"Nachhaltig Werte schaffen"
Daimler künftig ohne Chrysler
Unternehmensberater, Großbanken und Konzernmanager - und im Zuge dessen auch die Medien - ändern alle paar Jahre ihre strategischen Vorlieben, glauben aber scheinbar immer hunderprozentig an das, was sie zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade empfehlen. So lautete vor Jahren die zentrale Empfehlung an Unternehmen: "Diversifizieren", also Zukauf von Unternehmen in anderen Weltregionen oder anderen Branchen. Seit ein paar Jahren wird nun der in vielen Unternehmen somit geschaffene Gemischtwarenladen kritisiert und alle Manager schwörten sich auf das neue Motto "Konzentration auf das Kerngeschäft" ein. Die Banken, Berater und Manager verdienen jedenfalls viel Geld damit, dass sie stets wissen, was für die Unternehmen das Richtige ist.
Die DaimlerChrysler AG wird derzeit im Aufsichtsrat kontrolliert unter anderem von Deutsche Bank-Manager Clemens Börsig (zunächst Vorstand, jetzt Aufsichtsratschef), dem ehemaligen Dresdner-Bank-Chef Bernhard Walter, Bayer-Manager Manfred Schneider und dem ehemaligen Bertelsmann-Chef Mark Wössner.
Grund zum Verkauf: "Im Ergebnis ist Chrysler heute strukturell besser aufgestellt"
Konzernchef Dieter Zetsche gab sich auch am 14. Mai, dem Tag der Zerschlagung von DaimlerChrysler, zuversichtlich: "Wir sind davon überzeugt, eine Lösung gefunden zu haben, die insgesamt den größten Wert schafft – für Daimler und für Chrysler. Mit dieser Transaktion haben wir die Voraussetzungen für einen neuen Start für Chrysler und für Daimler geschaffen."
Vermutlich um die Leistungen des eigenen Konzerns zu loben, lieferte Zetsche eher eine Begründung, um Chrysler zu behalten statt zu verkaufen: "Im Ergebnis ist Chrysler heute strukturell besser aufgestellt als seine amerikanischen Wettbewerber."
"Druck kurzfristiger Ergebniserwartungen"
John Snow, Chairman Cerberus Capital Management, L.P., wurde in der offiziellen Mitteilung des Konzerns mit den Worten wiedergegeben: "Wir danken DaimlerChrysler für die Verantwortung, die das Unternehmen im vergangenen Jahrzehnt für diese amerikanische Ikone übernommen hat. Uns ist bewusst, dass Chrysler vor erheblichen Herausforderungen steht. Aber wir sind zuversichtlich, dass sie bewältigt werden können und auch werden. Eine private Investment-Gesellschaft wie Cerberus wird ein Management zur Verfügung stellen, dass sich auf langfristige Ziele fokussiert statt auf den Druck kurzfristiger Ergebniserwartungen." Dies mag man als Kritik an den Deutschen verstehen.
"Führungsanspruch"
Die "Wachstumsperspektiven" der künftigen Stuttgarter Daimler AG sind nach Darstellung des Unternehmens jedenfalls die Allerbesten: "Unsere Ausgangsposition ist solide. Wir verfügen über eine überdurchschnittlich hohe Finanzkraft. Und unsere Perspektiven sind gut", so Zetsche. So strebe man weiteres Wachstum "im Kerngeschäft" an. Auch werde es eine "Ausweitung der innovativen, kundenorientierten und maßgeschneiderten Dienstleistungen" geben. Eine weitere Wachstumsperspektive biete außerdem auch "ein stärkerer Führungsanspruch bei nachhaltigen, verantwortungsvollen und umweltschonenden Technologien".
"Eine großartige Geschichte"
Mit Sicherheit jedenfalls hat Daimler immer die Nase vorn: "Wir wollen der weltweit führende Hersteller von Premium-Fahrzeugen und Premium-Services sein - in jedem Marktsegment, in dem wir weltweit tätig sind", so Zetsche. "Und wir wollen eine Kultur der Spitzenleistung leben, basierend auf gemeinsamen Werten, einer großartigen Geschichte von Innovations- und Pionierleistungen und - mit Mercedes-Benz - der stärksten Automobilmarke der Welt."
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Am 14. Mai. 2007 unter:
arbeitStichworte:
« Bundesrat und Zypries uneinig über private Gerichtsvollzieher
Deutsches Kriegsschiff soll sich selbst beschossen haben »

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