Gesundheitswesen
Bundesministerin Schmidt will den elektronischen Patientenpass
Mit dem Gesundheitspass, einer Chipkarte und den auf ihr gespeicherten Daten, könne sich der Arzt schnell einen Überblick über den Gesundheitsstatus des Patienten sowie die verordneten Medikamente verschaffen. Durch die Anbindung an entsprechende Datenbanken würden beim Schreiben eines Rezeptes mit EDV-Unterstützung in einem automatisierten Verfahren darüberhinaus Informationen über Arzneimittelunverträglichkeiten geliefert, meinte die Minsterin.
Die bisherigen Daten der Krankenversicherungskarte können in den Gesundheitspass integriert werden. Der schnelle Zugriff auf all diese Informationen ist vor allem wichtig für chronisch Kranke und beim Arztwechsel und kann in Notfällen sogar lebensrettend sein. Schmidt betonte, es könne nicht länger hingenommen werden, dass bei der Therapie wertvolle Zeit durch Doppeluntersuchungen verloren gehe. Zudem entstehe durch die bisher bestehenden EDV-Insellösungen, die nicht kompatibel seien, ein unverantwortbar hoher finanzieller Aufwand, um Informationen von Papierform in digitalisierte Form und wieder in Papierform zu bringen.
Schmidt versicherte, es sei selbstverständlich, dass beim Gesundheitspass die Grundsätze des Datenschutzes beachtet werden. Sie vertraue auf die hochentwickelten Sicherheitstechniken. Die Patienten sollten jedoch selbst entscheiden, wer ein "Leserecht" ihrer Daten erhält.
Die Gesundheitsministerin teilte mit, dass die rechtlichen Voraussetzungen zur Erprobung des Gesundheitspasses in Modellprojekten geschaffen werden. Ein entsprechender Antrag, der im Rahmen der Neufassung des Apothekengesetzes beschlossen werden soll, ist in die parlamentarischen Beratungen bereits eingebracht. Schmidt äußerte sich überzeugt, dass der Gesundheitspass trotz der notwendigen Startinvestitionen einen erheblichen Beitrag zur Kostendämpfung leisten und für Arzt und Patienten größere Transparenz bringen werde.
Die Spitzenverbände der Krankenkassen machten auf dem Kongress deutlich, daß sie zusammen mit Ärzteorganisationen, Krankenhäusern und Apotheken eine einheitliche Telematikplattform für das Gesundheitswesen anstreben.
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Am 06. Mär. 2002 unter:
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