Selbstentsorger-Systeme behindern Recycling

Pflichtpfand

Angesichts der noch ungeklärten Entsorgungsfrage beim neuen Pflichtpfand warnt der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) vor einem Einbruch beim Glas-Recycling. Die bisher von den Verbrauchern praktizierte Trennung von Glas und Verpackungen habe zu einer Verwertungsquote von durchweg 80 Prozent geführt, sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Hans-Günter Fischer am Montag in Berlin. Bei Selbstentsorger-Systemen über den Handel gingen erfahrungsgemäß bei Glas nur 75 Prozent, bei Weißblech 70 und bei Aluminium lediglich 60 Prozent in die Wiederverwertung. Der bvse setzt sich für die Vereinheitlichung der Entsorgungssysteme ein.

Nach der gültigen Verpackungsverordnung müssen die Händler die Dosen und Flaschen des Einwegpfands selbst entsorgen und nachweisen, dass das Material in die Wiederverwertung geht. Eine Unterstützung durch den "Grünen Punkt" lehnte das Bundeskartellamt ab. Der bvse fürchtet nun, dass bei Verträgen der Läden mit kleinen Entsorgungsunternehmen auch die Trennung von Altglas nach Farben nicht mehr erfolgen wird. Deshalb fordert der Verband von der Politik, eine rechtliche Grundlage für die weitere Trennung von Weißglas und Buntglas zu schaffen.

Zugleich lehnt der Verband eine einzige Clearingstelle zur bundesweiten Verrechnung von Pfandartikeln aus wettbewerbsrechtlichen Überlegungen ab. Der Verband schätzt, dass rund sechs Milliarden Euro durch die Transaktionen jährlich umgesetzt würden. Diese Summe dürfe nicht durch ein "weiteres Mega-Monopol" gehen. Vielmehr verfügten die Banken über ausgereifte Verrechnungssysteme, die es auch dem Kiosk an der Ecke ermöglichten, "ohne gewaltige Investitionen" daran teilzunehmen.