Schutz für Klima und Ureinwohner

Klimarahmenkonvention berät Teilnahmemöglichkeiten indigener Völker

Ein wenig Widerwille war schon dabei, als die Staaten der Klimarahmenkonvention auf ihrer gegenwärtigen Zwischenverhandlung in Bonn über die Teilnahme von indigenen Völkern an ihren Konferenzen berieten. Dass die Konvention ein angemessenes Forum für die Probleme indigener Völker darstellt, bezweifeln viele. Dass indigene Völker gegenüber anderen Beobachtergruppen der Konvention Sonderbehandlung beanspruchen dürfen, ebenfalls. Es ist zwar durchaus bekannt, dass sensible Ökosysteme, wie Bergregionen, Küstengebiete oder die Arktis stark unter den Folgen des Klimawandels leiden werden; dass diese Gebiete aber häufig von indigenen Völker bewohnt werden, wird beflissentlich übersehen.

Der Umgang mit ihnen wie mit den anderen Armen dieser Welt, scheint ausreichend zu sein. Dass dabei die Fortexistenz von Völkern mit einer eigener Sprache, Geschichte und Kultur auf dem Spiel steht, ist den wenigsten bewusst. Auch Elemente eines klimabezogenen traditionellen Wissens, das für die Bewältigung des Klimawandels wichtig sein mag, könnte dabei verloren gehen.

Es bedurfte der Intervention des "Ständigen Forums für indigene Angelegenheiten", eines im Jahre 2000 von der UN-Generalversammlung beschlossenen Organs, zur verbesserten Behandlung und Koordination indigener Fragen im System der Vereinten Nationen, um die Frage der Teilnahme der indigenen Völker auf die Tagesordnung der Klimarahmenkonvention zu setzen. Dieses Forum hatte die Einrichtung einer eigenen Arbeitsgruppe zu Klimawandel und indigene Völker empfohlen. Was die Staaten schließlich vereinbarten, blieb weit dahinter zurück. Dass die Finanzmittel knapp sind und für teure Arbeitsgruppen das Geld fehlt, ist dafür ein wichtiger Grund. Den indigenen Völkern wird empfohlen, sich in die laufenden Diskussionen einzuklinken und alles Wichtige mit ihren Regierungen auszumachen.

Dies mag wenig erscheinen. Wenn man jedoch bedenkt, dass bei den schwierigen Verhandlungen um das Kyoto-Protokoll die Anliegen der indigenen Völker völlig außen vor blieben, ist es ein Erfolg. Die indigenen Völker haben nun gewissermaßen einen Fuss in der Tür der Klimarahmenkonvention und ihre Teilnahme wird spätestens in einem Jahr erneut auf der Tagesordnung stehen.

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