Nach den Terroranschlägen in den USA
Droht Weltwirtschaftskrise?
Das Bundesfinanzministerium (BMF) schließt gravierende Auswirkungen der Terroranschläge in den USA auf die Weltwirtschaft nicht aus. "In jedem Fall ist mit Gefährdungen zu rechnen", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin, Barbara Hendricks, am Mittwoch in Berlin der Wirtschaftsnachrichtenagentur vwd. Erste Auswirkungen hätten sich ja am Dienstag bereits an den Börsen und in den steigenden Ölpreisen gezeigt. Steigende Energiepreise hätten naturgemäß Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt.
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) äußerte sich zurückhaltender. Man wolle derzeit keine Aussagen zu Auswirkungen der Terroranschläge machen. Man wisse noch zu wenig und warte auf weitere Fakten, sagte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. An Spekulationen über die Auswirkungen wolle man sich deswegen nicht beteiligen.
Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) rechnet nach den Anschlägen in Amerika nicht mit einer Weltwirtschaftskrise. "Nach den Erklärungen der OPEC, den Ölpreis zwischen 22 und 27 Dollar zu stabilisieren und der aktuellen Entwicklung des Ölpreises besteht die Hoffnung, dass die konjunkturelle Entwicklung keinen Schock erhalten wird", sagte Eichel am Mittwoch in Berlin nach einer Sondersitzung des Bundestags zu den Anschlägen in den USA. Möglichen Reaktionen wie einer Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) erteilte der Finanzminister eine Absage. "Es ist ein furchtbares Ereignis, aber gerade deswegen dürfen wir nicht einer kleineren oder größeren Gruppe von Verrückten, die der Zivilisation den Krieg erklärt, erlauben, unsere Handlungen zu bestimmen," betonte Eichel. Er betonte, die US-Partner unterstützten ausdrücklich, dass die europäischen Börsen den Handel ohne US-Papiere wieder eröffnet hätten.
Bundesbankpräsident Ernst Welteke bezeichnete es als Aufgabe der Zentralbanken, gemeinsam für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Weltfinanzmärkte zu sorgen. "Ich kann heute Morgen bestätigen, dass die Geld- und Finanzmärkte sowie alle Abwicklungs- und Zahlungsverkehrssysteme reibungslos funktionieren", sagte er in Frankfurt am Main. Zugleich bekräftigte er die "Bereitschaft des Eurosystems und der Deutschen Bundesbank", das Funktionieren der Märkte zu unterstützen und nötigenfalls die erforderliche Liquidität bereitzustellen.
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Am 12. Sep. 2001 unter:
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