160 Milliarden Subventionen für Kohle, Gas, Öl und Atomkraft?

Studie

Nach einer Studie staatliche dänische Institut für Umweltbewertung fließen vier Fünftel der weltweit jährlich 200 Milliarden Euro Subventionen in die Energieträger Kohle, Gas, Öl und Atomkraft - über direkte Leistungen, Steuervergünstigungen, Konzessionen und Handelshindernisse. Vor diesem Hintergrund könne der Streit um die Förderung erneuerbarer Energien als "nur oberflächlich" angesehen werden, schreibt die Berliner tageszeitung (taz). Die Subventionen für die fossile und atomare Energiegewinnung verzögern nach Auffassung der Autoren der Studie die Einführung neuer Technologien und von Energiesparmaßnahmen. Zudem hielten sie den Energieverbrauch und damit die Luftverschmutzung mit allen Konsequenzen künstlich hoch.

Würden alle Länder ihre Fördergelder für fossile Brennstoffe streichen, dann könnte nach Auffassung der Autoren der Studie der globale Ausstoß von Kohlendioxid um mehr als 20 Prozent gesenkt werden, schreibt die tageszeitung.

In der Untersuchung werden auch die Subventionen für für die Land- und Forstwirtschaft, die Fischerei, und für den Transportsektor mit jährlich rund 600 Milliarden Euro kritisiert. Zwei Drittel davon seien direkt schädlich - für die Volkswirtschaften wie für die Umwelt.

Der staatliche Geldregen sei ökologisch eher schädlich als sozial nützlich, meinen die Autoren der Studie: 40 Prozent der globalen Subventionen landeten in der Landwirtschaft. Würden die USA, EU, Japan und Südkorea hier tatsächlich Ernst machen mit dem Abbau machen, könnte die Senkung der Umweltbelastung durch weniger Pestizid- und Düngerverbrauch die sozialen Folgekosten volkswirtschaftlich ausgleichen, die mit der Kompensation der Betroffenen verbunden wären.

Nicht übersehen werden dürfe nach Ansicht der dänischen Wissenschaftler allerdings, dass ein massiver Subventionsabbau etwa in der Landwirtschaft sehr komplexe Auswirkungen hätte: So müssten viele Produkte über weitere Strecken transportiert werden. Zugleich seien ganze Bevölkerungskreise längst abhängig von den Zuschüssen. "Ein Abbau über Nacht würde zu katastrophalen sozialen Konsequenzen führen", befürchten die Autoren der Studie denn auch. Die politische Herausforderung sei, die Subventionspraxis schrittweise umzustellen und "sozial abzufedern".