"Fehlende Überwachung"
Quecksilber-Emissionen durch Müllverbrennung
Die Untersuchung bezog alle 61 derzeit in Deutschland betriebenen Hausmüllverbrennungsanlagen ein. Ergebnis: In den letzten Jahren seien in über der Hälfte der Anlagen, bei denen Quecksilber kontinuierlich überwacht wird, die Grenzwerte überschritten worden.
Der bislang bedeutendste Vorfall ereignete sich nach Angaben des Umweltverbandes im Jahr 2001. In der MVA Weisweiler ist nach Recherchen des Autors offenbar ohne Kenntnis des Betreibers schätzungsweise eine Tonne Quecksilber verbrannt worden. Rund 35 Kilogramm des Schwermetalls seien über das Abgas in die Luft der Region abgegeben worden. Ähnliche Vorfälle, allerdings nicht in der Größenordnung von Weisweiler, hätten sich auch in Anlagen in Hamburg, Bonn und Offenbach ereignet.
In der Studie wird bemängelt, dass rund 40 Prozent der in Deutschland betriebenen Hausmüll-Verbrennungsanlagen keine kontinuierliche Quecksilbermessung aufweisen. Zwar schreibe der Gesetzgeber diese kontinuierliche Messung vor, lasse aber gleichzeitig über Ausnahmeregelungen "ein Hintertürchen offen". Ob Grenzwertüberschreitungen auch bei diesen Anlagen vorgekommen sind, sei aufgrund der fehlenden Messeinrichtungen nicht zu klären gewesen.
Zwar sinke der Anteil an Quecksilber im Abfall seit einigen Jahren deutlich, dennoch sei auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer noch mit erheblichen Mengen des toxischen Schwermetalls im Müll zu rechnen, meint der Umweltverband. Daher wird in der im Auftrag mehrerer Bürgerinitiativen erstellte Studie eine lückenlose Überwachung aller Müllverbrennungsanlagen in Deutschland durch die Streichung der Ausnahmeregelung gefordert. Denn nur dort, wo die Probleme erkannt werden könnten, ließen sich erfolgreich Maßnahmen ergreifen, diese Schadstoffeinträge drastisch zu reduzieren.
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Am 02. Dez. 2005 unter:
justizStichworte:
« Sozialrichter findet Elterngeld verfassungswidrig
Große Unterschiede bei Uran-Belastung von Trinkwässern »

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