Befreier ohne Hauptstadt-Volk

Keine Blumen für die Rebellen in Tripolis

Obwohl die Rebellen unter massiver Rückendeckung durch Nato-Kampfjets, Militärhubschrauber, Kampfdrohnen, Schnellboot-Kommandos und mithilfe von Nato-Militärberatern bis ins Zentrum der Stadt Tripolis vorrücken konnten, kämpfen Gaddafi-Soldaten in zivil weiterhin gegen die Nato-Aggression und gegen Rebellen-Einheiten. Gleichzeitig hatten Nato-Kampfhubschrauber im Tiefflug flankierend die Menschen von den Straßen vertrieben. Zudem werden Soldaten aus Katar und Spezialkräfte der Nato eingesetzt. Die Rebellen werden jedoch nicht jubelnd mit Blumen empfangen und sie sind in der Zwei-Millionen-Metropole vielmehr immer nur isoliert in kleinen Gruppen zu sehen und sie werden mit Skepsis betrachtet. Selbst "Der Spiegel" mußte eingestehen, dass hier eher die Nato Krieg führt und den Rebellen den Weg lediglich frei macht.

Seit sechs Monaten bombardiert die Nato ununterbrochen Tripolis und die Menschen sind traumatisiert und kriegsmüde. Doch die Jubelfeiern für Rebellen in Tripolis bleiben aus und sie sind auf Bildern immer nur isoliert in kleinen Gruppen zu sehen. Niemand begrüßt die Rebellen wirklich. Das Journalisten-Hotel Rixoh wurde wie zahlreiche andere Objekte von Rebellen beschossen, wobei sie von der Nato militärisch unterstützt und flankiert werden.

Einige Beobachter vor Ort vermuten, dass Gaddafi die Rebellen absichtlich den Weg in die Stadt ermöglicht hat, damit die Nato-Luftangriffe endlich aufhören und die Rebellen in die Falle gelockt und im Partisanen-Häuserkrieg dann besiegt werden können.

Die Menschen flüchten in ihre Häuser und Geschäfte wurden geschlossen. Nach sechs Monaten Kriegsangst und Bombenterror der Nato werden die Rebellen von den Menschen als Fremdkörper betrachtet. Vor den Angriffen der Nato gab es praktisch keine großen Kämpfe mit Rebellen in der Stadt und es war relativ friedlich. Großkundgebungen für Gaddafi hatten vor wenigen Wochen noch das Bild der schönen Stadt geprägt. Der Bürgerkrieg fand in anderen Landesteilen statt.

Der in sich zerstrittene Rebellenrat ist gelähmt und er traut sich wegen der anhaltenden Kämpfe auch nicht von Bengazi nach Tripolis umzuziehen. Seit der Ermordung des Militärchefs der Rebellen namens Junis durch eigene Leute wird die zunehmende Kluft zwischen ehemaligen Gefolgsleuten von Gaddafi und den Dschihadisten sowie der Basis der Rebellen immer deutlicher . Zudem wurde der Übergangsrat der Rebellen von Dschalil aufgelöst, nachdem die Ermittlungen über die Todesursache des Rebellenchefs Junis ergebnislos blieben.

Mittlerweile betrachten 200 afrikanische Intellektuelle den Wunsch nach Ressourcenklau und nach Rekolonialisierung Afrikas als den eigentlichen Kriegsgrund der Nato und sie sprechen sich in einer Initiative namentlich dagegen aus. Unter den Unterzeichnern befinden sich auch hochrangige südafrikanische ANC Regierungspolitiker.

"Nato has violated international law... they had a regime change agenda," said one of the signatories, University of Johannesburg head of politics, Chris Landsberg.

"The re-colonisation of Africa is becoming a real threat," he told reporters in Johannesburg.

The letter was signed by more than 200 prominent Africans, including ANC national executive member Jesse Duarte, political analyst Willie Esterhuyse of the University of Stellenbosch, former intelligence minister Ronnie Kasrils, lawyer Christine Qunta, former deputy foreign affairs minister Aziz Pahad, former minister in the presidency Essop Pahad, Sam Moyo of the African Institute for Agrarian Studies, former president Thabo Mbeki's spokesperson Mukoni Ratshitanga, and poet Wally Serote.

Quelle: Mathaba.net

Auch sie plädieren für einen Waffenstillstand und für Frieden und auch für eine Einbeziehung der Afrikanischen Union in den Friedensprozess und natürlich auch für Selbstbestimmung der Libyer ohne Einmischung von außen und das ist auch das Gebot der Stunde...

Jede kritische Stimme in Tripolis wird unterdrückt. Warum ist Lizzie Phelan nicht mehr erreichbar ? Wurde sie getötet ?

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Jürgen Meyer