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Für Alternativmethoden

"In Deutschland leiden 2,1 Millionen Tiere in den Laboratorien"


21. April 2006

[ngo] Anlässlich des Internationalen Tages des Versuchstiers am kommenden Montag kritisiert der Deutsche Tierschutzbund das Leiden von Tieren in Industrie und Universitäten. Jährlich würden laut aktueller Statistik europaweit 10,7 Millionen Versuchstiere "genutzt". Allein in Deutschland litten 2,1 Millionen Tiere in den Laboratorien. Der Tierschutzbund mahnt zum bevorstehenden Gedenktag Politik, Forschung und Industrie, die Förderung wissenschaftlich anerkannter Alternativmethoden, für die kein Tier qualvoll sterben müsse, zu verstärken.

"In deutschen Universitäten sitzen Affen bewegungslos festgeschnallt", kritisiert der Tierschutzbund. "Über Elektroden im Gehirn werden die Ströme von Nervenzellen gemessen - zur Untersuchung der Gehirnfunktion, so die Wissenschaftler. Die Tiere starren auf einen Bildschirm und drücken auf Tasten. Auch wenn sie fast verdursten, bekommen sie nur tropfenweise Saft zur Belohnung, wenn sie die richtigen Tasten gedrückt haben." Die meisten Affen stürben einen qualvollen Tod. Obwohl in Deutschland schon zahlreiche Hirnforschungszentren, die derartige Versuche an Affen durchführten, existierten, solle jetzt in Berlin ein weiteres errichtet werden.

Laut Tierschutzbund testen Wissenschaftler in Industrielabors an Hunden und Mäusen Chemikalien auf ihre Giftigkeit, "indem sie ihnen diese in den Magen pumpen oder die Tiere sie einatmen müssen. Manche ihr Leben lang." Kaum ein Tier überlebe diese Versuche.

"Dies sind nur zwei Beispiele aus der Praxis der Universitäten und der Industrie für den grausamen Laboralltag", sagte Wolfgang Apel vom Tierschutzbund. "Doch wer behauptet, dass solche Versuche unerlässlich sind, verkennt die Realität: Erkenntnisse über die Funktion des Körpers oder über schwere Krankheiten kann man mit modernen Methoden schmerzfrei am Menschen oder in Zellkulturverfahren gewinnen. Und das Foltern von hochempfindlichen Primaten für so genannte wissenschaftliche Zwecke ist ethisch in keinem Fall vertretbar."

[Druckversion]                

 

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