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Rau kritisiert frühe Auslese an deutschen Schulen

"Anklage an unser Bildungssystem"

Bundespräsident Johannes Rau warnt vor einer Ausgrenzung schwächerer Schüler durch eine "verfrühte Auslese" von Begabten. Eine Pädagogik, die sich die Auslese zum Leitbild mache, verfehle ihr Ziel, sagte Rau laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript am Donnerstag in Berlin bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen des Deutschen Philologenverbandes.

Viele würden durch diese Selektion um ihre Lebenschancen gebracht. Die PISA-Bildungsstudie habe gezeigt, dass eine gute Schule Verschiedenheit möglichst lange bestehen lasse. Eine gute Schule grenze die Schwächeren nicht aus, betonte der Bundespräsident. Bundesweite Bildungsstandards dürften nicht zu einem weiteren Ausleseinstrument werden. "Die Aufgaben können nicht für alle gleich sein - aber sie müssen dasselbe Ziel haben", sagte Rau.

In den Schulen sollte sich nach Ansicht Raus die Lebenswelt spiegeln. Dafür bräuchten sie ihren eigenen sozialen Raum. "Deshalb finde ich es richtig, wenn jetzt viele Schulen zu Ganztagsschulen werden", betonte das Staatsoberhaupt. Diese dürften allerdings nicht als Halbtagsschule mit betreuter Freizeit am Nachmittag missverstanden werden.

Die besonders schlechten Bildungschancen ausländischer Kinder in Deutschland bezeichnete Rau als "Anklage an unser Bildungssystem". In vielen Städten und Kreisen habe jeder zehnte ausländische Jugendliche keinen Schulabschluss. Verschiedenheit fördern heiße darum auch, Integration zu fördern.

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