findet in der Bevölkerung und auch in der SPD ein Umdenken statt.

Die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti betonte dagegen, weder in der Bevölkerung noch in der SPD – vom Bundesvorstand über den Bundesumweltminister bis hin zur Bundestagsfraktion – gebe es ein Umdenken in dieser Frage. Die SPD bleibe bei dem Thema "standhaft", behauptete sie. Nach den Worten von Ypsilanti müsse die Nutzung dieser Hochrisikotechnologie wie geplant im Jahr 2021 zu Ende gehen.

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