allergie
"Neuartige Lebensmittel"
Seehofer bezeichnet Allergien als "Volkskrankheit"
Bundesverbraucherminister Horst Seehofer will sich mit einem nationalen Allergieplan um Krankheiten wie Neurodermitis, Heuschnupfen und Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln kümmern. Er bezeichnete Allergien als "Volkskrankheit". Studien würden bestätigen, dass Allergien in den letzten Jahrzehnten "weltweit dramatisch zugenommen" haben. So habe sich beispielsweise allein in den 1980er Jahren die Anzahl der allergischen Bronchialasthmatiker in Europa verdoppelt. In Dänemark habe sich das Auftreten der Hautkrankheit Neurodermitis bei jüngeren Menschen nahezu verdreifacht. Bei Seehofers Plan geht es darum Daten zu sammeln und zu veröffentlichen, um die Kennzeichnung und theoretisch auch um Verbote von allergieauslösenden Stoffen.
Nicht nur Heuschnupfen und Asthma
Aufgabe der Allergiezellen nach 120 Jahren Forschung entdeckt
Mehr als hundert Jahre lang rätselten die Forscher, wie beispielsweise auch Nobelpreisträger Paul Ehrlich, über den Nutzen der im menschlichen Körper vorkommenden Allergiezellen (Mastzellen), die an allen allergischen Erkrankungen beteiligt sind. Nach sieben Jahren Forschung haben jetzt deutsche Wissenschaftler der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in der Hautklinik der Charité - Universitätsmedizin Berlin, sowie aus Mainz und Hannover zusammen mit amerikanischen Forschern aus Stanford und Harvard das Geheimnis gelüftet: Mastzellen bauen das körpereigene Gift "Endothelin-1" (ET-1) ab, kontrollieren dessen tödliche Effekte und haben damit eine lebensrettende Funktion.
Nahrungsmittelallergien im Urlaub
Sprachführer für Allergiker
Die Europäische Verbraucherzentrale hat einen Sprachführer für Allergiker herausgegeben. In Europa leiden etwa acht Prozent der Kinder und drei Prozent der Erwachsenen an einer Lebensmittelallergie. Eine noch größere Gruppe verträgt bestimmte Nahrungsmittel nicht. Bei Reisen ist es oftmals nicht einfach die entsprechenden Lebensmittel zu meiden, besonders dann, wenn die Reise ins Ausland geht und die Sprache zum Hindernis wird. In dem Sprachführer findet man die meisten allergieauslösenden Lebensmittel und die entsprechende Übersetzung für die meisten Amtsprachen der Europäischen Union.
Starke Milbenbelastung
Westlicher Lebensstil verursacht Allergien
Für die starke Zunahme von allergischen Erkrankungen von Kindern- und Jugendlichen machen Mediziner "Einflüsse des westlichen Lebensstils" verantwortlich. Während bei Ost- und Westdeutschen, die vor 1960 geboren wurden, in den 90er Jahren gleich häufig Allergien beobachtet wurden, habe die Häufigkeit bei jüngeren Westdeutschen deutlich zugenommen. Die Ursachen für die Zunahme von allergischen Reaktionen seien höchstwahrscheinlich durch die Lebensverhältnisse "hausgemacht", sagte der Krefelder Mediziner Hermann Schulte-Wissermann am Freitag am Randes des Kinder- und Jugendärztetages in Hannover. Eine auch durch immer bessere Wärmeisolierung hervorgerufene relativ hohe Luftfeuchtigkeit und stabil hohe Temperaturen durch Zentralheizung begünstigten das Milbenwachstum. Schulte-Wissermann betonte, je höher die Milbenbelastung in den ersten Lebensjahren, desto eher entwickelten sich allergische Beschwerden bei Kindern.
Modeschmuck und Duftstoffe
Mehr als fünf Millionen Erkrankungen durch Kontakt-Allergien jährlich
Etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland reagieren sensibel auf mindestens ein häufiger vorkommendes Kontakt-Allergen. Zu diesen gehören zum Beispiel Nickel - aus Modeschmuck - oder auch Duftstoffe, die in Kosmetika und vielen Produkten des täglichen Lebens enthalten sind. Rund sieben Prozent der Bevölkerung Deutschlands - das sind mehr als fünf Millionen Menschen - erkranken jährlich am allergischen Kontaktekzem. Das geht aus einer neu veröffentlichten Studie der Zentrale des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK), Institut an der Universität Göttingen, hervor, die im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erarbeitet wurde. In der groß angelegten Studie wurden über 60.000 Patienten auf Kontaktallergien im privaten Bereich untersucht.
Vergammelt und allergieauslösend
Verbraucher-Zentrale warnt vor gefärbten Ostereiern
Verbraucher sollten beim Kauf von gekochten Eiern besonders vorsichtig sein. Das rät die Verbraucher-Zentrale Hessen (VZH) aufgrund einer neuen Marktuntersuchung. Dabei wurde die Kennzeichnung von bunten Ostereiern in 105 Frankfurter Discountern, Supermärkten und Fachgeschäften überprüft. Wichtigste Ergebnisse: Über ein Drittel (40) der 113 überprüften Proben trug kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei knapp 95 Prozent (105) konnte das Verkaufspersonal auch auf Nachfrage das Alter der Eier nicht nennen. Verbraucher haben demnach keine Möglichkeit festzustellen, wie lange die Eier noch gegessen werden können.
Kongress in Berlin
Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts
Allergien sind die Epidemien des 21. Jahrhunderts: Besonders gehäuft treten sie in den industriell entwickelten Ländern auf. In einer Schulklasse leiden schon mindestens zwei Kinder an Allergien. Bei Erwachsenen ist es mittlerweile jeder vierte, wie der Direktor der Klinik für Pädiatrie (Kinderheilkunde) mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie an der Charité, Ulrich Wahn, am Mittwoch sagte. Rund 5.000 Wissenschaftler aus 80 Nationen diskutieren bis Sonntag auf dem XX. Kongress der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) im Berliner ICC neue Forschungsansätze, Strategien und Konzepte.
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