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Jeder fünfte Lebensmittel-Betrieb beanstandet

Besonders Fleisch und Eis kritisch

Die Zahl der registrierten Verstöße gegen das Lebensmittelrecht in Deutschland ist unverändert hoch. In fast jedem fünften herstellenden, verarbeitenden oder verkaufenden Betrieb wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Mängel festgestellt. Überdurchschnittlich viele Beanstandungen gab es bei Eis und Desserts sowie bei Fleisch und Wursterzeugnissen, geht aus dem am Montag vorgestellten Jahresbericht 2004 hervor.

Bundesamts-Präsident Christian Grugel sagte, insgesamt seien die im vergangenen Jahr festgestellten Mängel bei Hygiene und Kennzeichnung von Lebensmitteln im Vergleich zu 2003 auf unverändert hohem Niveau geblieben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sprach angesichts der Zahlen von einem "nicht zu akzeptierenden Zustand" und forderte Konsequenzen.

Insgesamt führten die Lebensmittelkontrollbehörden der Bundesländer 2004 rund 1,14 Millionen Kontrollen in über 600.000 Betrieben durch. Das waren etwa 58 Prozent aller Firmen der Branche. Von den untersuchten 410.268 Lebensmittelproben wurden mit rund 15 Prozent etwa genau so viele beanstandet wie im Jahr 2003.

Die prozentual meisten Verstöße wurden mit 20,8 Prozent bei den Proben von Eis und Desserts festgestellt, 6,8 Prozent davon waren mikrobiologisch verunreinigt. Bei Fleisch und Wurst stellten die Kontrolleure bei 20,0 Prozent der Proben Mängel fest, über zwölf Prozent wiesen eine falsche Kennzeichnung der Ware auf. Rund 4,5 Prozent der Proben hatten eine zu hohe Keimzahl oder waren verdorben.

"Ein besonders krasses Beispiel sind die von bayerischen Kontrolleuren festgestellten minderwertigen Schinkenimitate, wie sie vor allem auf Pizzen zum Einsatz kommen", sagte Grugel. Über die Hälfte aller Proben von Vorderformschinken seien beanstandet worden. Dabei seien die verwendeten Einlagen aus kleinen Muskelstücken, Soja- und Molkeneiweiß sowie Wasser nicht ausreichend gekennzeichnet worden.

Deutlich besser als die Kontrollbilanz bei Fleisch waren die Ergebnisse bei Milch und Milchprodukten. Hier wurden nur 12,3 Prozent der Proben beanstandet. "Dies zeigt deutlich, dass die Kontrollkette vom Erzeuger bis zum Dienstleister in dieser Branche besser funktioniert", urteilte Grugel.

Überdurchschnittlich viele Verstöße gab es mit rund 25 Prozent bei Herstellern und Abpackern sowie im Dienstleistungsbereich - also von der Imbissbude über den Buffetservice bis zum Hotelrestaurant. Deutlich weniger Mängel stellten die Prüfer bei den Erzeugern (gut zehn Prozent), im Einzelhandel (etwa 15 Prozent) und bei Vertrieb und Transporteuren (rund 18 Prozent) fest.

Grugel betonte, dass die Globalisierung auch die Lebensmittelkontrolle vor immer neue Aufgaben stelle. Wenn es immer mehr Importe aus Thailand, Indonesien oder China gebe, könne es nicht die gleiche Sicherheit geben.

Für die Verbraucherschützer betonte vzbv-Vorstand Edda Müller: "Wenn jedes achte untersuchte Milchprodukt und jedes fünfte Fleischerzeugnis zu beanstanden ist, dann dürfen wir uns nicht damit abfinden."

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