WHO befürchtet Cholera-Epidemie im Irak

Ohne Wasserversorgung

In der südirakischen Stadt Basra ist die Zahl der Durchfallserkrankungen und Gastroenteritis-Fälle stark gestiegen. Auch pathologische Wassermangel-Fälle häuften sich. Dies berichtet ein permanent in Basra stationiertes Team der Weltgesundheitsorganisation WHO. Verantwortlich seien Hygiene-Probleme. Die WHO befürchtet nun eine Cholera-Epidemie. Klinisch bestätigt wurden bereits sieben Cholera-Fälle, die meisten bei Kleinkindern im Alter zwischen 13 Monaten und vier Jahren. Alle Fälle wurden im Norden der Stadt, nahe des Flughafens, registriert. Darüber hinaus berichten Ärzte berichten auch über Lebensmittelvergiftungen. Diese rührten vorwiegend von Eis, das aus unreinem Wasser und unter schlechten Hygienebedingungen hergestellt werde.

Den Angaben der Ärzte im Tahrir Teaching Hospital zufolge gibt es täglich mehr als 30 Aufnahmen von Patienten mit Durchfallserkrankungen. Da das Zentrallabor allerdings nicht funktioniere und wichtige Reagenzien fehlten beziehungsweise gestohlen worden seien, wäre es unmöglich, medizinische Tests im Krankenhaus durchzuführen. Aus diesem Grund würden die Proben in Kuwait analysiert, um Cholera zu bestätigen. Die Ergebnisse werden demnächst erwartet.

Schuld am Ausbruch sei die beschädigte und unterbrochene Wasserversorgung infolge des Krieges. Seit Beginn des Krieges befürchtete die WHO aufgrund einer Verknappung von reinem Wasser im Süden und dem dadurch bedingten Konsum von verunreinigtem Wasser aus dem Shatt-el-Arab massenhafte Durchfallserkrankungen. Stadtbewohner hätten wochenlang kein fließendes Wasser. Viele konsumierten daher Wasser aus dem Fluss. Hinzu komme, dass viele Wasserleitungen bei den Plünderungen brachen. Mitarbeiter von Krankenhäusern berichten auch über Abwasser- und Abfallprobleme.