Sozialverband VdK macht gegen Streichung der Bahncard Senior mobil

Deutsche Bahn AG

Der Deutschen Bahn AG droht ein Proteststurm der Rentner wegen der geplanten Abschaffung der Senioren-Bahncard. "Um die Bahncard Senior zu retten, startet der Sozialverband VdK in diesen Tagen eine bundesweite Brief-Kampagne", sagte VdK-Präsident Walter Hirrlinger der "Berliner Zeitung". Darin würden die 18 Millionen Rentner in Deutschland dazu aufgerufen, bei Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn gegen die Abschaffung der Bahncard Senior zu protestieren. In der VdK-Mitgliederzeitung und ab kommende Woche auch im Internet sei ein entsprechender Musterbrief zu finden.

Die Bahn bestätigte dem Blatt zufolge, dass bei Einführung des neues Preissystems ab Dezember die meisten Sondertarife - darunter auch die Bahncard für Senioren und die Bahncard für Junioren - wegfallen sollen. Im Gegenzug sollen Frühbuchern hohe Rabatte eingeräumt werden. Hirrlinger hält Frühbucher-Rabatte nicht für einen geeigneten Ersatz für die Bahncard Senior. "Es ist ein Trugschluss, dass Rentner ihre Reise immer eine Woche im voraus planen können", sagte der VdK-Präsident. Ältere Menschen seien in besonderer Weise darauf angewiesen, beispielsweise bei Notfällen in der Familie ihre Angehörigen schnell erreichen zu können. Es müsse daher weiterhin günstige Angebote geben, die kurzfristig genutzt werden können.

Nach Angaben der Bahn sind derzeit 3,5 Millionen Bahncards im Umlauf, davon 828 000 Bahncard Senior. Damit sind fast ein Viertel der Bahncardbesitzer Rentner. "Für diese wichtige Kundengruppe muss es weiterhin ein Sonderangebot geben", forderte der Bundesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, in der Zeitung. Als Beispiel nannte Naumann Flug- oder Busgesellschaften, die spezielle Angebote gerade für Rentner haben.

Der Bahn-Konzern wies die Vorwürfe strikt zurück. "Aus unserer Sicht werden Senioren durch den Wegfall der Bahncard Senior nicht benachteiligt", sagte Bahnsprecherin Birgit Röher der Zeitung. Vielmehr könne ein Rentner durch die Reform des Preissystems künftig noch mehr sparen - nämlich über die Hälfte des normalen Fahrpreises. Voraussetzung: Er ist im Besitz einer normalen Bahncard und bucht eine Woche vor Fahrtantritt sein Ticket. Nicht unbedingt ein Beitrag zur Flexibilität des Reisens per Bahn.