Atombomben

Unternehmer wegen Atom-Geschäften mit Libyen angeklagt

Wegen des Verdachts der Beteiligung am libyschen Atomprogramm hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage gegen einen deutschen Geschäftsmann erhoben. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, werden dem 62-Jährigen Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz vorgeworfen. Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.

Der Mann soll den Angaben zufolge seit 1999 Libyen bei der Entwicklung und beim Bau von Gasultrazentrifugen für die Urananreicherung unterstützt haben. Hierfür habe er Zentrifugenteile in Südafrika herstellen lassen. Die Anlage sei in der ersten Ausbaustufe darauf ausgelegt gewesen, monatlich 28 Kilogramm waffenfähiges Uran zu produzieren. Zum Bau einer modernen Atombombe seien etwa zehn Kilogramm Uran erforderlich.

Zu einer Auslieferung der Anlage soll es nur deshalb nicht gekommen sein, weil die libysche Regierung Ende 2003 ihr Atomprogramm stoppte und offenlegte. Der mit dem illegalen Geschäft erzielte Gewinn für den Geschäftsmann wird in der Anklage auf zwölf Millionen Euro beziffert.

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