Umweltgifte
Keine Herbizide im Naturschutz am Kaiserstuhl einsetzen
Laut Hersteller wird dieses Mittel mit dem Hauptwirkstoff Glyphosat schnell abgebaut, erreicht das Grundwasser nicht und schädigt weder Tiere noch Menschen. Neuere Studien zeigten allerdings, dass das Breitbandherbizid unter bestimmten Bedingungen jahrelang im Boden verbleibt und auch im Grund- und Oberflächenwasser nachweisbar ist. Zusätzlich wurden nachteilige Wirkungen auf Nutzinsekten und Weidetiere festgestellt. In Nordamerika wurde kürzlich bekannt, dass Roundup bei Landarbeitern für ein erhöhtes Krebsrisiko verantwortlich ist.
Doch nicht nur die Gefährlichkeit des Herbizids Roundup im speziellen bewog die Naturschutzverbände zu ihrem klaren Nein. Axel Mayer, Geschäftsführer des BUND-Regionalverbandes in Freiburg weist darauf hin, dass sich die Agrochemie vom Gifteinsatz im Naturschutz ein großes neues Absatzgebiet erhofft und einen "Türöffner" benötigt. "Wir können nicht einerseits von den Biobauern erwarten, auf Chemikalien wie Dünger und Pflanzenschutzmittel zu verzichten, dann aber ihren Einsatz im Naturschutz akzeptieren," erklärt Felix Bergmann, Geschäftsführer des NABU-Bezirksverbandes Südbaden. Die Verbände befürchten langfristig einen gezielten "Dammbruch", falls die Herbizidverwendung bei Pflegemaßnahmen, auch nur in Ausnahmefällen, befürwortet wird.
Sie unterstützen alternative Pflegemethoden. So ist am Kaiserstuhl zum Beispiel das Ringeln der Robinie, sofern fachgerecht durchgeführt, eine Möglichkeit Stockausschläge zu verhindern. Beim sogenannte Ringeln wird die Rinde des Baumes an einer Stelle des Stammes komplett entfernt und dadurch der Saftstrom gezielt unterbrochen. Weitere giftfreie Bekämpfungsmöglichkeiten der Robinie könnten beispielsweise im Rahmen eines PLENUM Projektes geprüft werden.
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