Geschenke mit Spätfolgen
Handy-Schulden bei Jugendlichen stark gestiegen
"Schon die Kosten für SMS wurden und werden von vielen unterschätzt", weiß der Schuldnerberater. Das Versenden von Bildern kostet noch einmal deutlich mehr, je nach Datengröße und Anbieter werden pro MMS zwischen 40 Cent und 1,40 Euro fällig. Dem Institut für Jugendforschung zufolge schulden bereits sechs Prozent aller 13- bis 17-Jährigen anderen Leuten durchschnittlich 370 Euro. 16 Prozent der 21- bis 24-Jährigen haben bereits deutlich über 2000 Euro Schulden.
"Jugendliche kommen aber kaum zur Schuldnerberatung", sagt Betting. Erst wenn der Schuldenberg über Jahre gewachsen ist, sitzen die Menschen ihm gegenüber. Oft Eltern, die ohnehin schon verschuldet sind, "und dann kommen mittlerweile immer offene Handyrechnungen der Kinder hinzu, nicht selten sind das dann über 3000 Euro", berichtet Betting. Handys liegen bei Jugendlichen als Verschuldungsgrund hinter Autos oder Mofas mit Möbeln schon auf Platz zwei, noch vor Kleidung.
Formal betrachtet laufen Verträge bei unter 18-Jährigen alle auf die Eltern. "Der Konflikt findet innerhalb der Familien statt", weiß der Caritas-Experte. Er rät den verantwortlichen Erwachsenen, schon gleich nach der ersten hohen Rechnung zu reagieren, oder zu einem Mobilfunktelefon mit vorausbezahlter Karte zu wechseln. Eine Versicherung gegen Schulden ist das aber auch nicht. Ist die Karte schneller als mit den Eltern verabredet leer, können sich die Jugendlichen das Geld schließlich auch von Freunden leihen.
Die stärkere Verschuldung bei jungen Menschen ist allerdings ein gesellschaftliches Problem. 1975 belief sich die Summe aller Privatkredite in Deutschland auf 15 Milliarden Euro, "heute liegen wir bei 220 Milliarden Euro", sagt Betting. Nach Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind fast ein Viertel aller Haushalte verschuldet.
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Am 05. Jan. 2004 unter:
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« Schadensersatz für Karlsruher Plutonium-Opfer
Verbraucherschützer mahnen Unternehmen wegen Alkohol-Mix-Getränken ab »

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