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Neue EU-Chemikalienpolitik genügt Verbraucherschützern nicht

"REACH"

Die geplante neue europäische Chemikalienpolitik REACH bringt nach Ansicht von Verbraucherschützern kaum Verbesserungen für Konsumenten. "Die neue Chemikalienpolitik wird nicht dazu führen, dass gefährliche Chemikalien etwa in Spielzeug auch nur gekennzeichnet werden", kritisierte Edda Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). "Die mit REACH für die Wirtschaft verbundenen Kosten sind dann fragwürdig, wenn es nicht gelingt, den Bezug zu Verbraucherprodukten herzustellen", sagte die vzbv-Chefin anlässlich eines Forums der Bundesanstalt für Risikobewertung (BfR) zum Verbraucherschutz.

Im Streit der Lobbyisten um die Kosten der geplanten europäischen Chemikalienpolitik sei das eigentliche Ziel einer effizienteren Chemikalienpolitik immer stärker in den Hintergrund gerückt: der Schutz der menschlichen Gesundheit vor gefährlichen Chemikalien. 99 Prozent der in der EU vermarkteten Chemikalienmenge bestehe derzeit aus Stoffen, die nie ein offizielles Anmeldeverfahren durchlaufen hätten, warnten die Verbraucherschützer. In unzähligen Konsumgütern kämen Chemikalien auf den Markt, deren Folgen für Mensch und Umwelt nahezu unbekannt seien.

Angesichts der "Defizite" der geplanten Chemikalienpolitik forderte der vzbv Nachbesserungen. Eine gravierende Schutzlücke für die Verbraucher bestehe beispielsweise bei Importprodukten, so vzbv-Chefin Müller. Der vzbv verlangt, dass die Unbedenklichkeit von Produkten und ihrer Inhaltsstoffe von allen Herstellern und Importeuren nachgewiesen werden muss, bevor die Produkte auf den Markt kommen.

"REACH hat einen großen Vorteil: Es wird uns eine Menge Wissen über die Gefahren und Risiken vieler Tausend Chemikalien liefern. Dieses Wissen darf aber nicht ungenutzt bleiben, sondern muss bei gefährlichen Stoffen auch zu einer Kennzeichnung oder einer Verwendungsbeschränkung führen," so Müller.

Krebserregende Ausdünstungen bei Heimwerker-Set

Erst in der vergangenen Woche hatte die Stiftung Warentest auf krebserregende Stoffe in einem bei Aldi Nord verkauften Hammer-Set hingewiesen. Die sogenannten Soft-Griffe mit Anti-Rutsch-Beschichtung enthielten hohe Konzentrationen Polyzyklischer Aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK). In einem Kilogramm Kunststoff fanden Prüfer rund 2000 Milligramm PAK, darunter 87 Milligramm gefährliches Benzo[a]pyren. Diese Substanz ist krebserregend, fruchtschädigend, erbgutverändernd und beeinträchtigt die Fortpflanzungsfähigkeit.

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