BND-Informationen vor Irak-Krieg

Opposition erhöht vor Aussage im BND-Ausschuss Druck auf Steinmeier

Vor seiner Vernehmung durch den BND-Untersuchungsausschuss erhöht die Opposition den Druck auf Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Hintergrund sind Aussagen des früheren US-Generals James Marks, wonach Informationen von BND-Agenten die USA zu einem früheren Beginn des Irak-Kriegs bewogen hätten. Auch nach Ansicht der Union muss Steinmeier jetzt "Farbe bekennen". Die SPD bezeichnete die Vorwürfe dagegen am Montag (15. Dezember) erneut als "alten Fusel in löchrigen Schläuchen". Der BND bestreitet, kriegsrelevante Informationen weitergegeben zu haben. Steinmeier wies Kritik wegen des Einsatzes bislang ebenfalls klar zurück. Der SPD-Kanzlerkandidat war zu Beginn des Irak-Krieges Kanzleramtschef und zuständig für die Geheimdienste. Am Donnerstag muss er gemeinsam mit dem früheren Außenminister Joschka Fischer (Grüne) dem BND-Ausschuss erneut Rede und Antwort stehen.

Der FDP-Obmann Max Stadler sieht in den neuen Aussagen von Marks "eine neue Qualität". Wenn dies stimme, stehe fest: "Deutschland hat an diesem Krieg mitgewirkt. Die Aktivitäten der deutschen Agenten waren eine indirekte Beteiligung", sagte Stadler mit Blick auf das Nein der rot-grünen Bundesregierung zum Irak-Krieg. Die FDP wird laut Stadler beantragen, "dass US-Militärs wie General Marks gebeten werden, eine Aussage vor dem Ausschuss zu machen."

Auch Grünen-Obmann Christian Ströbele forderte, der Untersuchungsausschuss müsse "Himmel und Hölle in Bewegung" setzen, um Marks zu befragen. Von Lüge wollte er nicht sprechen. Zunächst müsse die Befragung von Steinmeier und Fischer abgewartet werden. Allerdings habe der damalige Kanzleramtschef für den BND Verantwortung getragen.

Linke-Obmann Norman Paech sagte, wenn sich die Aussagen bewahrheiteten, habe Steinmeier gelogen: "Ich vermute, dass er von allem gewusst hat."

Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte, die rot-grüne Darstellung, Deutschland hätte mit dem Irak nichts zu tun gehabt, gehöre "ins Reich der Märchen". Das stehe schon jetzt eindeutig fest. Steinmeier müsse konkret und in vollem Umfang Stellung nehmen zu den Aussagen von Marks, wonach Informationen der BND-Mitarbeiter in Bagdad für das US-Militär im Irak-Krieg sogar wichtiger gewesen seien als Informationen der CIA. Steinmeier trage die entscheidende politische Verantwortung für den Einsatz der BND-Leute in Bagdad.

SPD-Obmann Michael Hartmann betonte dagegen, es gebe keine neuen Fakten. Nicht ein einziger Bomber sei aufgrund der Meldungen der zwei BND-Mitarbeiter gestartet. Damit breche der zentrale Vorwurf der Opposition in sich zusammen. Auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil betonte, es bleibe das "historische Verdienst" von Rot-Grün, Deutschland aus dem Irak-Krieg herausgehalten zu haben.

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