Super-Nanny | Schluss mit Schrott-TV

<<Wunderliche Welten>>

Sie geht! Nach sieben Jahren stellt RTL die Pseudo-Hilfsshow: „Die Super-Nanny“ ein. Na endlich! „Sie kann Kinder nicht mehr leiden sehen“, hat sie der Bildzeitung gesagt. War es nicht eher so, dass die Zuschauer nicht mehr leidend hinsehen konnten? Eine Stunde Kinder ansehen, die Schimpfwörter durch die Gegend schleudern und ihre Mutter treten. Brüllen, weil sie ins Bett müssen und rumspucken, weil sie das Zimmer aufräumen sollten und alles, was Frau Super-Nanny dazu einfiel war die „Stille-Treppe“. Geht’s noch?

Super-Nanny Katja Saalfrank auf der Stillen-Treppe

Bei Kindern läuft die Erziehung ein bisschen anders als bei Männern. Da kommt man mit einem: “Was glaubst du, was der Kevin jetzt fühlt, nachdem du ihm den Stein an den Kopf geklopft hast?“ ,nicht sehr weit. Fragestellungen und Diskussionen sind bei Kindern eh schlecht, davon schien die Super-Nanny noch nie was gehört zu haben. Bei Männern ignoriert man das unerwünschte Verhalten. Stichwort: Dominanz durch Ignoranz. Kinder brauchen Grenzen und klare Ansagen und keine Kuschelpädagogik.

Damit ist ja nun zum Glück Schluss!

Am sprichwörtlichen Ende der Sendung waren eh nur noch Fälle zu sehen, die unweigerlich ins Kinderheim geführt haben. Ich möchte nicht wissen, wie viele Kinder und Familien nach dem Besuch der Super-Nanny und RTL erst mal eine Langzeittherapie brauchten. Außerdem einen Umzugswagen und eine neue Identität. Von denen konnte sich doch keiner mehr auf die Straße trauen.

Danke liebe Super-Nanny, für sieben Jahre Schrott-TV, falsche Tipps und Familienzerstörung und nun bleib mal eine Weile auf der Treppe und denke darüber nach, wie sich die Menschen wohl gefühlt haben, denen du den Mist angetan hast.

Ach, und wenn du grade auf dem Weg bist. Nimm doch den Peter, den Zwegat gleich mit, der geht den Leuten mit seiner verbissenen Klugscheißerei auch schon lange genug auf den Nerv. Außerdem fängt der zunehmend mit Beziehungsberatung an und das macht er gar nicht gut.

Ich weiß, wovon ich rede. TschÖ mit Ö

Michaela Röder