Seltene Arten durch geplanten Autobahnzubringer bedroht

3. Tag der Artenvielfalt fahndete erfolgreich

Bereits zum dritten Mal führte der NABU Brandenburg den Tag der Artenvielfalt durch. Fahndungsgebiet war in diesem Jahr das westliche Havelland zwischen Pritzerbe und Döberitz. In einem 24stündigen Countdown versuchten rund 50 Botaniker, Insektenkundler, Säugetierexperten und andere Spezialisten alle in dem Gebiet vorkommenden Arten aufzuspüren. Insgesamt 870 Arten konnten sie nachweisen. Als bemerkenswertesten Fund bezeichnete Wolfgang Mädlow, Geschäftsführer des NABU Brandenburg, den Nachweis des Rothirsches. Damit so Mädlow, sei das Umweltverträglichkeitsgutachen zum Bau des Autobahnzubringers Rathenow-Premnitz widerlegt worden, in dem der Rothirsch nicht aufgeführt war. Der Bau einer solchen Straße hätte für diese ebenso scheuen wie imposanten Tiere gravierende negative Folgen.

Neben dem Rothirsch wurden weitere 24 Säugetiere nachgewiesen. Unter den 125 gefundenen Vogelarten befinden sich so seltenen Arten wie der Schwarzstorch, See- und Fischadler. 30 der 402 gefundenen Farn- und Blütenpflanzen stehen auf der Roten Liste bedrohter Arten.

Zum Untersuchungsgebiet gehörte auch ein Abschnitt der Havel. Hier wurden 17 Fischarten festgestellt. Das sind ungefähr ein Drittel aller in Brandenburg vorkommenden Fischarten. Besonders stolz waren die Fischkundler auf den Nachweis des seltenen Bitterlings. Auffällig war, dass an Abschnitten an denen die Ufern mit Steinschüttungen befestigt waren, wesentlich weniger Arten auftraten, als an denen mit naturbelassenen Ufern.

In einem abschließenden Resümee fasste Achim Seeger, Vorsitzender des NABU, die Ergebnisse so zusammen: „Es ist uns am Tag der Artenvielfalt gelungen den hohen Wert des untersuchten Wald- und Niederungsgebietes herausstellen. Die Untersuchungsgebiete weisen einen ungeheure Artenvielfalt auf, die sich in dem bislang vorgelegten Umweltverträglichkeitsgutachten nicht widerspiegelt. Der NABU sieht das als Beleg dafür, dass das Gutachten unzureichend ist.“ Seit die Zeitschrift GEO 1999 erstmalig eine solche Veranstaltung organisierte, beteiligen sich inzwischen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zahlreiche Naturschützer an dieser Aktion.