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Noch keine greifbare Täterspur

Brandanschläge am Wochenende in Rostock

In der Nacht zum Samstag waren in Rostock-Lichtenhagen Molotow-Cocktails auf einen Asia-Markt und auf das so genannte Sonnenblumenhaus geflogen, das bei den Krawallen 1992 angezündet worden war. Der auf den Wohnblock geworfene Brandsatz landete in einem Beratungsbüro der Arbeiterwohlfahrt. Nach neuesten Ermittlungen sollen die Täter zuvor die Scheiben eines nahe gelegenen Asia-Imbisses eingeschlagen haben. Noch gibt es nach Polizeiangaben keine greifbare Spur von den Tätern.

Anwohnerbefragungen hätten lediglich erste Hinweise ergeben, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Mehrere Personen, die sich am Tatort aufgehalten haben sollen, würden überprüft. Von Verdächtigen könne aber noch nicht gesprochen werden. Wie der Sprecher betonte, wird in alle Richtungen ermittelt. Ob es einen Zusammenhang zu den Krawallen und Brandanschlägen vor zehn Jahre gibt, ließe sich noch nicht sagen. Über Motive könne bislang nur spekuliert werden. Außer einer siebenköpfigen Sonderermittlungsgruppe seien noch weitere Beamte mit dem Fall befasst. Die Ermittlungen erwiesen sich als schwierig, da viele Anwohner wegen der Ferien nur schwer anzutreffen seien. Eine Zeugin hatte nach Polizeiangaben gesehen, wie zwei Jugendliche vermutlich zwischen 13 und 14 Jahren vom Tatort wegrannten. Wegen der Dunkelheit und der großen Entfernung habe sie das Alter aber nur grob schätzen können.

Im Haus mit dem Sonnenblumenwandbild hatten im August 1992 mehrere hundert Randalierer Büros der Zentralen Aufnahmestelle des Landes für Asylbewerber und das Wohnheim von Vietnamesen mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt. Über 100 Menschen, darunter ausländische Vertragsarbeiter und ihre Familien, deutsche Betreuer und ein Fernsehteam, waren in letzter Sekunde über das Dach des Hochhauses entkommen. Vor wenigen Wochen waren in Schwerin die letzten drei Mittäter wegen versuchten Mordes verurteilt worden.

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