Bocholter Verlag geht innovativen Weg
Ebay Auktion: Autor kann seinen Verlagsvertrag ersteigern
Der Verlag ist ein junger Verlag, der in 2009 auf der Frankfurter Buchmesse seinen ersten Messeauftritt hatte und dieser wurde von den Medien mit großem Interesse verfolgt, weil die zwei jüngsten Autoren der BRD dort ihre Bücher dem Publikum vorstellten. Aber danach wurde es nicht ruhiger und die Ideen scheinen diesem jungen Verlag aus dem westfälischen Bocholt nicht auszugehen.
Auf der Frankfurter Buchmesse 2010 sorgte der Verlag für Aufsehen, als er "Der pinke Stuhl" (das Symbol für die junge Literatur im Land) in das Leben gerufen hatte, ein barockes pinkes Sitzmöbel, mit dem die Mitarbeiter des Verlages innerhalb des Messegeländes "auf die Tour" gingen und 600 Personen auf diesem ablichteten. Dann folgte die Versteigerung mit der Verlegerin Nicole J. Küppers zu einer Lesung auf der Auktionsplattform und jetzt der Autorenvertrag.
Nun kann man darüber durchaus geteilter Meinung sein, denn außer der Tatsache, dass der Verlag weder Hetzschriften noch sonst irgendwelche diskriminierenden Manuskripte verlegt, ist diese Auktion für die Verlegerin ein russisches Roulette. Denn wer immer auch diesen Vertrag ersteigern wird, hat den Anspruch auf das Verlegen und die Präsentation seines Werkes auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2011. Unabhängig von dessen schreiberischen Qualitäten oder seinem Backround, darf man mehr als gespannt sein, welches Werk da seinen Platz finden wird.
Doch diese Idee des Verlages ist eine Neue und sicherlich wird die Buchbranche diese Aktion kritisch beäugeln aber der Verlag wäre nicht der Design Pavoni® Verlag, wenn ihn die eventuell folgende Kritik tangieren würde. Für die diesjährige Frankfurter Buchmesse plant der Verlag auf dem Messevorplatz ein Event mit dem Songwriter und Produzenten Manni Tenbrink, der mit seinem Flügel das eigens von ihm produzierte Verlags-Jingle dort einspielen wird und während der kleinen musikalischen Pausen, werden wieder einige Autoren des Verlages auf "Der pinke Stuhl" für die Besucher lesen.
Erstaunlich was dieser junge Verlag auf die Beine stellt und mit welchen PR-Strategien dieser immer wieder von sich reden macht. Da sind wir doch alle nur noch gespannt darauf, was der nächste literarische Streich bereit hält, denn bei diesem Unternehmen sind "dem literarischen Wahnsinn" wohl keine Grenzen gesetzt. "Und das ist gut so", würde wohl ein Herr Wowereit argumentieren.
Autorin: Esther Soboll
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Am 27. Jan. 2011 unter:
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« Missbrauch gibt es auch ohne körperliche Gewalt
Keine Revolution in Bangkok? »

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