CO2 Emission PKW Rückblende

Straßenbau - Alleebäume stehen Autos im Weg

Trotz breiter Proteste plant Verkehrsminister Stolpe weiterhin, Empfehlungen an die Straßenbaubehörden herauszugeben, die das schleichende Ende der deutschen Alleen besiegeln würden. Das kritisiert die Umweltorganisation ROBIN WOOD. "Empfehlungen zum Schutz vor Unfällen mit Aufprall auf Bäume" (ESAB) heißt das strittige Papier. Ausgearbeitet hat es die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen aus Köln im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Das dort zuständige Gremium sei jedoch ausschließlich mit Ingenieuren aus dem Verkehrs- und dem Versicherungsbereich besetzt, so die Kritik.

"Über die Zukunft der Alleen in Deutschland verhandelt zur Zeit ein Kreis von Technokraten, die Straßenbäume allein als Unfallverursacher und Kostenfaktor sehen", sagt Robin Wood-Waldreferent Rudolf Fenner. Vor allem der Vorschlag, dass Alleenbäume nicht mehr nahe am Straßenrand gepflanzt werden sollen, stößt auf Kritik. Genannt werden Abstände von acht Metern und mehr. Zwar seien inzwischen aufgrund des öffentlichen Drucks konkrete Meterangaben aus den ESAB verschwunden. Gewonnen sei dadurch aber nichts, denn statt dessen werde jetzt auf die entsprechenden Angaben in einem anderen Regelwerk verwiesen, den Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeuge-Rückhaltesysteme (RPS). Doch die seien zur Zeit in der Überarbeitung, ohne dass die Verbände des Natur- und Landschaftsschutzes daran beteiligt würden.

Damit die Alleen nicht nach und nach aus der Landschaft verschwinden, müssten Straßenbäume nachgepflanzt werden, so die Forderung der Umweltschützer. Und zwar nicht in einem Abstand von acht Metern vom Fahrbahnrand, sondern so dicht, dass der typische Alleeneindruck entstehe.

Darüber hinaus müsse die Diskussion in ein anderes Fahrwasser gebracht werden. Bislang werde über Alleen verhandelt, als seien sie schuld an Unfällen. Von den eigentlichen Unfallursachen wie überhöhte Geschwindigkeiten, Unaufmerksamkeit, Ermüden und Alkohol werde dadurch abgelenkt. Deshalb sei eine grundlegende Überarbeitung der ESAB notwendig, die den wahren Unfallursachen Rechnung trage.

Am 25-02-2004

Union dagegen

Der Bundestag hat am Freitag die gesetzlichen Grundlagen für den ab nächsten Jahr vorgesehen CO2-Emissionshandel in der Europäischen Union geschaffen. Mit den Stimmen von SPD und Grünen verabschiedete das Parlament in Berlin den Regierungsentwurf des so genannten "Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes" (TEHG). Die Union stimmte gegen das Vorhaben, die FDP-Fraktion enthielt sich.

Der Bundesrat wird sich voraussichtlich am 2. April mit der Vorlage befassen. Die Bundesregierung vertritt allerdings - im Gegensatz zur Unions-dominierten Länderkammer - die Auffassung, dass das Gesetz nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf.

Das Gesetz schafft die rechtlichen Grundlagen für den ab Anfang 2005 in der EU geplanten Handel mit CO2-Emissionsrechten. Damit will die Europäische Union eine Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase erreichen. Energieintensive Anlagen der Stromwirtschaft und der Industrie sollen dazu Zertifikate zugeteilt bekommen. Sie berechtigen zum Ausstoß einer bestimmten CO2-Menge. Die Unternehmen können mit diesen Zertifikaten untereinander handeln.

Bis Ende März muss die Bundesrepublik zudem bei der EU-Kommission einen nationalen Allokationsplan vorlegen, in dem die Aufteilung der entsprechenden Zertifikate auf die Unternehmen festgelegt wird.

Am 12-03-2004

Sanfter Tourismus

Unter dem Motto "Reiselust - Neue Wege in den Urlaub" stellt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) ein von Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA) gefördertes Projekt vor: Urlaub in Deutschland soll bereits bei der Anreise mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln beginnen, also mit Bus, Bahn oder dem Fahrrad. Einfach mal Urlaub vom Auto machen und die Ferien in Deutschland verbringen - so das Ziel des VCD und der Tourismusregionen Müritz, Uckermark, Münsterland, Sächsische Schweiz, Eggegebirge, Elbtalaue/Wendland, Vogelsberg, Thüringer Schiefergebirge und Zweitälerland.

Bis Mitte 2005 wollen sie dafür attraktive Angebote entwickeln. Ob Kanufahren im Nationalpark Müritz, Wanderungen im Thüringer Schiefergebirge oder Klettern im Elbsandsteingebirge: Urlaub in Deutschland bietet zahlreiche Aktivitäten - und zwar für jeden Geschmack. Bisher fahren drei Viertel aller Reisenden mit dem Auto in den Urlaub. "Das sorgt für zusätzliche Belastungen der Umwelt und der Gesundheit, etwa durch Lärm oder den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids", erläutert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender, "und bedeutet nicht selten zusätzlichen Stress".

Dr. Axel Friedrich, Abteilungsleiter Verkehr/Lärm im UBA: "Auch das Angebot, vor Ort reizvolle Ausflugsziele ohne das Auto zu erreichen, sollte verstärkt werden. Gerade hier haben in vielen Fällen kleinere Veränderungen, die miteinander verknüpft werden, eine große Wirkung". Er verwies dabei auf das günstige Urlaubsticket für den öffentlichen Nahverkehr, den Busstop am Anfangs- und Endpunkt einer Wanderung oder die kostengünstige Bereitstellung von Fahrrädern für Urlauber ohne Auto.

"Ohne Auto ist man einfach näher dran - an der Natur, an den Menschen, an der Erholung" ergänzt Petra Bollich, VCD-Tourismusreferentin. Und mit dem Urlaub in Deutschland werden nicht nur Umwelt und Gesundheit geschont - auch die einheimische Tourismuswirtschaft wird gestärkt.

Damit die Erholung für Mensch und Natur schon bei der Anreise beginnt, erarbeiten jetzt die Tourismusregionen mit Unterstützung des VCD verstärkt Angebote, wie man bequem mit Bus und Bahn ans Ziel kommt. In Zusammenarbeit mit Hoteliers, Verkehrsanbietern, Tourismusverbänden und Reiseveranstaltern ist die gezielte Vermarktung attraktiver Angebote für Urlauber ohne Auto in Deutschland geplant. Mit der Unterzeichung von Kooperationsvereinbarungen mit dem VCD erklären sich die beteiligten Tourismusregionen bereit, ihre Mobilitätsangebote für Reisende ohne Auto deutlich auszubauen und zu verbessern.

Am 15-03-2004

Kritik an Clement

Die ungelöste Frage des Emissionshandels belastet zunehmend das Klima in der rot-grünen Koalition. Mehrere Grünen-Politiker ließen am Donnerstag ihrem Unmut über Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) freien Lauf. Clement wies die Vorwürfe zurück. Der Naturschutzbund NABU forderte die Bundesregierung auf, den Streit um den Emissionshandel umgehend zu beenden. "Die Klimaschutzziele kann Deutschland nur erreichen, wenn die Industrie beim Wort genommen wird und ihre Zusagen zum Emissionsminderung auch einhält", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Der Emissionshandel sei schließlich ein modernes und nachhaltiges Instrument der Zukunftssicherung und kein Gut, um das nach Belieben neu gefeilscht werden könne.

Der NABU warnte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement davor, wichtige Fortschritte beim Klimaschutz mit einer starrsinnigen Blockadehaltung zu verhindern. "Der Wirtschaftsminister sollte sich nicht zum Anwalt eines Selbstverpflichtungsschwindels machen", so Tschimpke. Wenn sich die Bundesregierung weiter an ihren Zielen messen lassen wolle, dürfe sie im Allokationsplan auch nicht mehr Emissions-Zertifikate verteilen, als es das selbst gesteckte Klimaschutzziel zulasse.

Die EU-Mitglieder müssen in diesem Plan bis 31. März darlegen, wie die Emissions-Zertifikate aufgeteilt werden. Strittig ist neben der Verteilung auf die Branchen auch die Übertragung von Emissionsrechten für alte Anlagen auf neue.

Die Grünen werfen Clement vor, zu sehr die Interessen der Kohle- und Stahlindustrie zu vertreten. "Wenn sich Clement mit seinen Vorschlägen in diesem Konflikt durchsetzt, scheitert Deutschland bei der Erfüllung der Kyoto-Ziele und damit auch die EU-Klimaschutzpolitik", sagte NABU-Chef Tschimpke. Der Gestaltungs-Rahmen stehe längst fest und sollte endlich von der gesamten Koalition mitgetragen werden. "Nur mit dem Emissionshandel wird man auch einen Investitionsschub und neue Arbeitsplätze einer zukunftsfähigen Energiewirtschaft erreichen", so der NABU-Präsident.

Am 18-03-2004

Belastet wie ein Braunkohlekraftwerk

Die Klimabelastung durch Klimaanlagen in Autos nimmt zu. Nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie erhöht sich durch eine Klimaanlage der Energieverbrauch eines PKW um etwa zehn Prozent. Während des Betriebs und bei der Entsorgung würden große Mengen des extrem klimaschädlichen Kältemittels in die Atmosphäre gelangen. Im Jahr 2012 werde die deutsche Autoflotte allein durch Kältemittelverluste das Klima so stark belasten wie ein Braunkohlekraftwerk.

Daher fordern die Umweltschützer, dass sich Bundesumweltminister Trittin dafür einsetzten, dass der EU-Ministerrat bei der bevorstehenden Entscheidung über neue Kältemittel für Klimaanlagen die umweltverträglichste Lösung wählt. Das sei auch im Interesse der deutschen und europäischen Automobilindustrie, die bei der Entwicklung emissionsarmer Klimaanlagen weltweit führend sei.

"Das heute übliche Kältemittel Tetrafluorethan (R134a) ist ein extrem klimaschädliches Treibhausgas und muss möglichst rasch ersetzt werden.?, so Dr. Hans-Jochen Luhmann, Wuppertal Institut. Von den zur Wahl stehenden neuen Kältemitteln - Difluorethan (R152a) und Kohlendioxid (R744) - weise Kohlendioxid mit Abstand die bessere Klimabilanz auf. Difluorethan sei 140-mal klimaschädlicher, Tetrafluorethan sogar 1 300-mal. Die von BMW, Audi und Toyota entwickelte Kohlendioxid-Technologie sei so weit fortgeschritten, dass sie bereits in vier Jahren den bisherigen Standard ablösen könne. Difluorethan, das vor allem von US-amerikanischen Unternehmen favorisiert werde, berge als brennbares Gas größere Sicherheitsrisiken. Ein Einsatz wäre außerdem vor 2012 nicht möglich.

"Die EU darf die Chance für eine umwelt-, industrie- und technologiepolitische Weichenstellung bei Autoklimaanlagen nicht verpassen. Wir befürworten den Vorschlag des Europaparlaments, Emissionsgrenzwerte für Neuwagen festzulegen, die nur mit Kohlendioxid-Anlagen eingehalten werden können.?, meinst Dr. Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte. Jetzt komme es darauf an, dass sich der EU-Umweltministerrat dem anschließt. Der Vorschlag der EU-Kommission, auch Difluorethan zuzulassen, sei angesichts der großen Nachteile nicht akzeptabel.

Der Vormarsch von Autoklimaanlagen sei kaum noch aufzuhalten, obwohl sie nach Ansicht der Umweltschützer zum Beispiel in Mitteleuropa nicht nötig wären. Von den im Jahr 2002 rund 3,3 Millionen neu zugelassenen PKW in Deutschland hätten bereits 87 Prozent eine Klimaanlage.

In dreißig Jahren würden voraussichtlich weltweit doppelt so viele PKW wie heute auf den Straßen unterwegs sein. Der Zuwachs werde vornehmlich in den Ländern des Südens stattfinden, wo Klimaanlagen wegen der Hitze sinnvoll seien.

"Die CO2- Klimaanlagentechnologie vermeidet den Aufbau einer zusätzlichen Klimalast in den Entwicklungsländern, die absehbar auf die Industrienationen zurückschlagen würde.?, so Luhmann. Europa könne mit seiner Entscheidung für umweltfreundlichere Klimaanlagen eine technologische Vorreiterrolle ergreifen.

Am 20-04-2004

Effizienzklassen für Autos

Angesichts der auf Rekordniveau gestiegenen Benzinpreise wird die Forderung nach einer klaren Kennzeichnung des Verbrauchs von Kraftfahrzeugen lauter. Nach einem am Donnerstag abgegebenen Votum des Umweltausschusses im Bundesrat soll der Pkw-Energieverbrauch künftig wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen mit Effizienzklassen von A bis G ausgewiesen werden. Verbraucherschützer und Automobilklubs begrüßten die Initiative. Nur so würden die Benzinkosten eines Modells auf den ersten Blick für den Käufer erkennbar, sagte ADAC-Sprecher Jürgen Grieving.

Die Vertreter der Länder im Umweltausschuss stimmten mit zehn gegen sechs Stimmen für eine Initiative des rot-grün regierten Schleswig-Holstein, wie ein Sprecher des Umweltministeriums in Kiel sagte. Von einer klareren Kennzeichnung des Spritverbrauchs würden nach den Worten des Kieler Umweltministers Klaus Müller (Grüne) "alle profitieren: Verbraucher, die Umwelt und die Anbieter sparsamerer Pkw".

Der Vorschlag des für die Verordnung zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums, beim Autokauf lediglich den Kohlendioxidausstoß ohne weitere Einordnung anzugeben, sei verbraucherfeindlich, sagte der Umweltexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel. "Niemand kann etwas damit anfangen, wenn bei Autos künftig der CO2-Ausstoß in Gramm angegeben wird." Mit den von Schleswig-Holstein vorgeschlagenen klaren Effizienzklassen sei dagegen auf den ersten Blick erkennbar, wie das Modell im Vergleich zu den übrigen Fahrzeugen der Klasse liegt.

Von der besseren Übersichtlichkeit profitiere auch die Umwelt, sagte der Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Daniel Kluge. Allein die Kennzeichnung werde die Nachfrage nach spritsparenden Modellen steigern und damit helfen, die deutschen Klimaschutzziele zu erfüllen.

Die Kennzeichnung des Kfz-Verbrauchs ist bereits durch EU-Recht vorgeschrieben. Bei der Umsetzung der entsprechenden Richtlinie ist Deutschland aber seit Jahren im Verzug und wurde deswegen bereits vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verurteilt. Nach der Zustimmung des Umweltausschusses zu dem Vorstoß aus Schleswig-Holstein muss nun auch das Plenum der Länderkammer noch darüber abstimmen.

Am 03-05-2004

Benzinpreise steigen weiter

Angesichts der weiter steigenden Spritpreise empfiehlt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V., das Auto stehen zu lassen und auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes umzusteigen: Zu Fuß gehen, Fahrrad oder Bus und Bahn fahren seien die adäquaten Antworten auf die Preisschraube der Mineralölkonzerne. Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender empfiehlt: "So können Autofahrerinnen und Autofahrer nicht nur ihr Portemonnaie spürbar entlasten, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur dringend notwendigen Verringerung des Treibhausgasausstoßes leisten.?

Nach der jüngsten umfassenden Untersuchung des Verkehrsverhaltens in Deutschland (Kontiv 2002) ist die Hälfte aller Autowege kürzer als sechs Kilometer, fünf Prozent sogar kürzer als ein Kilometer. Gehrmann: "Gerade auf Kurzstrecken ist der Treibstoffverbrauch beim Auto besonders hoch, da der Motor noch nicht warm ist.? Gleichzeitig seien das Entfernungen, die man gut zu Fuß, mit dem Rad oder ohne Zeitverlust mit Bus und Bahn zurücklegen könne.

Forderungen nach Senkung oder gar Abschaffung der Ökosteuer erteilt der VCD eine klare Absage. Die Ökosteuer sei zuletzt im Januar 2003 angehoben worden und habe mit der derzeitigen Preisspirale nichts zu tun. Die Spritpreise würden deshalb so stark steigen, weil es auf dem amerikanischen Markt im Frühjahr regelmäßig Engpässe in der Benzinproduktion gibt. Zudem nutzen die Ölkonzerne die Krisenstimmung rund um Irak und Nahen Osten für Sonderprofite auf Kosten der Verbraucher.

Im Gegensatz zu den starken Preisschwankungen am Ölmarkt und den verbraucherfeindlichen Spekulationen der Ölkonzerne sei die Ökosteuer eine fest kalkulierbare Größe mit wichtigen Funktionen: Einerseits entlaste die Ökosteuer Arbeitgeber und Arbeitnehmer über reduzierte Rentenbeiträge um rund 19 Milliarden Euro jährlich. Andererseits fördere sie den Trend zum Energie- und Spritsparen, was angesichts des drohenden Klimawandels unbedingt geboten sei.

Am 05-05-2004

Die CARBON EXPO

Global Carbon Market Fair & Conference, eine Kooperation der Weltbank, der International Emissions Trading Association (IETA) und der Koelnmesse, findet vom 9. bis 11. Juni statt. Sie ist die weltweit erste Messe mit Kongress zu den Themen "Emissionshandel" und "CO2-Markt". Insgesamt 50 Aussteller aus 20 Ländern, darunter energieintensive Unternehmen, Dienstleister, Regierungsvertreter von Entwicklungsländern und Fachinformationsdienste, nutzen dieses internationale Forum, um ihre Produkte, Serviceleistungen für einen funktionierenden Emissionsmarkt und modernen Technologien zur Verringerung des CO2-Ausstoßes dem internationalen Fachpublikum vorzustellen.

Zur CARBON EXPO werden insgesamt mehr als 600 Teilnehmer erwartet. Triebfeder hinter den innovativen Entwicklungen ist das European Emissions Trading Scheme (Programm für den europäischen Emissionshandel), das im Januar 2005 in Kraft tritt.

Emissionsmarkt verfügt über enormes Wachstumspotenzial Der Emissionsmarkt entwickelt sich zum wirkungsvollen Werkzeug, mit dem die Realisierbarkeit von Investitionen in saubere Technologie verbessert und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert werden soll. Einer kürzlich von Point Carbon durchgeführten unabhängigen Studie zufolge liegt das Potenzial des globalen CO2-Marktes in den nächsten Jahren bei 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Am 07-06-2004

VCD Auto-Umweltliste

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat heute in Berlin die neue VCD Auto-Umweltliste vorgestellt. Bereits zum fünfzehnten Mal in Folge bewertete der ökologisch orientierte Verkehrsclub darin über 300 aktuelle Automodelle aus Umweltsicht. Die entscheidenden Kriterien: der verbrauchsabhängige Ausstoß des Treibhausgases CO2 sowie Lärm- und Schadstoffwerte. Der neue Spitzenreiter unter den umweltschonenden Autos ist der Toyota Prius, ein Familienauto mit spritsparendem Hybridantrieb. Auf dem zweiten Platz folgt wie im vergangenen Jahr der Daihatsu Cuore 1.0 Plus, ein kleiner Benziner mit geringem Verbrauch und günstigem Preis. Der Opel Corsa Eco 1.0 Twinport Ecotec Easytronic landet dank intelligenter Antriebstechnik auf Platz drei.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: "Das Ergebnis der diesjährigen VCD Auto-Umweltliste zeigt: Innovation ist möglich * auch in der Umwelttechnik! Mit neuen Antriebsarten wie dem Hybrid, einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor, lassen sich spürbare Fortschritte für die Umwelt erzielen. Vor allem im Stadtverkehr ist der Toyota Prius mit konkurrenzlos niedrigem Verbrauch, Schadstoffausstoß und Lärm unterwegs."

Bei den deutschen Autobauern herrsche Blockadementalität in Sachen Spritspar- und Umwelttechnik vor, so Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. "Die deutschen Hersteller verschlafen den Fortschritt bei der Einführung des Hybridantriebes genauso wie schon beim Rußfilter", kritisiert Lottsiepen. Es ist erstmals seit 1996 kein deutsches Auto mehr auf Platz eins der VCD Auto-Umweltliste gelandet.. Lottsiepen sieht das als Quittung für eine falsche Produktpolitik. Einzig Opel tue sich mit großem Engagement bei der Erdgastechnik und verbrauchsarmen Varianten des Corsa positiv hervor.

Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa will die Hälfte der Kunden Autos mit weniger als fünf Liter Verbrauch. Das deute auf einen großen Absatzmarkt für sparsame Modelle hin, wie sie bei den Benzinern derzeit vor allem japanische Hersteller im Angebot hätten. Der Daihatsu Cuore mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,8 Litern sei bereits für 8.000 Euro zu haben. Ähnlich günstig in Preis und Verbrauch: der Suzuki Alto auf Platz fünf. Auch der Opel Corsa Eco habe mit 4,8 Litern Verbrauch und einem Preis von rund 11.500 Euro gute Werte.

Zwar seien grundsätzlich verbrauchsarme Dieselfahrzeuge geeignete Kandidaten für die Spitzenplätze der VCD Auto-Umweltliste, allerdings nur, wenn sie mit dem gesundheitsschützenden Rußpartikelfilter ausgestattet seien. Denn Dieselruß verursacht Krebs und Erkrankungen der Atemwege sowie des Herz-Kreislaufsystems. Würden die ehemals wegweisenden Drei-Liter-Autos von VW und Audi mit dem Rußfilter ausgestattet, könnten sie wieder ganz vorn in der Liga der umwelt- und klimaschonenden Fahrzeuge mitspielen. Doch statt nachzurüsten, bemühe sich VW-Chef Pischetsrieder auch als Vorsitzender des europäischen Automobilverbandes ACEA, anspruchsvolle Grenzwerte für Dieselruß zu verhindern und die staatliche Förderung des Rußfilters hinauszuzögern.

Aus Sicht des VCD muss oberstes Ziel der Verkehrspolitik sein, den Ausstoß von Treibhausgasen schnell zu senken, um dem drohenden Klimakollaps zu begegnen. Massive Überschwemmungen und Hitzerekorde in den vergangenen beiden Sommern hätten uns die Folgen des Klimawandels eindrücklich vor Augen geführt. Beim Autoverkehr sei ein anspruchsvoller Grenzwert für Kohlendioxid ein probates Mittel für mehr Klimaschutz.

Am 08-06-2004

Mobil ohne Auto am 20. Juni 2004

An den bundesweiten dezentralen Aktionen "Mobil ohne Auto (MoA)" werden sich voraussichtlich auch 2004 wieder rund eine halbe Million Menschen beteiligen. In rund 200 Gemeinden vom Bodensee über Potsdam bis nach Hamburg wird dabei Mobilität in den vielfältigten Aktionen neu erlebt. Baden-Württemberg als beteiligungsstärkstes Bundesland ist mit Aktivitäten in 105 Gemeinden dabei. "Mobil ohne Auto im Oberen Nagoldtal", die erstmals grenzüberspannende Aktion "Natürlich Mobil am Bodensee" und die Sperrung der B 27 am Neckar zwischen Heilbronn und Mosbach sind die drei größten Veranstaltungen im Ländle.

In den drei Ruhrgebietsstädten Duisburg, Dortmund und Hennef werden beim "Großen Rennen" verschiedene Verkehrsteilnehmer gegeneinander antreten, in Karlsruhe gibt es einen Fahrrad-Flickwettbewerb und in Potsdam lädt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zu einem Tag der Fahrgäste.Der seit Anfang der 80-er Jahre Aktionstag des Sommers findet traditionell am 3. Sonntag im Juni statt.

Landauf, landab wird mit "Mobil ohne Auto" für eine menschen- und umweltverträgliche Verkehrspolitik demonstriert. Da der Freizeitverkehr und die zunehmende Sehnsucht nach unzerstörter Ferne immer mehr Autoverkehr hervorruft, steht MoA unter dem Motto: n a h s t a d t f e r n. Die hinter den Aktionen stehenden 12 Umwelt- und Verkehrsverbände fordern den Vorrang für das Gehen und Radfahren sowie den massiven Ausbau von Bus und Bahn in der Verkehrspolitik. Die Streichung neuer Straßenbauprojekte aus dem Bundesverkehrswegeplan würde die Mittel für die Förderung umweltfreundlicher Fortbewegungsarten freimachen.

Aus Gründen der Unfallvermeidung und der Lärm- und Abgasreduzierung sind weiterhin Geschwindigkeitsbegrenzungen von 100 km/h auf Autobahnen sowie 80 km/h auf Bundes- und Landesstraßen einzuführen. "Mobil ohne Auto" will in diesem Jahr insbesondere die Freizeitmöglichkeiten in der Nähe und in der eigenen Stadt wieder ins Bewußtsein bringen und umweltfreundliche Mobilität zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Bus und Bahn zu diesem Zweck und mit Spaß schmackhaft machen. Am darauffolgenden Dienstag, den 22. Juni, schließen sich die Universitäten mit dem Autofreien Hochschultag dem MoA-Tag an.

Im Trägerkreis von "Mobil ohne Auto" konnten in diesem Jahr die Bürgerbahn statt Börsenbahn (BsB), die Naturfreunde Deutschlands und die NaturFreundejugend Deutschlands neu begrüßt werden. Weiterhin beteiligt sind die agu - kirchliche Umweltbeauftragte in der EKD, autofrei leben e.V., die Bundeskoordination Studentischer Ökologiearbeitd BSÖ, BUND, Fußgängerschutzverein FUSS e.V., Grüne Liga, Robin Wood, UMKEHR e.V. und der Verkehrsclub Deutschland VCD. Damit sind 12 Umwelt- und Verkehrsverbände bei MOA vertreten.

Am 17-06-2004

Novelle des Baugesetzbuches

Flächen für Fahrradparkplätze können und sollen künftig in kommunalen Bebauungsplänen vorab festgelegt werden. Das sieht die gerade erfolgte Novellierung des Baugesetzbuchs des Bundes vor. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sieht darin einen großen Schritt in Richtung "Stadt der kurzen Wege", die der Bund im Nationalen Radverkehrsplan als Leitbild verankert hat.

"Die gleiche Vorsorge für Fahrrad- und Autoparkplätze ist überfällig", sagte der ADFC-Bundesvorsitzende Karsten Hübener. "Wer eine moderne, sozial- und umweltverträgliche Nahmobilität auf diese Weise fördert, trägt erheblich zur Verbesserung das Fahrradnutzung im Alltag bei."

Die bisherige Rechtslage nach dem Baugesetzbuch (§ 9) sah es nicht ausdrücklich vor, in Bebauungsplänen Flächen für das Abstellen von Fahrrädern vorzusehen. Flächen für Autoparkplätze hingegen wurden immer vorab eingeplant. Der ADFC fordert Politik und Verwaltung auf, diese Möglichkeiten nun aktiv umzusetzen, und erwartet, dass die veränderte Rechtslage zu einer besseren Berücksichtigung der Interessen des Radverkehrs führt.

Am 24-06-2004

Schutz für Klima und Ureinwohner

Ein wenig Widerwille war schon dabei, als die Staaten der Klimarahmenkonvention auf ihrer gegenwärtigen Zwischenverhandlung in Bonn über die Teilnahme von indigenen Völkern an ihren Konferenzen berieten. Dass die Konvention ein angemessenes Forum für die Probleme indigener Völker darstellt, bezweifeln viele. Dass indigene Völker gegenüber anderen Beobachtergruppen der Konvention Sonderbehandlung beanspruchen dürfen, ebenfalls. Es ist zwar durchaus bekannt, dass sensible Ökosysteme, wie Bergregionen, Küstengebiete oder die Arktis stark unter den Folgen des Klimawandels leiden werden; dass diese Gebiete aber häufig von indigenen Völker bewohnt werden, wird beflissentlich übersehen.

Der Umgang mit ihnen wie mit den anderen Armen dieser Welt, scheint ausreichend zu sein. Dass dabei die Fortexistenz von Völkern mit einer eigener Sprache, Geschichte und Kultur auf dem Spiel steht, ist den wenigsten bewusst. Auch Elemente eines klimabezogenen traditionellen Wissens, das für die Bewältigung des Klimawandels wichtig sein mag, könnte dabei verloren gehen.

Es bedurfte der Intervention des "Ständigen Forums für indigene Angelegenheiten", eines im Jahre 2000 von der UN-Generalversammlung beschlossenen Organs, zur verbesserten Behandlung und Koordination indigener Fragen im System der Vereinten Nationen, um die Frage der Teilnahme der indigenen Völker auf die Tagesordnung der Klimarahmenkonvention zu setzen. Dieses Forum hatte die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe zu Klimawandel und indigene Völker empfohlen. Was die Staaten schließlich vereinbarten, blieb weit dahinter zurück. Dass die Finanzmittel knapp sind und für teure Arbeitsgruppen das Geld fehlt, ist dafür ein wichtiger Grund. Den indigenen Völkern wird empfohlen, sich in die laufenden Diskussionen einzuklinken und alles Wichtige mit ihren Regierungen auszumachen.

Dies mag wenig erscheinen. Wenn man jedoch bedenkt, dass bei den schwierigen Verhandlungen um das Kyoto-Protokoll die Anliegen der indigenen Völker völlig außen vor blieben, ist es ein Erfolg. Die indigenen Völker haben nun gewissermaßen einen Fuss in der Tür der Klimarahmenkonvention und ihre Teilnahme wird spätestens in einem Jahr erneut auf der Tagesordnung stehen.

Am 28-06-2004

Bahn-Gelder zu Straßen

Die Allianz pro Schiene hat sich besorgt über die aktuelle Verkehrspolitik geäußert. Es gibt eine "klare Schieflage" bei Bund und Ländern. Gebaut würden fast nur noch Straßenprojekte. "Der Schienenverkehr droht komplett hinten runter zu fallen", sagte Dirk Flege, Geschäftsführer des Bündnisses aus Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie Gewerkschaften und Bahn-Unternehmen. Anstatt alle vom Bundestag bewilligten Schienenmittel freizugeben, beginne die Bundesregierung bereits damit, Geld aus dem diesjährigen Schienenetat für die Straße umzuwidmen.

Wie die Thüringer Tageszeitung "Freies Wort" berichtet, will der Bund in diesem Jahr z.B. zehn Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant für den Bau der A 71 investieren. Das Geld solle dem Bahnetat entnommen werden.

Beim Schienenverkehr fehle es dagegen am Nötigsten. Die für den Güterverkehr auf der Nord-Süd-Achse extrem wichtige Gleis-Erweiterung zwischen Karlsruhe und Basel könne bei der jetzigen Finanzverteilung zwischen Straße und Schiene nicht termingerecht bis 2014 fertig gestellt werden. Der "Pforzheimer Zeitung" zufolge hat die Deutsche Bahn AG wegen Geldnot mehreren Ingenieurbüros gekündigt, die die Planung der Strecke südlich von Offenburg in Richtung Schweiz fertig stellen sollten. "Während die Schweiz den Sparzwängen der öffentlichen Haushalte zum Trotz mit aller Kraft den Ausbau der Bahnstrecken durch die Alpen vorantreibt, können sich die Deutschen schon auf weiter anschwellende Lkw-Kolonnen einstellen", sagte Flege.

Schuld an diesem "Horrorszenario" für Mensch und Umwelt seien Politiker wie der hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch. Der habe nicht nur das mittlerweile bundesweit in der Umsetzung befindliche "Koch/Steinbrück-Papier" mitverfasst, das sich unter dem Deckmantel des Subventionsabbaus als "Kahlschlagprogramm für den Öffentlichen Verkehr" erwiesen habe. Unter dem Titel "Staufreies Hessen 2015" habe Koch im August vergangenen Jahres zudem ein Projekt gestartet, deren Zwischenergebnisse er am 16. Juli 2004 mit 18 Experten diskutieren will. Die Allianz pro Schiene kritisierte, dass der Platz sparende und Stau vermeidende Öffentliche Verkehr in den Empfehlungen überhaupt keine Rolle spiele. Vielmehr sollen ausschließlich Maßnahmen rund um den Straßenbau ein "staufreies Hessen" schaffen. Flege: "So hirnfrei wird es kein staufrei geben." Wenn sich diese Politik durchsetze, sei "Deutschland auf dem Weg in die Asphaltrepublik".

Der Allianz pro Schiene gehören 17 Mitgliedsverbände aus den Bereichen Umwelt (BUND, NABU), Gewerkschaften (Transnet, GDBA, GDL) und Verbraucherschutz (Pro Bahn, VCD, ACE) sowie 53 Fördermitglieder (Deutsche Bahn, Connex, Bombardier, Siemens, Alstom) an.

Am 06-07-2004

Wirtschaft

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wirft der deutschen Autoindustrie Fehlentscheidungen und Ignoranz vor. Wesentliche Weichenstellungen für eine ökologische und kundenorientierte Produktentwicklung seien vernachlässigt, der Anschluss an international vorbildliche Umweltstandards verschlafen worden. Mit ihrer primären Ausrichtung auf immer schnellere, schwerere und stärker motorisierte Wagen liefen die Hersteller in eine Kostenfalle, die sie selbst zu verantworten hätten. Große deutsche Autokonzerne würden enorme Finanzmittel in Luxuswagen-Abenteuer verschleudern, während die Kunden umweltfreundlichere Autos zunehmend im Ausland orderten.

Der BUND-Verkehrsexperte Dr. Werner Reh befürchtet, dass sich die Autoindustrie von ihrer Selbstverpflichtung zur Flottenverbrauchssenkung verabschiede und die Klimaschutzziele unterlaufe. Ökologische Arroganz zeige zum Beispiel der frühere BMW- und jetzige VW-Chef Bernd Pischetsrieder, wenn er im Spiegel-Interview die Bemühungen anderer Autohersteller um verbrauchssenkende Antriebstechniken als `PR` diffamiert.?

Gerade auf BMW und auf VW kämen hohe Kosten zu, wenn deren Autos künftigen Umweltstandards genügen wollten. Das habe eine kürzlich in den USA vorgestellte Studie des Washingtoner World Resources Institute ergeben. BMW müsse mit Mehrkosten von 649 Dollar, VW mit 195 Dollar pro Auto rechnen. Teurer werde es nur für amerikanische Autokonzerne. Die geringsten Mehrkosten zur Erreichung ökologischer Ziele hätten japanische und französische Hersteller.

Angesichts steigender Benzinpreise und zunehmender Ölverknappung fordert der BUND die deutschen Autohersteller auf, die Blaupausen für Sparautos aus den Schubladen ihrer Ingenieure zu holen und diese Fahrzeuge zu produzieren. Es sei ein Armutszeugnis, dass in den letzten 15 Jahren der durchschnittliche Spritverbrauch deutscher Autos von etwa neun Litern nur um weniger als einen Liter gesunken sei. Die Dieselfahrzeuge aller Hersteller müssten zudem sofort mit serienmäßigen Rußfiltern angeboten werden.

Am 23-08-2004