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Erdgas-Förderung soll letzte Wale Deutschlands gefährden

Die Naturschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) warnt vor einer Gefährdung der letzten Wale Deutschlands durch die Erdgas-Förderung in der Nordsee. So seien am 2. April in den amtlichen Mitteilungen des Nautischen Warndienstes in Hamburg die ersten Sperrungen im Naturschutzgebiet Entenschnabel veröffentlicht worden. Dies bedeute, dass sich das Schiff Ocean Explorer, das im Auftrag der BASF Tochtergesellschaft Wintershall in der Nordsee nach Erdgas suche, mit seinen "gefährlichen Aktivitäten" begonnen habe. "Von heute an bis in den Herbst werden Tag für Tag, 24 Stunden lang, alle 8 Sekunden Luftkanonen (Airguns) das Meeresschutzgebiet und große Teile der Nordsee verlärmen und vermutlich alle Wale aus ihrem Lebensraum großflächig vertreiben", kritisieren die Naturschützer.

Besonders betroffen seien trächtige Weibchen, die vor den Wintershall-Schiffen nicht so schnell fliehen könnten wie ihre Artgenossen. "Damit verletzt Deutschland europäisches Umweltrecht und nimmt in Kauf, dass es bei den streng geschützten Schweinswalen unter anderem zu Frühgeburten durch Stress und Vertreibung kommen kann", meint Sigrid Lüber, Vorsitzende der European Coalition for Silent Oceans.

Die Organisation WDCS steht eigenen Angaben zufolge deswegen seit Mitte Februar mit dem Bergbauamt in Clausthal-Zellerfeld in Kontakt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Wirtschaftsminister Michael Glos fordert die Organisation dazu auf, die geplanten seismischen Untersuchung zu verhindern. "Hier wird für Erdgas das Wohl unserer vom Aussterben bedrohten Schweinswale geopfert", kritisiert der Meeresbiologe der WDCS Karsten Brensing. Außerdem stünde die Entscheidung im Widerspruch zu der Einschätzung des Bundesamtes für Naturschutz, einer nachgeordneten Behörde des Bundesumweltministeriums. Diese erwarte erhebliche Beeinträchtigungen.

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