VCD und BUND fordern Verkehrsbeschränkungen und Lärmsanierung

Tag gegen Lärm

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Lärm am Mittwoch haben der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute in Berlin wirksame Maßnahmen zur Eindämmung des Verkehrslärms angemahnt. Obwohl sich in Deutschland weit über die Hälfte aller Menschen vom Straßenverkehrslärm belästigt fühlten, gebe es nach Ansicht der beiden Umweltverbände zu wenig Aufmerksamkeit für das Thema und eine mangelhafte Aufklärung über die krankmachenden Folgen des Lärms.

Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: "Verkehrslärm ist eine stark unterschätzte Gefahr. Dabei ist er für viele Menschen inzwischen Umweltplage Nummer eins. Allein in Deutschland haben rund 15 Millionen Menschen ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, da sie dauerhaft an zu lauten Straßen oder Schienen leben müssen. Weitere negative Folgen sind permanente Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und die Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens. Wir brauchen deshalb dringend wirksame Maßnahmen gegen den Lärm."

BUND und VCD fordern deshalb in Städten und Ortschaften eine weitgehende Beschränkung auf Tempo 30 sowie ein generelles Nachtfahrverbot für LKW. Auf Autobahnen sollten in Siedlungsnähe Tempolimits von maximal 100 km/h für PKW und 60 km/h für LKW gelten. Zudem müsse der Einsatz von lärmarmen Straßenbelägen und Reifen gefördert werden. Dringend notwendig sei auch die Verbesserung der Rechtslage. Tilmann Heuser, Verkehrsexperte des BUND: "Die Rechtlosigkeit der Lärmbetroffenen an vorhandenen Straßen und Schienen muss endlich beendet werden. Deshalb muss die Regierung einen Rechtsanspruch auf Lärmsanierung schaffen. Außerdem müssen die entsprechenden Finanzmittel zur Lärmsanierung aufgestockt werden. Zusatzkosten sind den Verursachern anzulasten."

Beim Flugverkehr bestehe ebenso dringender Handlungsbedarf. VCD und BUND setzen sich deshalb für eine zügige Novellierung des Fluglärmgesetzes ein, die den Lärmschutz für betroffene Anwohner deutlich verbessert. Gleichzeitig müssten deutschlandweit einheitliche Start- und Landegebühren entsprechend der Lärm- und Schadstoffwerte erhoben werden. Die zusätzlichen Einnahmen müssten den betroffenen Menschen und der Umwelt zugute kommen. Auch für die Bahn sei Schienenlärm die umweltpolitische Achillesferse. Deshalb seien hier deutlich mehr Mittel bei der Lärmsanierung entlang besonders lauter Strecken zu investieren. Ebenso müsse die Umrüstung der Waggons von lauten Grauguss- auf leisere Verbundstoff-Klotzbremsen im Rahmen des Lärmsanierungsprogrammes des Bundes finanziell unterstützt werden.

Gehrmann: "Sinnvolle Lärmbekämpfung muss an der Quelle ansetzen. Und da sind alle gefragt: die Politik, die Industrie und nicht zuletzt jeder einzelne Verkehrsteilnehmer. Denn beim Lärm ist fast jeder Opfer und Täter zugleich.