"Hauptsache, die Kasse klingelt"
Hohe Atomstrom-Produktion zu Lasten der Sicherheit
In einer Erklärung des Umweltverbandes heißt es, als wesentliches Argument für den Weiterbetrieb der AKW führten Vertreter der Atomindustrie an, ihre Kraftwerke seien 2004 noch länger am Netz gewesen als im Jahr zuvor und hätten noch mehr Atomstrom produziert.
Für die Umwelt sei dies aber ein Desaster, allein schon wegen der Tonnen an Atommüll, die die Meiler in 2004 produziert haben und für die es kein Endlager gibt. Außerdem verschwiegen die Konzerne, dass die hohe Produktionsleistung auf Kosten der Sicherheit gehe.
Fehler bei der Bedienung, Wartung, Reparatur oder Instandhaltung seien laut Bundesamt für Strahlenschutz die Ursache für 17 Prozent aller Störfälle in 2003 gewesen, erklärte Robin Wood. Erst vergangene Woche haben Fachleute der "sicher nicht atomkritischen" (Robin Wood) Internationalen Atomenergiebehörde gravierende Mängel beim Sicherheitsmanagement des von EnBW betriebenen Meilers Philippsburg II festgestellt. Der Ausbildungsstand der MitarbeiterInnen sei dem Bericht zufolge unzureichend und der Arbeitsschutz liege unter dem europäischen Durchschnitt.
Trotz dieser "offensichtlich gravierenden Mängel" verstärkten Betreiber und Überwachungsbehörden die Sicherheitsvorkehrungen nicht, kritisieren die Umweltschützer. Das Gegenteil sei der Fall. Personal werde abgebaut, Arbeitsschutzmaßnahmen würden missachtet und die Revisionszeiten verkürzt.
"Die Energiekonzerne produzieren Atomstrom auf Teufel komm raus", kommentierte Bettina Dannheim, Energiereferentin von Robin Wood. "Hauptsache, die Kasse klingelt." Die Sicherheit bleibe dabei auf der Strecke. Atomenergie dürfe im künftigen Energiemix daher keine Rolle spielen.
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Am 31. Jan. 2005 unter:
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« Richterbund kritisiert Antidiskriminierungsgesetz
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