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Razzia gegen 0190-Dialer-Betrüger

Vier Festnahmen

Bei einer bundesweiten Razzia gegen betrügerische Internet-Firmen hat die Polizei 18 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Wie ein Sprecher des Hessischen Landeskriminalamtes am Donnerstag in Wiesbaden sagte, wurden dabei in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Hessen neben Geschäftsunterlagen 29 Computer sichergestellt. Vier Männer seien festgenommen worden, gegen einen von ihnen liege bereits Haftbefehl vor.

Die fünf unter Verdacht stehenden Firmen hatten nach LKA-Angaben bei ihren kriminellen Machenschaften zusammengearbeitet. In den vergangenen beiden Jahren sollen sie an ahnungslose Internet-Nutzer massenhaft Grußkarten in Form von E-Mails verschickt haben. Bei deren Anklicken installierten sich verborgene "0190er"- und "0900er"-Internet-Einwahlprogramme auf den Rechnern der Betroffenen. Die Opfer entdeckten den Schwindel erst, als ihnen Telefonrechnungen in teilweise fünfstelliger Höhe ins Haus flatterten.

Bislang sind den Behörden 282 geschädigte Computernutzer bekannt. Die Staatsanwaltschaft Kassel, die das Sammelverfahren leitet, geht jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen noch weitaus höher sein dürfte. Der von den Abzocker-Firmen angerichtete Schaden beläuft sich bislang auf 37 000 Euro.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation hatte kürzlich angekündigt, stärker gegen den Betrug mit so genannten Internet-Dialern vorgehen zu wollen. Die Behörde stützt sich dabei auf das neue Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von 0190er und 0900er-Rufnummern, welches die Rechtsposition des Verbrauchers und die Befugnisse der Regulierungsbehörde erweitert hat. Das Gesetz hat unter anderem Preisobergrenzen für 0190er- und 0900er-Nummern festgelegt, gilt unter Fachleuten aber weiterhin als völlig unzureichend.

Durch betrügerische Machenschaften sind fast ausschließlich Nutzer der mit dem Betriebssystem Windows mitgelieferten und daher weit verbreiteten, aber höchst unsicheren Software Internet Explorer und Outlook betroffen. Bei der Benutzung von alternativen Programmen wie Opera oder Mozilla können die betrügerischen Wählprogramme nicht automatisch installiert werden. Nutzer anderer Betriebssysteme wie des kostenlosen Linux sind gar komplett davor gefeit, selbst wenn sie die gefährlichen Links anklicken.

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