Radfahren in Hamburg | Freie Fahrt fürs Rad

Alter Elbtunnel - Sanierung strecken und freie Fahrt für den Radverkehr

Der Elbtunnels wird nicht fertig. Radfairen in der Hansestadt Hamburg nur eingeschränkt möglich.Der Senat bekommt die Kosten bei der Sanierung des Alten Elbtunnels nicht in den Griff. Die Grünen fordern, die Sanierung zu strecken, damit die Kosten nicht wichtige Infrastrukturmaßnahmen im Hafen gefährden. Die Überlegungen für eine Fahrradfahrer-Maut lehnen die Grünen ab. Da diese Elbquerung als Teil der Veloroute 11 vor allem für den Radverkehr wichtig ist, könnte die befahrbare Röhre für den Autoverkehr gesperrt werden.

Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, erklärt: „Der Alte Elbtunnel könnte trotz Sanierung ein hervorragende Verbindung für den Radverkehr sein, würde er nicht aus reinen Nostalgiegründen für den Autoverkehr offengehalten. Denn dadurch begründet sich die wechselnde Einbahnstraßenregelung, die jeweils den Hauptstrom des Radverkehrs zum Schieben zwingt. Dazu kommt, dass die Sanierung ein endloses Projekt der HPA zu sein scheint, denn konkrete Zeitziele, wann wieder beide Röhren befahrbar sind, liegen nicht vor. Dass bedeutet für den Radverkehr unabsehbare große Einschränkungen und Fahrtzeitverlängerungen. Für den Autoverkehr spielt diese Elbverbindung dagegen nur eine Nebenrolle. Wir schlagen daher vor, während der Sanierungsarbeiten den Tunnel für den Autoverkehr komplett zu sperren und die offene Röhre für Räder in beide Richtungen freizugeben.“

Dr. Anjes Tjarks, hafenpolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, erklärt: „Der Senat bekommt die Sanierung des Alten Elbtunnels nicht in den Griff. Alle Maßnahmen, die im September 2012 zur Kostenstabilität ergriffen wurden, haben sich als wirkungslos erwiesen. Mehrkosten von 16,5 Millionen Euro in anderthalb Jahren sind niemandem mehr vermittelbar. Man gewinnt den Eindruck, dass die zuständige Behörde keinerlei Überblick über das Projekt hat. Der Senat muss jetzt prüfen, ob und wie die Sanierung gestreckt oder geschoben werden kann, um keine weitere Finanzierungskonkurrenz zu dringend notwendigen Infrastrukturmaßnahmen im Hafen zu schaffen. Ein solcher Schritt bleibt unbefriedigend. Aber angesichts der unkalkulierbaren finanziellen Risiken ist dies die einzig praktikable Lösung.“

Hintergrund

Der St.-Pauli-Elbtunnel wird seit 1995 schrittweise saniert. Aktuell laufen in der Oströhre Sanierungsarbeiten, die frühestens 2017 abgeschlossen sein sollen. Danach steht die Sanierung der Weströhre an, deren Bauphase noch nicht näher kalkuliert ist. Im vergangenen Jahr nutzten fast 121.000 Autos sowie 1,2 Millionen Radfahrer und Fußgänger den Tunnel. Die Querung ist Teil der Veloroute 11 vom Hamburger Rathaus bis nach Harburg. Durch die Sanierungsarbeiten ist der Tunnel für den Radverkehr nur eingeschränkt nutzbar, da nur eine Röhre befahrbar ist, die mit einer richtungswechselnden Einbahnstraßenregelung versehen ist. Von 5:30 bis 13:00 Uhr ist die Fahrtrichtung nach Süden, von 13:00 bis 20:00 Uhr nach Norden. Radfahrerinnen und Radfahrer, die in entgegengesetzter Richtung unterwegs sind, müssen schieben. Davon ist jeweils der Hauptanteil der Radelnden betroffen, da diese Verbindung vor allem Wilhelmsburger und Wilhelmsburgerinnen nutzen, die in der Innenstadt arbeiten, also entgegen der angeordneten Fahrtrichtung morgens in die Stadt rein und abends wieder Richtung Süden möchten.

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Fahrradsternfahrt am 15. Juni

Hamburg soll Fahrradstadt werden, das verlangen viele und gehen dafür auf die StraßeAm Sonntag steigen mehr als 10.000 Menschen aus Hamburg und Umgebung zur Fahrradsternfahrt auf ihre Räder. Auch der grüne Verkehrspolitiker Till Steffen radelt mit. Seine Forderung: Der Senat muss die Radverkehrspolitik zur Priorität Nummer 1 machen. Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, erklärt: „Hamburg hat gute Möglichkeiten, eine echte Radfahrer-Stadt zu werden. Für viele Menschen sind gute Radrouten einer der wichtigsten Wünsche an die Politik. Die Unzufriedenheit mit der Verkehrssituation ist überall in der Stadt groß, Baustellenchaos, Stau und Holperradwege sorgen für Frust und Ärger. Ein wichtiger Schritt dies zu ändern, ist der Aus- und Neubau von Velorouten und Fahrradstreifen, welche der Senat derzeit bei der Sanierung vieler Straßen nicht berücksichtigt. Wir brauchen in Hamburg ein fahrradfreundliches Verkehrsnetz, damit wir den Anteil des Radverkehrs in Hamburg deutlich steigern. Der Senat muss den hohen Stellenwert des Fahrrads endlich erkennen und in der Verkehrsplanung berücksichtigen.

Die Fahrradsternfahrt ist ein Höhepunkt der Radfahrsaison. Sie zeigt jedes Jahr, wie wichtig das Fahrrad für viele Bürgerinnen und Bürger ist. Das Fahrrad ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, sondern für viele Menschen ein Freizeitgerät mit Spaßfaktor und ein Statement gegen den Autostau. Dies ist ein deutliches Zeichen an die Politik in Hamburg. Es ist überfällig, den Radverkehr zu stärken.“

Hintergrund Am 15.06.2014 radeln in Hamburg voraussichtlich mehr als 10.000 Menschen bei der Fahrradsternfahrt mit, welche seit 1995 jährlich in Hamburg stattfindet. Wie jedes Jahr steht sie im Zeichen des bundesweiten Aktionstages „Mobil ohne Auto“. Viele Streckenabschnitte werden während der Fahrradsternfahrt für den Autoverkehr gesperrt sein. Till Steffen startet am 15. Juni um 12.15 Uhr am U-Bahnhof Osterstraße. Bei der Abschlusskundgebung am Ziel wird er auch zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprechen.

Weitere Infos: www.fahrradsternfahrt.info/index.php

Am 13. Jun. 2014 unter: welt-online

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Steffen: „Noch ein enttäuschender Plan aus der Horch-Behörde“

Grüne fordern Radstreifen an der Außenalster. Nur so wird es zum echten Bike-ErlebnisDas heute vorgestellte Fahrradkonzept an der Alster enttäuscht auf ganzer Linie. Es wird nur dort der Radverkehr bevorzugt, wo es nicht weh tut. An den Engpass der Straße „An der Alster“ traut sich Senator Horch nicht ran. Dabei wäre mit der Umwidmung einer Fahrspur für den Radverkehr das Problem gelöst. Den Grünen Vorschlag für einen echten Rundkurs um die Außenalster hatte die SPD 2011 abgelehnt. Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, erklärt: „Der heute vorgestellte Plan ist ein lächerlich kleiner Wurf. Echte Radverkehrsförderung – wie etwa in Kopenhagen – räumt Rädern Vorfahrt ein und schafft breite Radrouten. Knackpunkt ist der Umgang mit dem Radverkehr an der vierspurigen Straße ‚An der Alster‘. Wäre die Horch-Behörde konsequent, würde sie hier eine Fahrspur dem Radverkehr zuschlagen. Die Beeinträchtigungen für den Autoverkehr wären minimal, der Gewinn für den Radverkehr dagegen wäre enorm. Denn: Der Autoverkehr in der Stadt geht messbar zurück. Wir hatten bereits 2011 einen echten Rundkurs um die Alster gefordert, die SPD hatte den Antrag abgelehnt und greift ihn jetzt in einer Miniminimalversion wieder auf.

Was der Senat jetzt als demonstratives Projekt verkauft, ist auf ganzer Linie enttäuschend. Es gibt weder einen Zeitplan, noch ist die Frage der Finanzierung geklärt. Mit der Einrichtung von Fahrradstraßen behält der Autoverkehr genauso viele Spuren wie bisher – an teilweise sehr wenig befahrenen Straßen. Der jetzige Plan ist zwar besser als der bisherige SPD-Stillstand, dies reicht aber nicht, um Hamburg zu einer Fahrradstadt zu machen.“

Hintergrund Im August 2011 forderte die Grüne Bürgerschaftsfraktion (siehe Anhang), dass der Senat mit den Bezirken ein Konzept erarbeite, welches aufzeigt, wie an den Sommerwochenenden komplette Rundwege um die Außenalster führen können. Dort sollten – sicher voneinander getrennt - temporeiche Sportarten ebenso möglich sein wie gemütliches Flanieren. Insbesondere die Straße An der Alster wurde in dem Antrag für eine Umverteilung der Verkehrsflächen vorgeschlagen, da hier die Autofahrer Spurverlegungen mit Hütchen in der Rushhour bereits gewohnt sind. Die SPD ließ sich aber damals nicht überzeugen. Nicht einmal im Verkehrsausschuss wollte sie über die Idee reden und hat den Antrag sang- und klanglos versenkt.

Mit der Konzentration auf die Außenalster verpasst der Senat die Chance, die Alster als ganzes aufzuwerten und Außen und Binnenalster wieder anzunähern. Denn wenn der Senat sich schon um die Aufenthaltsqualität und Passierbarkeit der Alster kümmert, sollte er auch den Ballindamm an der Innenalster neu betrachten und zum Ballinufer ausbauen. Diese Straße wird ihrer Lage und ihrem Potential bei Weitem nicht gerecht – in der Innenstadt, nahe am Wasser, aber verkehrsumbraust. Hier könnte der Verkehr deutlich eingeschränkt und den Menschen wieder Aufenthaltsfläche mit Qualität zurückgegeben und das Ballinufer zur Flaniermeile werden. Wir haben diesen Vorschlag im März dieses Jahres eingebracht. Die SPD hatte ihn abgelehnt.

Am 10. Jul. 2014 unter: welt-online

...und weg!

Die Sommerferien stehen vor der Tür und damit die beste Zeit für Fahrradfahrer. Doch heiß laufen sich nicht nur die Radfahrer selber, sondern ebenso unerwünschte „Trittbrettfahrer“: Die Fahrraddiebe. Für sie beginnt jetzt die wichtigste Zeit des Jahres:

Fast ein Viertel aller Fahrraddiebstähle entfallen auf nur zwei Sommermonate - Juni und Juli. Im Jahr 2015 waren es insgesamt 335.174 gestohlene Fahrräder. Alleine 233.444 davon entfallen auf die 160 größten deutschen Städte und Landkreise. Grund genug für das Verbraucherportal für Preisvergleiche, billiger.de (2,98 Mio. Nutzer lt. AGOF 02/2016), sich die Szene in einer Städte-Studie näher anzuschauen. Auffallend: Die dürftige Aufklärungsquote. Sie liegt im Schnitt bei gerade einmal dünnen 9,1%. Das bedeutet: 9 von 10 gestohlenen Fahrrädern bleiben verschwunden.

Dabei ist Fahrraddiebstahl kein Bagatell-Delikt und für die Täter äußerst einträglich: Denn der Schaden wird pro Jahr auf 160 Millionen Euro geschätzt. Geld, das die Diebe zum Großteil als Umsatz für sich verbuchen können. Denn Tausende der Räder werden auf dem Schwarzmarkt oder dreist über den normalen Fahrradhandel weiterverkauft – oft in anderen Städten oder Ländern, damit es nicht so auffällt.

Ob Potsdam, Lübeck, Freiburg oder Münster – das Geschäft mit gestohlenen Fahrrädern läuft gut Ganz oben im Straftaten-Ranking findet sich Münster mit 1.719 gestohlenen Rädern pro 100.000 Einwohner (absolut: 5.193, plus 670 gegenüber 2014). Immerhin belegt Sachsen-Anhalts Magdeburg deutschlandweit den zweiten Platz der Klau-Hochburgen. So wurden hier 1.514 „Bikes“ je 100.000 Einwohner von Langfingern und organisierten Banden entwendet – so viele wie fast nirgends in Deutschland. Absolut entspricht dies 3.517 entwendeten Rädern. Cottbus belegt den dritten Rang mit 1.502 Diebstählen je 100.000 Einwohner (1.494 absolut). Ebenfalls bei Diebstahls-Hochburgen vorn dabei ist wieder eine ostdeutsche Stadt: Halle an der Saale (1.445 Delikte je 100.000 Einwohner, gesamt Fahrräder: 3.359).

Es folgen Emden (1.376 Delikte je 100.000 Einwohner), Potsdam (1.341 Delikte je 100.000 Einwohner), Landshut (1.308 Delikte je 100.000 EW), Dessau-Roßlau (1.294 Delikte je 100.000 EW), Kiel (1.286 Delikte je 100.000 EW), Oldenburg, Leipzig, Göttingen, Bremen, Delmenhorst, Regensburg, Braunschweig, Bremerhaven, Hamburg, Wilhelmshaven, Aachen, Neumünster, Lübeck, Berlin, Freiburg (Breisgau), Hannover, Speyer, Osnabrück, Bonn und Karlsruhe.

Am 08. Jul. 2016 unter: nachrichten

Mobil ohne Auto am 16.Juni

Anläßlich des freiwilligen autofreien "Mobil ohne Auto" - Tages findet eine Fahrradsternfahrt durch Hamburg statt. Die einzelnen Touren vereinigen sich und fahren dann gemeinsam zur Stresemannstraße. Dort findet die Abschlusskundgebung statt.

Startpunkte sind am 16.6.2002, jeweils um 13 Uhr:

-Hamburg-Farmsen, Karlshöhe 60, vor dem Umweltzentrum

-Hamburg-Klein-Flottbek, S-Bahnhof

-Hamburg-Harburg, Harburger Rathausplatz

Am 10. Jun. 2002 unter: nachrichten

Presseerklärung der Grünen Bürgerschaftsfraktion

Radfahren wird in Deutschland immer beliebter. Die Alster bietet viel, besuchen Sie sie.Die Außenalster ist Hamburgs Naherholungsgebiet Nummer eins in der Innenstadt. An schönen Tagen teilen sich Hunderte von Menschen die schmalen Wegen entlang der Alster: joggend, spazierend oder mit Rad. Die Grünen fordern nun erneut, an Wochenenden und in den Sommermonaten eine Fahrbahn für den Autoverkehr zu sperren. So kann ein attraktiver Rundweg um die Außenalster entstehen.

Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, sagt dazu: „Die Außenalster ist ein beliebter Ort in Hamburg, um spazieren zu gehen, Sport zu machen, oder einfach die Seele baumeln zu lassen. Aber gerade an den Wochenenden ist die Drängelei an der Alster groß. Skater, Jogger, Familien, Verliebte und Senioren müssen sich die schmalen Wege am Ufer teilen. Der Autoverkehr hat dagegen mehr als genug Platz, zudem nimmt die PKW-Menge in der Innenstadt ab. Es ist an der Zeit, dass wir die Platzverhältnisse ändern und den Menschen an der Alster mehr Raum geben.“

An der Außenalster wurde im vergangenen Jahr mit über 10.000 Radfahrenden ein neuer Spitzenwert gemessen, in diesem Jahr ist eine weitere Steigerung zu erwarten. Die Grüne Bürgerschaftsfraktion macht daher erneut den Vorschlag, in der Straße „An der Alster“ an Wochenenden und in der Sommerzeit eine Fahrspur für den Radverkehr zu öffnen, die auch für Skater und andere nicht motorisierte Fortbewegungsmittel zur Verfügung steht. Der Senat und die drei Außenalster-Bezirke sollen gemeinsam ein Konzept entwickeln, wie der Aufenthaltsraum um die Außenalster für den Fuß- und Radverkehr attraktiver gestaltet werden kann.

Steffen weiter: „An der Alster sind Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr an der Tagesordnung. Mit einer Neuverteilung des vorhandenen Platzes bieten wir eine pragmatische Lösung, die die Bedürfnisse des Menschen ins Zentrum stellt. Gerade an den Wochenenden in der Schönwetterperiode wäre eine solche Umgestaltung den Versuch wert. Paris, San Francisco und Arhus haben bereits gute Erfahrungen mit dem Rückbau von großen Straßen zugunsten des Rad- und Fußverkehrs gemacht. Auch Hamburg wird von einer neuen Denkweise in Sachen Flächenverteilung nur profitieren.“

Hintergrund

Die Grüne Bürgerschaftsfraktion bringt zur kommenden Bürgerschaft einen Antrag ein, der Außen- und Binnenalster wieder den Menschen zugänglich machen möchte. So soll – parallel zur Umgestaltung der Außenalster – der Ballindamm zum Ballinufer umgebaut werden. Letztendlich sollen so beide Gewässer inklusive ihrer Wege wieder als Einheit verknüpft werden.

Am 14. Mär. 2014 unter: gesundheit

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Steffen: „Hamburg zur Fahrradstadt machen“

Hamburg hatte sich auf Grünes Betreiben zum Ziel gemacht, den Anteil des Radverkehrs bis 2015 auf 18 Prozent zu steigern. Die SPD hat diese Marke 2011 als eine der ersten Amtshandlungen verwässert – indem sie das Zieldatum strich. Die Grünen formulieren nun ein neues Ziel: Der Radverkehrsanteil soll bis spätestens 2025 auf 25 Prozent am Gesamtverkehr steigen. Dr. Till Steffen, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, sagt dazu: „Wenn jede vierte Strecke mit dem Rad zurückgelegt wird, wäre das ein sehr großer Beitrag zur Stauvermeidung, für Klima, Umwelt und Lebensqualität in unserer Stadt. Für Hamburg, wo der Radverkehr 2008 bei zwölf Prozent lag, ist das ein ambitioniertes Ziel, das allerdings erreicht werden kann – wenn die Marschrichtung und der Durchsetzungswillen stimmen.

Hamburg hat viel Potenzial, eine Fahrradstadt zu werden. Die Menschen wollen das. Jetzt sind die Politik und die Verkehrsplaner am Zug. Sie müssen sich das ambitionierte Ziel setzen, Hamburg zu einer echten Fahrradstadt zu machen. Vieles können wir uns dabei von der dänischen Hauptstadt Kopenhagen abschauen, die binnen eines Jahrzehnts zu einer echten Fahrradmetropole geworden ist. Dazu wollen wir die Förderung des Radverkehrs in Hamburg zu einem Investitionsschwerpunkt machen. Die Politik muss das Rad Verkehrsmittel gleichrangig mit Auto, Bus und Bahn behandeln – und entsprechend fördern. Kopenhagen zeigt auch: Eine andere Verkehrspolitik ist ein Schlüssel dafür, die Flächen in der Stadt anders zu nutzen und mehr Platz für Bewegung und Begegnung, für Kultur und für spielende Kinder zu schaffen.

Damit der Radverkehr flüssig rollt, müssen wir ihm an vielen Stellen Vorfahrt einräumen. Das geht zum Beispiel auf den Velorouten, die schnell und konsequent ausgebaut werden müssen. Vorfahrt bedeutet, dass auf Velorouten und Fahrradstraßen der querende Verkehr an der Radroute warten oder an Ampeln per Kontaktschleife grün anfordern muss. Deutlich flüssiger würde der Radverkehr rollen, wenn es mehr Radstreifen auf den Straße gäbe – diese sind außerdem erwiesenermaßen sicherer als Radwege am Fußweg.

Am Beginn der Wahlperiode war der Radverkehr für die SPD kein Thema und in der Regierungserklärung des Bürgermeisters fand sich nur ein Halbsatz dazu. Viel Zeit und Geld wurde durch das unsinnige Busbeschleunigungsprogramm verschleudert. Wir kritisieren, dass die SPD das Thema viel zu spät aufgreift. Sie kündigt jetzt ein paar nett klingende Maßnahmen an und greift dabei oft auf unsere Konzepte zurück. Das Problem dabei ist aber, dass sie diese nur halbherzig aufnimmt und dann auch nur eine Umsetzung ankündigt. Der Wahlkampf lässt grüßen. Ein richtiges Problem ist auch, dass die SPD sich an die Knackpunkte nicht heranwagt. Sie traut sich beispielsweise nicht, dem Autoverkehr an sinnvollen Stellen einige Parkplätze oder eine Fahrspur wegzunehmen. Es gibt viele Stellen in der Stadt, wo dies ohne Probleme und Beeinträchtigungen möglich wäre.“

Foto: Klaus-Dieter Neumann - https://www.facebook.com/policeman.neumann/

Am 28. Jul. 2014 unter: welt-online