headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Droht Weltwirtschaftskrise?

Nach den Terroranschlägen in den USA

Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) warnt vor einer möglichen Weltwirtschaftskrise wegen der Terroranschläge vom Dienstag in den USA. Wenn der Rohölpreis nach dem erfolgten "panikartigen" Preisausschlag nachhaltig über 30 US-Dollar verharre, nehme das Risiko einer weltweiten Rezession "ohne Zweifel erheblich zu", teilte die Bank am Mittwoch in Düsseldorf mit. In einem solchen Fall gehe erneut viel Kaufkraft der Haushalte verloren. Eine weitere Belastung für die "ohnehin labile" Weltwirtschaft droht nach Einschätzung der WestLB mit einer möglichen Verschärfung der Krise an den Aktienmärkten. Je länger die Talfahrt anhalte und je tiefer sie werde, desto mehr Vermögen gehe verloren und führe damit zu weiteren Einschränkungen der Privatausgaben vor allem in den USA. Wenn diese letzte Stütze der US-Konjunktur aber wegbreche, ziehe das die gesamte Weltwirtschaft in den Abwärtsstrudel.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) schließt gravierende Auswirkungen der Terroranschläge in den USA auf die Weltwirtschaft nicht aus. "In jedem Fall ist mit Gefährdungen zu rechnen", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin, Barbara Hendricks, am Mittwoch in Berlin der Wirtschaftsnachrichtenagentur vwd. Erste Auswirkungen hätten sich ja am Dienstag bereits an den Börsen und in den steigenden Ölpreisen gezeigt. Steigende Energiepreise hätten naturgemäß Auswirkungen auf die Wirtschaft insgesamt.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) äußerte sich zurückhaltender. Man wolle derzeit keine Aussagen zu Auswirkungen der Terroranschläge machen. Man wisse noch zu wenig und warte auf weitere Fakten, sagte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. An Spekulationen über die Auswirkungen wolle man sich deswegen nicht beteiligen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) rechnet nach den Anschlägen in Amerika nicht mit einer Weltwirtschaftskrise. "Nach den Erklärungen der OPEC, den Ölpreis zwischen 22 und 27 Dollar zu stabilisieren und der aktuellen Entwicklung des Ölpreises besteht die Hoffnung, dass die konjunkturelle Entwicklung keinen Schock erhalten wird", sagte Eichel am Mittwoch in Berlin nach einer Sondersitzung des Bundestags zu den Anschlägen in den USA. Möglichen Reaktionen wie einer Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) erteilte der Finanzminister eine Absage. "Es ist ein furchtbares Ereignis, aber gerade deswegen dürfen wir nicht einer kleineren oder größeren Gruppe von Verrückten, die der Zivilisation den Krieg erklärt, erlauben, unsere Handlungen zu bestimmen," betonte Eichel. Er betonte, die US-Partner unterstützten ausdrücklich, dass die europäischen Börsen den Handel ohne US-Papiere wieder eröffnet hätten.

Bundesbankpräsident Ernst Welteke bezeichnete es als Aufgabe der Zentralbanken, gemeinsam für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Weltfinanzmärkte zu sorgen. "Ich kann heute Morgen bestätigen, dass die Geld- und Finanzmärkte sowie alle Abwicklungs- und Zahlungsverkehrssysteme reibungslos funktionieren", sagte er in Frankfurt am Main. Zugleich bekräftigte er die "Bereitschaft des Eurosystems und der Deutschen Bundesbank", das Funktionieren der Märkte zu unterstützen und nötigenfalls die erforderliche Liquidität bereitzustellen.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!