Gentechnisch manipulierte Baumwolle in China hat unerwartete Umweltfolgen

Neue Studie

Felder mit gentechnisch veränderter Baumwolle in China haben unerwartet viel schädlichere Auswirkungen auf die Umwelt als bisher angenommen. Dies belegt eine Studie, die der chinesische Experte Xue Dayuan vom Nanjinger Institut für Umweltwissenschaften der Staatlichen Umweltschutzbehörde (SEPA) und die Umweltorganisation Greenpeace vorgestellt haben. Demnach ist schon nach fünf Jahren Anbau deutlich geworden, dass die Schädlingsbekämpfung per gentechnischer Manipulation nicht funktioniert.

Der Einsatz von Gentechnik führe nicht zu weniger Schädlingen und zum Verzicht auf Gifte - das Gegenteil sei der Fall. Die Zahl der resistenten Schädlinge nehme zu, die der Nützlinge ab und so müssen mehr chemische Pestizide eingesetzt werden. Bei den Baumwollpflanzen handele es sich um gentechnische Manipulationen, die durch den Einbau eines Gen aus dem Bacillus thuringiensis (Bt) gegen den Befall mit Baumwollschädlingen wie dem Baumwollkapselwurm widerstandsfähig sein sollen.

Labortests und Felduntersuchungen von vier chinesischen staatlichen Wissenschafts-Instituten, die von Greenpeace ausgewertet wurden, haben eine Zunahme von Resistenzen im Baumwollkapselwurm gegen das Bt-Gen festgestellt, ausserdem eine Abnahme der natürlichen Feinde dieses Schädlings etwa bestimmter Spinnen. Dazu komme ein höherer Befall der Pflanzen mit anderen Schaedlingen und Krankheiten.

Die Bt-Baumwolle wurde 1997 in China durch den Gentech- Konzern Monsanto eingeführt. Es wurde als Zaubermittel für die Bekämpfung von Schädlingen beworben. Seitdem habe der Anbau der Monsanto-Baumwolle sich auf 1,5 Millionen Hektar (2001) ausgedehnt teilt Greenpeace mit, das sind 35 Prozent der gesamten Baumwoll-Anbauregion des asiatischen Landes berichtet Greenpeace. Weltweit wachsen zwei Drittel der Gentech-Baumwolle in China.