Bahnen sollen umweltfreundlicher werden

Zu laut

Zum ersten Mal werden in Deutschland Bahnunternehmen aufgefordert, ihr Umweltengagement zu dokumentieren. Mit dem Wettbewerb "Erster Umweltvergleich im Schienenverkehr" will die Allianz pro Schiene Bahnbetreiber auszeichnen, die sich im Umweltschutz besonders hervortun. Insbesondere bei Lärmemissionen gebe es auch im umweltfreundlichen Schienenverkehr Verbesserungspotenziale. Schon heute bekämpften Anwohner einzelne Ausbaumaßnahmen, weil sie Lärmbelastungen befürchten. Mehr Verkehr auf die Schiene heiße auch mehr Lärm. Um die Akzeptanz bei den Menschen auch in Zukunft zu sichern, müssten die Bahnen leiser werden. "Die Bahnen dürfen sich nicht auf ihrem Umweltbonus ausruhen. Proaktiver Umweltschutz ist unverzichtbare Voraussetzung, sich gegenüber Auto und Flugzeug durchzusetzen", erläuterte der Geschäftsführer des Schienenbündnisses, Dirk Flege.

Der Wettbewerb "Umweltvergleich Schienenverkehr" solle deshalb die Bahnbranche anregen, Handlungsspielräume bei der Lärmbekämpfung und anderen Umweltemissionen zu erkennen und zu nutzen. Die besten Beispiele aus der Praxis werden im Herbst 2004 öffentlich prämiert.

"Wir freuen uns besonders, dass Margareta Wolf, Staatssekretärin´im Umweltministerium, den Vorsitz der Jury übernommen hat", sagte Flege. Die Jury aus Wissenschaftlern und Vertretern von Umweltverbänden werde nicht nur über die Preisträger, sondern auch über das Bewertungssystem entscheiden. "Eine anspruchsvolle Aufgabe, da die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Bahnbetreiber in Deutschland berücksichtigt werden müssen, um allen eine faire Chance zu geben.", so Flege.

Zur Zeit entwickeln die unabhängigen Institute SCI Verkehr und das Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg die Bewertungssystematik für den "Umweltvergleich Schienenverkehr", der vom Bundesumweltministerium gefördert wird. Voraussichtlich ab Beginn des nächsten Jahres können sich die Bahnunternehmen um eine Auszeichnung bewerben. Das Interesse der Betreiber sei bereits jetzt groß, so Flege.