Thierse erinnert an Kriegsbeginn gegen Sowjetunion vor 60 Jahren

Gedenken

Der Bundestag gedachte am Freitag der Opfer des vor 60 Jahren von Deutschland begonnenen Krieges gegen die Sowjetunion. Deutsche Truppen hätten Wunden geschlagen, die heute noch nachwirkten, sagte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) zu Beginn des Sitzungstages. "Wir empfinden Trauer für das Leid, das den Menschen der Sowjetunion im deutschen Namen angetan wurde", sagte Thierse.

Der Bundestagspräsident gedachte auch der Hinterbliebenen und Familien aller Kriegsopfer sowie der Opfer nationalsozialistischer Herrschaft. Die Erinnerung an das Leid müsse wachgehalten werden, "damit Vergleichbares nie wieder von deutschem Boden ausgehen kann".

Der Partei- und Fraktionsvorstand der PDS wies in einer Pressemitteilung darauf hin, dass im Hinterland der Kriegsfront deutsche "Mörderbanden wüteten". Die Kassen der Kriegswirtschaft seien durch Raub, Plünderung und Verschleppung von Millionen von Menschen gefüllt worden. Zur Befreiung Europas und des deutschen Volkes durch die Anti-Hitler-Koalition habe die Sowjetunion den Hauptbeitrag geleistet.

Die PDS bemängelt, dass es der deutsche Widerstand "gegen die Nazi-Barbarei - getragen auf unterschiedliche Weise von Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen, Konservativen und Wehrmachtsangehörigen - den Zehntausende mit dem Leben bezahlten", nicht stark genug gewesen sei, Deutschland vom faschistischen Terror zu befreien. "Diese historischen Hypotheken - der Sieg des Faschismus 1933 und die fehlende Kraft zur Selbstbefreiung - sind aus der deutschen Geschichte nicht zu löschen." Für die Zukunft müsse gelten, dass von deutschem Boden "Frieden - und nur Frieden! - ausgehen" müsse.