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unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Berlin: Internationales Literaturfestival eröffnet

Berlin

Ein Festival bringt die Literaturen der Welt in die deutsche Hauptstadt. Zum Auftakt des ersten Internationalen Literaturfestivals Berlin las am Donnerstagabend die südafrikanische Literaturnobelpreisträgerin Nadine Gordimer. Bis zum 24. Juni führt das Literaturfest Autoren aus Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien zusammen. Weltoffenheit und Toleranz der Gastgeberstadt sollten auf diese Weise unterstrichen werden, sagte Festivalleiter Ulrich Schreiber zur Eröffnung.

Die Programmteile "Literaturen der Welt", "Kaleidoskop" und "Internationale Kinder- und Jugendliteraturen" wurden von Jurys mit Mitgliedern aus allen Kontinenten zusammengestellt. So habe das Publikum die Möglichkeit, einen Eindruck von der "Polyphonie der Weltliteratur" zu gewinnen, sagte Schreiber. Die Autoren könnten Kontakte zu Kollegen anderer Sprache und Herkunft knüpfen.

Der Präsident des Internationalen PEN, Homero Aridjis, sagte zum Festivalauftakt, es sei eine "großartige Idee", zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein literarisches Forum einzuberufen, in dem die "Freude der Sprache" einen Ort haben werde. Zugleich kritisierte der mexikanische Autor den aktuellen Buchmarkt. Dieser globalisiere die "Literatur light", "die schrottreife Abfall-Literatur, und verdrängt und vertreibt die Bücher echter Qualität", sagte Aridjis. Deshalb sei es dringend erforderlich, dass unabhängige Schriftsteller ihre Stimme erheben, um die Sprache vor der Globalisierung der Kultur zu schützen, "denn Sprache ist die geistige Heimat des Menschen". Aridjis fügte hinzu, Poesie werde stets ein geistiges Abenteuer und ein Begegnungspunkt der Menschen sein, "jenseits der Sprachen und Epochen".

Den anschließenden Eröffnungsvortrag zum Thema "Wettervorhersage für Utopia und Umgebung" hielt der amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Charles Simic.

Festivalorte sind neben den Sophiensälen in Berlin-Mitte auch Theater und Kinos, Literaturhäuser, Bibliotheken, das Kulturkaufhaus Dussmann, Goethe-Institut, Botschaften, Kultureinrichtungen, Banken, Hotels, Cafés und Restaurants. Im Mittelpunkt stehen Poesie- und Prosalesungen. Dabei werden Übersetzer den Zuhörern den Zugang zu den fremdsprachigen Literaturen erleichtern. Mit dabei sind unter anderen Tahar Ben Jelloun, Lars Gustafsson, Klaus Kordon, Günter Kunert und Antonio Tabucchi. Zum Filmprogramm werden Autoren erwartet, die über ihre verfilmten Werke sprechen, so Antonio Skarmeta ("Der Postmann") und Ulrich Plenzdorf ("Die Legende von Paul und Paula"). Am Abschlusstag (24. Juni) gibt es ab 11.00 Uhr ein großes Abschlussfest im Berliner Ensemble.

Tausende von Plakaten, auf denen 33 unterschiedliche Gedichte abgedruckt sind, stimmen Berlin seit Tagen auf das Festival ein. Begleitend ist ein Katalog (Verlag Vorwerk8, 59,80 Mark) erschienen, der rund 80 der teilnehmenden Autoren aus 50 Ländern vorstellt. Am Freitag wird zudem eine Berliner Anthologie herauskommen. Für diesen Sammelband unter dem Titel "Die Welt über dem Wasserspiegel" haben 33 Autoren aus Europa, den USA, Australien und Neuseeland, aus Japan, China, Lateinamerika und Afrika je drei Gedichte ausgesucht, die einen Blick auf Berlin richten. Diese Auswahl (Alexander Verlag, 29,90 Mark) hat Joachim Sartorius, Leiter der Berliner Festspiele und selbst Lyriker, mit einem Geleitwort versehen.

Karten kosten für Literaturen der Welt (pro Abend) 18, ermäßigt 12 Mark, für Kinder- und Jugendliteratur je Veranstaltung 5 Mark, Schulkassen zahlen 80 Mark, für Kinder bis sechs Jahre ist der Eintritt frei. Tickets sind in den Sophiensälen und in den jeweiligen Institutionen erhältlich.

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