Realistischen Vorschläge gefordert
7500 Klinikärzte streiken für 30 Prozent mehr Gehalt
Zwei Tage vor der neunten Verhandlungsrunde am Freitag in Berlin wollten die Ärzte von Universitätskliniken Druck auf die Verhandlungspartner machen. Die Verhandlungen zwischen Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) dauern seit Oktober 2005 an und waren ins Stocken geraten.
In Bayern allein beteiligten sich in München, Würzburg und Erlangen mehr als 1500 Klinikärzte an Warnstreiks. Wenn sich bei der anstehenden Verhandlungsrunde die andere Seite nicht bewege, werde erneut gestreikt, kündigte der Marburger Bund in München an.
In Göttingen, Hannover, Leipzig und Dresden protestierten nach Gewerkschaftsangaben jeweils mehrere hundert Ärzte, in Halle und Magdeburg jeweils 150.
In Jena machten 230 Mediziner der Universitätsklinik mit Plakat-Losungen wie "Halbgott in Weiß, nach 24 Stunden nur noch ein Gespenst", "6 Jahre Studium für 2 Minuten Visite" oder "Mehr Zeit für Patienten, weniger Verwaltungsaufgaben" ihrem Ärger Luft.
In Hessen wollten die rund 300 protestierenden Ärzte der Uni-Kliniken Frankfurt am Main und Marburg mit ihrer Beteiligung auch auf den Austritt Hessens aus der TdL aufmerksam machen. Der Marburger Bund Hessen fordert von der Landesregierung den Wiedereintritt in die TdL und den zügigen Abschluss eines Tarifvertrages für die Berufsgruppe Arzt.
In Essen traten mehr als 400 Mediziner in einen ganztägigen Warnstreik. In weiteren nordrhein-westfälischen Orten legten die Ärzte vorübergehend die Arbeit nieder. An den Universitätskliniken in Köln und Düsseldorf fanden einstündige Ärztevollversammlungen statt. An der Klinik in Bonn legten die Ärzte eine so genannte aktive Frühstückspause ein. Pro Klinik beteiligten sich rund 150 Ärzte an den Aktionen.
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