100.000 Menschen gedachten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Kommunisten

Zehntausende Berliner gedachten am Sonntag der vor 83 Jahren ermordeten Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Zum Auftakt der traditionellen Ehrung in der Gedenkstätte Friedrichsfelde legten Spitzenpolitiker der PDS an den Gräbern der Revolutionäre Kränze nieder. Die Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) waren am 15. Januar 1919 von Freikorpsoffizieren getötet worden. Die PDS als Veranstalter ging von rund 100 000 Teilnehmern aus.

Dicht umringt von Dutzenden Kamerateams und Fotografen ehrte die komplette PDS-Spitze die beiden Kommunisten. Anschließend zogen begleitet von Trauermusik mehrere Stunden lang vorwiegend ältere Menschen schweigend am Gedenkstein mit der Inschrift "Die Toten mahnen uns" vorbei. Ein Meer roter Nelken schmückte die letzte Ruhestätte von Luxemburg und Liebknecht.

Außerdem marschierte ein Demonstrationszug vor allem mit jungen Leuten vom Frankfurter Tor im Ortsteil Friedrichshain zur Gedenkstätte in Lichtenberg. Nach Polizeiangaben nahmen daran bis zu 10 000 Menschen teil. Viele trugen Fahnen und Transparente mit sich.

Der alljährliche Gedenkmarsch gehört zu den größten Demonstrationen in der Bundeshauptstadt. Während er zu DDR-Zeiten vor allem der Huldigung der SED-Größen diente, veranstaltet ihn die PDS seit der Wende als stilles Gedenken.

In die internationalen Schlagzeilen geriet die Veranstaltung, als 1988 Bürgerrechtler beim Versuch verhaftet wurden, ein Transparent mit dem Luxemburg-Zitat "Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden" zu entrollen. Im Jahr 2000 musste die Demonstration, die traditionell am zweiten Sonntag im Januar stattfindet, wegen einer Anschlagsdrohung verschoben werden.