Frieden auf dem Lehrplan in Uganda

Denken "einflößen"

Das Thema Frieden steht neuerdings auf dem Lehrplan in Uganda. Der Unterricht basiert offenbar auf Lehrmaterialien, die das christliche Hilfswerk World Vision gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt und der ugandischen Regierung entwickelt hat. In Nord-Uganda wütet seit fast zwei Jahrzehnten ein Bürgerkrieg, bei dem laut Unicef bisher rund 25.000 Kinder von der Lord’s Resistance Army (LRA) entführt, zu Soldaten ausgebildet und zum Töten gezwungen worden sein sollen.

"Frieden ist nicht die Abwesenheit von Konflikten, sondern setzt voraus, dass Menschen die Fähigkeit entwickeln, Konflikte auf friedliche Weise zu lösen", meint Ekkehard Forberg von World Vision. Durch die Integration von Friedenserziehung in die nationalen Lehrpläne werde die Fähigkeit von Lehrern, Schülern und Dorfgemeinschaften zur gewaltfreien Lösung von Streitigkeiten verbessert. Langfristig müsse es darum gehen, die vorherrschende Strategie gewaltsamer Problemlösung durch eine Kultur des Friedens zu ersetzen.

Forberg setzt sich seit Jahren, auch in Uganda, für friedliche Konfliktlösungen ein. 2002 wurde er selbst Opfer eines bewaffneten Konfliktes, als er im Südsudan von Rebellen entführt und eine Woche lang gefangen gehalten wurde.

Der deutsche Botschafter in Uganda, Dr. Alexnader Mühlen, hob aus Anlass der Vorstellung eines neuen Handbuches mit Lehrübungen zur Friedenserziehung die Wichtigkeit der Förderung ziviler Konfliktbearbeitung hervor. Zugleich ermunterte er ugandische Lehrer, die neuen Schulmaterialien reichlich zu nutzen, um den Kindern den Frieden in ihr Denken und Leben "einzuflößen".