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Nur 25 Prozent der Stützen kommen bei den Bauern an

Agrarsubventionen

Ein Großteil der Agrarunterstützungen der Regierungen der OECD-Staaten erreicht nicht die Bauern. Von einem Euro, der für Preisstützungen ausgegeben wird, erhält der Landwirt nicht mehr als 25 Cent. Der Rest geht an den Verpächter, muss für den Kauf von Betriebsmitteln aufgewendet werden oder geht durch Ineffizienz der Politik verloren. Das ist das Ergebnis einer Studie über die Einkommen landwirtschaftlicher Haushalte in den OECD-Ländern, die am Freitag auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt wurde.

In den meisten OECD-Staaten lägen die Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe auf einem ähnlichen Niveau wie die Einkommen aller Haushalte, sagte der OECD-Direktor für Landwirtschaft, Ernährung und Fischerei, Stefan Tangermann. Die Einkommenslage im Agrarbereich sei damit besser als häufig in der Öffentlichkeit dargestellt. Zugleich verwies Tangermann darauf, dass der Löwenanteil der Einkommensstützungen den großen Agrarbetrieben zugute komme, weil sie überwiegend produktionsabhängig sei.

Um eine gezieltere Förderung zu erreichen, müsse die Gießkannenpolitik beispielsweise bei der Preisstützung vermieden werden, betonte der OECD-Experte. Auch sollten die Landwirte durch Ausbildung und Beratung befähigt werden, dass sie selbst mehr Einkommen erwirtschaften können. Zudem könnten Arbeitsplätze außerhalb der Agrarwirtschaft bereit gestellt werden, um jenen Landwirten Alternativen zu bieten, die mit ihren Höfen zu wenig verdienen. Die allgemeine Sozial- und Steuerpolitik sollte auf die Verhinderung von ländlicher Armut ausgerichtet werden. Nicht zuletzt könnte über Einkommensversicherungen nachgedacht werden, um Budgetschwankungen unter anderem wegen natürlicher Faktoren abzumildern.

Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Sitz in Paris gehören 30 Mitgliedsstaaten aus Europa, Asien, Amerika und Australien an.

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