Telekom-Chef Sommer wirft Deutscher Bank Aktienverkauf vor

Börsenspiele

Ron Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, hat die Deutsche Bank wegen des Verkaufs von 44 Millionen T-Aktien nach einer zuvor ausgesprochenen Kaufempfehlung ihrer Analysten scharf kritisiert. Das Institut habe "gravierende Arbeitsfehler gemacht", wird Sommer in dem am kommenen Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitiert. Die Telekom sei im Vorfeld der Transaktion nicht einmal unterrichtet worden. Sein Unternehmen werde die Vorgänge auch selber "juristisch überprüfen" lassen, kündigte Sommer an.

Immerhin sei bei der Telekom wegen der von dem Verkauf ausgelösten Kursverluste in nur wenigen Tagen ein Wert von fast 40 Milliarden Mark vernichtet worden. Sollte sich herausstellen, dass die Deutsche Bank ihre Verantwortung gegenüber der Telekom missachtet habe, werde dies "sicherlich Auswirkungen" auf die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank haben, sagte Sommer. Zudem sei das Vertrauen der Kleinanleger durch das Geldinstitut "massiv erschüttert" worden. Die Deutsche Bank müsse nun alles tun, um das Vertrauen zurückzugewinnen, forderte Sommer.

Der Kurs der T-Aktie war in der vergangenen Woche innerhalb von vier Handelstagen von gut 24 auf 19,40 Euro eingebrochen und erreichte damit den tiefsten Stand seit drei Jahren.