Anschlag auf Mahn- und Gedänkstätte in Brandenburg

Sonderkommission ermittelt

Ein Anschlag auf die Mahn- und Gedenkstätte Belower Wald sorgt in Brandenburg für Abscheu und Empörung. Unbekannte legten in der Nacht zum Donnerstag einen Brand und beschmierten eine Mahnsäule mit überdimensionalen rechtsradikalen und antisemitischen Parolen und Symbolen.

Den Gedenkstein besprühten sie mit einem Hakenkreuz sowie zwei SS-Runen. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) zeigte sich entsetzt. Er informierte sich am Nachmittag auf dem Gelände der Gedenkstätte in der Nähe der Stadt Wittstock. Die Polizei bildete eine Sonderkommission, die "Soko Below" mit zehn Beamten. Ein Neuruppiner Staatsanwalt soll sich ausschließlich um den Fall kümmern. Zu den Tätern konnte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher "vorerst nichts sagen". Die Gedenkstätte erinnert an den Todesmarsch der Insassen der Konzentrationslager Sachsenhausen, Ravensbrück und des Außenlagers Heinkel im April 1945. Kurz vor der Befreiung der Konzentrationslager trieben die Nazis rund 48 000 Häftlinge gen Norden. Die meisten von ihnen waren krank und unterernährt, Tausende starben. Zeichen und Inschriften in den Baumrinden des Belower Waldes sind die letzten Spuren der gequälten Häftlinge und gehören zu dem Mahnmal.