Kinderschutzbund fordert bessere Kinderbetreuung

Kinder- und Jugendbericht vorgelegt

Der Deutsche Kinderschutzbund fordert von der Bundesregierung eine stärkere Unterstützung der Familien. Die Erhöhung des Kindergeldes um 30 Mark auf 300 Mark monatlich zum 1. Januar 2002 sei keine wesentliche Hilfe, kritisierte die Sprecherin des Kinderschutzbundes, Gabriele Wichert, am Donnerstag. Bundesjugendministerin Christine Bergmann (SPD) legte am gleichen Tag in Berlin den 11. Kinder- und Jugendbericht vor.

Die Armut von Kindern sei in Deutschland noch immer ein großes Problem, sagte Wichert. Über eine Million Kinder unter sieben Jahren lebten von der Sozialhilfe. Daher fordere der Kinderschutzbund eine Aufstockung des Kindergeldes auf 600 Mark im Monat.

Wichert verlangte ferner, das Betreuungsangebot für Kinder in Deutschland auszuweiten. Insbesondere Ganztagsbetreuungen müssten verstärkt angeboten werden, um Frauen zu ermöglichen, einer Beschäftigung nachzugehen. Für wesentlich hält der Kinderschutzbund den Wegfall von Kindergartengebühren. Wichert verwies auf die Situation in Frankreich, Dänemark und Norwegen, wo Kindergartenplätze kostenfrei zur Verfügung stünden.

Ungeachtet der weitergehenden Forderungen lobte Wichert die rot-grüne Politik für Familien mit Kindern. Kinder hätten derzeit einen besseren Status als noch zu Zeiten der unionsgeführten Bundesregierung. "Kinder sind in diesem Land wichtiger als je zuvor geworden," betonte Wichert.