BBC-Interview

Laut Ex-Außenminister Powell waren die Europäer über die CIA-Flüge informiert

In einem Interview mit BBC World TV hat der ehemalige US-Außenminister Colin Powell gesagt, dass die "europäischen Freunde" schon lange Bescheid darüber gewusst hätten, dass die CIA terrorverdächtige Personen an Orte fliegen würde, die außerhalb des amerikanischen Rechts stünden. "Das war weder neu, noch unbekannt."

In dem BBC-Interview, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, äußerte sich Powell auch zu seinem gespannten Verhältnis mit Vizepräsident Richard Cheney und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld. Die "nicht immer angenehmen" Diskussionen mit den beiden hätten etwa die unwahren Informationen der Geheimdienste über mögliche Nuklearwaffen des Iraks, aber auch Powells Pläne über ein Nachkriegs-Irak zum Thema gehabt. Cheney und Rumsfeld hätten - so Powell - gemeinsam mit dem Präsidenten Entscheidungen getroffen, ohne ihn und andere wichtige Regierungsmitglieder vorher zu informieren. "Das ist mehrfach vorgekommen."

Zuvor hatte seine Nachfolgerin, Condoleeza Rice ebenfalls im Fernsehsender BBC zugeben, dass es die CIA-Flüge gegeben habe, aber abgestritten, dass die transportierten Personen anschließend gefoltert worden seien.

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