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Ausbildung - Hundt fordert Verbesserungen bei Berufsschulausbildung

Bildung Notzen

Am

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat Verbesserungen bei der Berufsschulausbildung gefordert. Um deren Leistungsfähigkeit personell und finanziell zu sichern, müssten die Bundesländer „endlich nachhaltige Maßnahmen“ ergreifen, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände am Donnerstag in Berlin. Die Berufsschule dürfe nicht länger Stiefkind der Bildungspolitik bleiben. Zum 1. September startet für über 600.000 junge Menschen die Ausbildung in den Betrieben.


Hundt nannte die Situation in den Berufsschulen erschreckend. Lehrermangel sowie gravierende Ausstattungsmängel beeinträchtigten die Qualität des Unterrichts. Bis zum Jahr 2010 gehe zusätzlich jeder dritte der heute aktiven Gewerbe- und Handelsschullehrer in den Ruhestand. Die berufliche Bildung sei aber ein wichtiger Standortfaktor in Deutschland. „Die Ausbildungsbetriebe bauen auf einen funktionierenden und leistungsfähigen Partner in der dualen Ausbildung“, sagte Hundt.

Die aktuellen Überlegungen, die Berufsschulen künftig auch mit Angeboten auf dem freien Weiterbildungsmarkt zu positionieren, lehnte Hundt ab. Solange die Hausaufgaben im Bereich der dualen Ausbildung von den Berufsschulen nicht erledigt würden, mache ein Engagement in anderen Bildungsbereichen keinen Sinn.

"Firmenunabhängige Fortbildung" gefordert

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Sachverständigenrates für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen, Friedrich Wilhelm Schwartz, könnten bei richtiger und vor allem vorbeugender Behandlung 25 bis 30 Prozent der Gesundheitsausgaben eingespart werden. Ein Grund für die Über- und Unterversorgungen, die der Sachverständigenrat in seinem am Donnerstag vorgelegten Gutachten festgestellt hatte, seien Defizite in der ärztlichen und pflegerischen Aus- und Fortbildung. "Die Ärzte bemühen sich zwar, die Fortbildungs-Qualität zu verbessern. Eine wirklich firmenunabhängige Fortbildung ist jedoch noch zu selten - dafür fehlt das Geld", bemängelte Schwartz.

Schwartz sagte dem "Mannheimer Morgen": "Statt die Probleme jedoch zu lösen, wird der schwarze Peter zwischen Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen und Politik hin- und hergeschoben."

Am 31-08-2001

Bildung

Der Deutsche Philologenverband sieht in wenigen Jahren einen akuten Lehrermangel auf die Schulen zukommen. Bis zum Jahr 2005 werden nach Schätzungen des designierten Verbandsvorsitzenden Peter Heesen trotz des Schülerrückgangs bundesweit 30.000 Pädagogen fehlen.

Besonders betroffen seien Gymnasien, sagte Heesen am Donnerstag in Berlin. Er verwies auf die Nachwuchsprobleme, die aus der hohen Belastung und dem teilweise schlechten Image der Lehrer in der Öffentlichkeit herrührten.

Am 22-11-2001

Bildung

In Deutschland ist in den nächsten Jahren mit einem fortgesetzten Mangel an Ingenieuren und Lehrern für naturwissenschaftliche Fächer zu rechnen. Die Zahl der Hochschulabsolventen in den Ingenieurwissenschaften werde voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren weiter zurückgehen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen. Auch begännen immer weniger junge Leute mit einem Lehramtsstudium. Dagegen stieg die Gesamtzahl der Studenten im Wintersemester 2001/2002 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent an.

Allein in den naturwissenschaftlichen Lehrerfächern sei die Zahl der Studienanfänger in den letzten sieben Jahren um 25 Prozent gesunken. Es sei damit zu rechnen, dass in diesen Fächern der bereits bestehende Nachwuchskräftemangel anhalten werde. Ähnliches gelte für den Bereich der beruflichen Schulen.

Am 05-12-2001

Ausbildung

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn verspricht jedem Jugendlichen in diesem Ausbildungsjahr eine Lehrstelle. Die noch vorhandenen Plätze aus öffentlich finanzierten Programmen reichten aus, damit jeder noch unvermittelte Jugendliche in den nächsten Wochen ein Ausbildungsangebot erhält, sagte die Ministerin. Ende November suchten noch rund 11.000 Jugendliche einen Ausbildungsplatz, davon etwa 7.350 in den westdeutschen Bundesländern und knapp 3.700 Jugendliche in den ostdeutschen Ländern. Ende September hatten bundesweit noch drei Prozent oder 20.500 der 634.000 Lehrstellensuchenden ohne Vertrag dagestanden.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dies betreffe vor allem die Ausbildung in den Betrieben des krisengeschüttelten Baubereiches sowie in anderen Fertigungsberufen. Dementsprechend sei in den ostdeutschen Ländern der Anteil der außerbetrieblichen Ausbildungsplätze von 26,9 auf 28,3 Prozent gestiegen.

Positiv entwickelte sich die Ausbildungssituation hingegen bei den IT- und Medienberufen, wo die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um zehn Prozent auf knapp 28.600 stieg. Auch bei einer großen Zahl von Dienstleistungsberufen habe es Zunahmen gegeben, sagte Bulmahn.

Am 07-12-2001

Bildung

Notebook-Computer sollen nach dem Willen des Bundesbildungsministeriums zum selbstverständlichen Lernmittel an den Schulen werden. Das Ziel sei, dass alle Schüler altersgerecht ihren Notebook-Computer als elektronische Schiefertafel und zugleich als interaktives Lehrbuch nutzten, sagte Bildungs-Staatssekretär Uwe im Vorfeld der Bildungsmesse in Köln.

Thomas sprach von einer Revolution in der Anwendung neuer Computertechniken an Schulen. Deutschland sei auf bestem Wege, das Ziel der europäischen Initiative "eEurope" zu übertreffen, bis 2004 für jeweils 15 Schüler mindestens einen PC zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen des Programms "IT in der Bildung - Anschluss statt Ausschluss" stünden dafür zwischen 2000 und 2004 rund 700 Millionen Euro zur Verfügung. Allerdings sei Deutschland im Bereich des Bildungssponsoring noch ein Entwicklungsland, räumte Thomas ein.

Am 18-02-2002

DGB kritisiert Union

Scharf kritisiert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) das Abstimmungsverhalten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) in außerbetrieblichen Einrichtungen. "In der Diskussion um das neue Betriebsverfassungsgesetz hatte sich die CDU/CSU-Bundestagsfraktion noch für eine Interessenvertretung ausgesprochen", erinnerte DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock. Immerhin betreffe dies knapp 200 000 Jugendliche in der gesamten Republik, vorwiegend aber in den neuen Bundesländern. "Als es zum Schwur kam, drehte sich die CDU/CSU pirouettenartig um das Problem", sagte Sehrbrock am Freitag in Berlin. Jetzt sei der Bundesrat gefordert, diese Ungleichbehandlung von Jugendlichen mit und ohne betrieblichen Ausbildungsplatz zu beseitigen.

Gerade weil es zu wenig betriebliche Ausbildungsplätze im Osten gebe und die Jugendarbeitslosigkeit dort hoch sei, könne man den Jugendlichen in außerbetrieblichen Ausbildungsstätten die Vertretung nicht verwehren. Sie seien ja auf diesen Ausbildungsweg angewiesen. Die Argumentation der CDU, wenn schon Mitbestimmung, dann nur im Betrieb, sei deshalb nicht nachvollziehbar.

"Offenbar ist der CDU/CSU-Fraktion entgangen, dass es nicht um die Zahl von Ausbildungsplätzen, sondern um Fragen der Ausgestaltung und der Qualität der beruflichen Bildung geht. Faktisch haben wir hier ein Zwei-Klassen-Recht. Azubis in Betrieben können eine Vertretung wählen, außerbetriebliche nicht. "Ich kann nur hoffen, dass die CDU- und CSU-geführten Landesregierungen die ursprünglichen Beschlüsse von Partei und Fraktion ernster nehmen als die Bundestagsfraktion", so Sehrbrock.

Am 17-05-2002

Ausbildung

Ab dem 1. August gibt es in Deutschland vier neue umwelttechnische Berufe. Junge Leute können sich künftig zur "Fachkraft für Wasserversorgungstechnik", "Fachkraft für Abwassertechnik", "Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft" sowie "Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice" ausbilden lassen, wie Wirtschafts- und Umweltministerium mitteilten.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie soll neben der Berufsschule in gewerblichen wie öffentlichen Firmen der Umwelttechnik stattfinden. Wirtschaftsminister Werner Müller und Umweltminister Jürgen Trittin betonten, die neuen Berufe seien Teil einer zukunftssicheren Branche. Der Bedarf an Fachkräften im Bereich der Umwelttechnik nehme zu. An die Unternehmen appellierten die Politiker, die neuen Ausbildungsmöglichkeiten rasch zu nutzen.

Am 25-07-2002

Jugend & Ausbildung

Der Bund und die neuen Länder schaffen in diesem Jahr 14.000 zusätzliche Lehrstellen im Osten. Dies sieht das Ausbildungsplatzprogramm Ost 2002 vor, das die Bundesregierung und die ostdeutschen Länder am Freitag in Berlin unterschrieben. Der Bund fördert die betriebsnahen Ausbildungsplätze nach Angaben des Bildungsministeriums in den kommenden drei Jahren mit 94,8 Millionen Euro. Insgesamt nimmt die Zahl der geförderten Lehrstellen laut Ankündigung des Ministeriums in den kommenden Jahren jedoch leicht ab.

Grund hierfür sei der geringere Bedarf ab 2005 aufgrund der sinkenden Schulabgängerzahlen. Die 14.000 Stellen verteilen sich je nach landesspezifischen Gegebenheiten. Die meisten Ausbildungsplätze erhält Sachsen mit 3087 neuen Stellen, gefolgt von Brandenburg mit 2.789 und Sachsen-Anhalt mit 2.364. In Mecklenburg-Vorpommern entstehen 2.317 Lehrstellen, in Thüringen 1.679 und in Berlin 1.764.

Am 26-07-2002

Bildung

Der Filmverleih United International Pictures (UIP) wird Mitglied im Stifterrat der Stiftung Lesen. Gemeinsam sollen Projekte zur Leseförderung mit Hilfe des Mediums Film an deutschen Schulen initiiert werden, teilte die Stiftung Lesen in Mainz am Freitag mit. Die Zusammenarbeit mit UIP sei für zunächst drei Jahre vereinbart.

UIP zählt nach eigenen Angaben zu den international bedeutendsten Unternehmen der Filmbranche. Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, würdigte das UIP-Engagement für die Medienerziehung in der Schule. Leseförderungsprojekte in Verbindung mit dem Medium Film seien "ein Königsweg", um Jugendlichen Spaß am Lesen zu vermitteln. Gerade beim Unterrichtsziel "Leselust" besteht Kreibich zufolge dringender Handlungsbedarf: 42 Prozent der 15-Jährigen lesen laut PISA-Studie nie zum Vergnügen. Die feste Partnerschaft mit UIP ermögliche es der Stiftung, das Angebot an Schulprojekten im Medienverbund zu erweitern.

Am 26-07-2002

Umfrage des IW veröffentlicht

In den deutschen Unternehmen wächst die Unzufriedenheit mit dem bestehenden Beschäftigungs- und Bildungssystem. Bei einer Befragung von 633 Firmenchefs durch das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) führten die hohen Lohnzusatzkosten die Mängelliste an. Auf einer Skala von plus 100 (sehr gut) bis minus 100 (sehr schlecht) wurden sie mit minus 62 bewertet. In der am Freitag veröffentlichten Befragung wurde zudem schlecht benotet (-20), dass sich das Bildungssystem zu wenig an den Anforderungen des Arbeitsmarktes orientiere. Kritik gab es auch am allgemeinbildenden Schulwesen (-13), in dem ein dringender Reformbedarf bei der Vermittlung grundlegender Kenntnisse bestehe.

Eine relativ gute Bewertung vergaben die befragten Firmen dagegen der Berufsausbildung (+27). Trotz mancher Kritik sieht die überwiegende Mehrzahl der Betriebe in der fundierten Fachkräfteausbildung einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.. Zudem sprechen sich die Unternehmen unter anderem für eine praxisorientiertere Lehrerausbildung, zentrale Leistungskontrollen, den Ausbau der Begabtenförderung sowie die flächendeckende Einführung des Schulfaches Wirtschaft aus.

Am 20-09-2002

Bildung

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) ist unzufrieden mit der großen Zahl von Studienabbrüchen an deutschen Hochschulen. Die Ministerin forderte eine bessere Strukturierung der Studiengänge. "Wenn einige Fächer eine Abbrecherquote von 80 Prozent haben, dann ist das entschieden zu viel", sagte Bulmahn der Hochschulzeitschrift "Unicum" in Bochum.

Zu den Ursachen von Studienabbrüchen verwies die Ministerin auf einen Zwischenbericht des so genannten Hochschul-Informations-Systems. Demnach wüssten viele Studenten nicht, was sie später mit ihrem Studium beruflich anfangen sollten. Andere könnten keine Schwerpunkte in ihrer Ausbildung erkennen. Ebenso rief sie die Hochschulen auf, Beratung und Betreuung der Studierenden zu verstärken.

Mit Blick auf die gegenwärtige "Stagnation an den Universitäten" forderte Bulmahn zudem von den Studierenden mehr Engagement. "Wer nichts einfordert, muss sich über manche Dinge nicht wundern", sagte sie. Entwarnung gab die Ministerin für die Etats der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft. Die Förderung werde 2003 auf dem Niveau des vorangegangenen Jahres fortgesetzt.

Am 06-01-2003

Kultusminister arbeiten an Qualitätsstandarts

Die Kultusminister der Länder arbeiten als Konsequenz aus der PISA-Studie mit Hochdruck an bundesweit geltenden Bildungsstandards. Bei ihren Beratungen in Würzburg verständigten sie sich auf ein entsprechendes Zehn-Punkte-Programm. Als Ziel wird darin eine "nachhaltige Qualitätssicherung" durch mehr schulische Eigenverantwortung genannt, wie Thüringens Ressortchefin Dagmar Schipanski (CDU) am Freitag als Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) mitteilte. Die Erarbeitung der neuen Bildungsstandards soll länderübergreifend finanziert und von unabhängigen Wissenschaftlern begleitet werden.

Erste Ergebnisse werden im nächsten Jahr aus entsprechenden Fachkommissionen erwartet. Nach den Worten von Schipanski werden auf Länderebene die wissenschaftlichen Bewertungsergebnisse ausgetauscht, um die Qualität nachhaltig zu verbessern. Den Ausbau von Ganztagsschulen bezeichnete sie als "Option" im Rahmen der Bildungsoffensive. Darüber hinaus soll die Öffentlichkeit in regelmäßigen Berichten über Stand und Entwicklung des Bildungswesens in Deutschland informiert werden. Ein erster Bericht wird im Herbst 2003 vorgelegt.

Am 18-10-2002

Eröffnung des Fachkongresses zur Berufsbildung

Bundespräsident Johannes Rau ruft die deutschen Unternehmen angesichts der prekären Ausbildungssituation zur Flexibilität bei der Ausbildung auf. Zur Eröffnung eines Fachkongresses des Bundesinstituts für Berufsbildung sagte er am Mittwoch in Berlin, er erwarte von der Wirtschaft mehr Flexibilität und die Bereitschaft zum Verlassen ausgetretener Pfade. Es sei nicht immer Schuld der Politik, wenn notwendige Reformen verzögert würden. Erstmals seit mehreren Jahren gebe es im beginnenden Ausbildungsjahr eine Lücke zwischen der Zahl der Ausbildungsbewerber und der Zahl freier Ausbildungsstellen.

So komme in den ostdeutschen Ländern nach Angaben Raus auf 8758 Bewerber ohne Lehrstelle nur 729 freie Ausbildungsplätze. Die duale Ausbildung dürfe jedoch nicht als Sündenbock dafür herhalten, dass sich mancher Betrieb seiner gesellschaftlichen Verantwortung entziehen wolle. Die berufliche Ausbildung junger Menschen sei eine Aufgabe, die Betriebe erbringen müssten.

Am 23-10-2002

Noch freie Plätze

Auch dieses Jahr bieten die BUNDjugend (Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz) und das Jugendwerk der AWO wieder eine Ausbildung zum Jugendgruppen-Leiter an. An drei Wochenenden werden die angehenden Teamer unter anderem in Organisation, Pädagogik und Recht unterrichtet. Der Kurs beginnt am 22. November 2002. Es sind noch Plätze frei.

Nach erfolgreichem Abschluss der Seminare können die Teilnehmer die Jugendleiter/in Card (JuLeiCa), einen bundesweit gültigen amtlichen Ausweis für Mitarbeiter in der Jugendarbeit, beantragen. Die nötigen praktischen Erfahrungen dafür können sie als Co-Teamer verschiedener BUNDjugend- und Jugendwerk-Veranstaltungen sammeln.

Die Teilnahme kostet für die drei Wochenenden nur 50,- Euro. Mehr Informationen und Anmeldung bei der BUNDjugend unter 030/39 28 280 oder 0331/95 11 971 sowie im Internet unter oekofuehrerschein.de.

Am 28-10-2002

Ab 2004 nur noch Ziele, nicht mehr jedes Thema vorgegeben

In Deutschland soll ab 2004 mit der schrittweisen Einführung bundesweiter Bildungsstandards begonnen werden. Das sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Mittwoch im Deutschlandfunk. Allerdings werde es solche Standards nicht sofort in allen Fächern geben. Für die Schulen bedeuteten derartige Standards mehr Flexibilität, weil nicht der Stoff, sondern lediglich Zielvorgaben einheitlich vorgegeben würden. Ebenso wichtig wie Bildungsstandards sei eine größere Selbstständigkeit der Schulen. Eine neue OECD-Studie hatte Deutschland nach dem schlechten Abschneiden bei der Pisa-Studie zusätzlich Defizite insbesondere im Grundschulbereich bescheinigt.

Auch sei die Lernstimmung an deutschen Schulen schlecht. Zudem gebe es in Deutschland zu wenig Hochschulabsolventen.

Bulmahn warb zugleich für die Regierungspläne zur Ausweitung des Ganztagsschulsystems in Deutschland, um weitere von der OECD aufgedeckte Bildungsdefizite abzubauen. Kinder könnten in Ganztagsschulen individueller gefördert werden. Dort sei zudem mehr Zeit für aufwändigere Unterrichtsmethoden vorhanden.

Am 30-10-2002

Multimedia

Die EU-Kommission will die Nutzung von Kommunikationstechnologien im Bildungsbereich verstärkt vorantreiben. Die EU-Kommissarin für Bildung und Kultur, Viviane Reding, sagte am Dienstag anlässlich der Eröffnung der Fachmesse "Learntec" in Karlsruhe, der Umgang mit den neuen Bildungstechnologien werde „in kurzer Zeit zur Grundausbildung gehören wie das Lesen, Schreiben oder Rechnen“. Das so genannte E-Learning - also multimedia-gestütztes Lernen - sei daher „ein Instrument, um das Lehren und Lernen zu verbessern“. Reding stellte dazu erstmals das neue Internet-Portal der EU-Kommission für das E-Learning vor.

Die EU-Kommission will sich nach Redings Worten dafür einsetzen, dass Schulpartnerschaften im Internet künftig vermehrt aufgebaut werden. „Wir wollen so viele Schulen wie möglich miteinander verknüpfen“, kündigte Reding an. Ein weiterer Förderungsschwerpunkt der Europäischen Union sei das „Projekt des virtuellen Campus“. Damit solle aber die herkömmliche Lehre an den Universitäten nicht ersetzt, sondern ergänzt werden.

Die Learntec versteht sich als Treffpunkt für Informatiker, Softwareentwickler und Pädagogen und gilt im deutschsprachigen Raum als führende Veranstaltung für Bildungstechnologie. Bis Freitag präsentieren 305 Aussteller aus 12 Staaten ihre Produkte und Dienstleistungen, 25 Aussteller mehr als im vergangenen Jahr. Zur 11. Learntec werden rund 10 000 Fachbesucher erwartet.

Am 04-02-2003

Schulbildung

In Berlin öffnet im Oktober Deutschlands erste jüdisch-amerikanische Universität. Die private Hochschule im Stadtteil Charlottenburg stehe nach den Worten von Gründungsdirektorin Sara Nachama jüdischen und nichtjüdischen Studenten offen. Sie können am "Touro College Berlin" Betriebswirtschaftslehre und Business-Management studieren, sagte sie am Mittwoch in Berlin. Die 30 jungen Menschen, die jährlich neu aufgenommen werden, müssten 6000 Euro pro Studienjahr bezahlen.

Zudem bekämen sie Einblicke in die amerikanische Kultur und wahlweise auch in jüdische Traditionen. Zielgruppe seien deutsche und amerikanische Schulabgänger mit allgemeiner Hochschulreife.

Unterstützt wurde die Gründung des privaten amerikanischen Colleges vom Berliner Senat. Finanzielle Zuwendungen bekomme das Touro College Berlin von mehreren nichtstaatlichen Stellen, sagte Nachama.

Das Touro College wurde 1970 in den USA von Rabbi Bernard Lander gegründet. Mittlerweile gebe es nach seinen Worten Zweigstellen mit insgesamt 15 000 Studenten in den USA, Israel, Russland und nun auch in Berlin.

Am 19-02-2003

Bildung

Mehr als ein Viertel der Studenten bricht das Studium ohne Abschluss vorzeitig ab. Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) vorgestellten Studie hervor. Danach lag die Studienabbrecherquote im Exmatrikulationsjahrgang 2000/2001 bei 27 Prozent. 71 Prozent der befragten Abbrecher nannten die Studienbedingungen als wichtigen Grund. Sie fühlten sich durch die Hochschullehrer nicht ausreichend betreut und bewerteten die Studienorganisation als unübersichtlich.

Über die Hälfte der Studienabbrecher nannte der Studie zufolge auch finanzielle Gründe für den Schritt. Besonders schlechte Noten erhielten laut Umfrage die Bereiche Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Informatik.

Bulmahn will daher die Bedingungen an deutschen Hochschulen verbessern. Daher will sie den Bundesländern einen "Pakt für Hochschulen" vorschlagen. Geplant sei unter anderem ein Ranking für Hochschulen, um deren Leistungen besser einschätzen zu können.

Erstellt wurde die Studie im Auftrag von Bulmahn von der HIS Hochschul-Informationssysteme GmbH. An der Untersuchung beteiligten sich rund 3000 Studienabbrecher von 63 Universitäten und Fachhochschulen.

Am 06-03-2003

Arbeitslosigkeit

Die Jungsozialisten (Jusos) fordern von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) einen Gesetzentwurf zur Ausbildungsplatzabgabe. Die Ankündigung Schröders dazu „soll kein Papiertiger bleiben“, sagte der Juso- undesvorsitzende Niels Annen. Der Jusochef erinnerte zudem daran, dass im Koalitionsvertrag ein Ausbildungsprogramm für alle Jugendlichen festgelegt sei und nicht ausschließlich für Sozialhilfeempfänger.

Clement hatte am Mittwoch ein Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit vorgestellt, in dessen Rahmen 100 000 Sozialhilfeempfänger unter 25 Jahren speziell gefördert werden sollen.

Annen kritisierte außerdem eine Aussage Clements, nach der die gesetzliche Regelung nicht erforderlich sei. Der Wirtschaftsminister hatte bei der Konkretisierung seiner Reformpläne zur Agenda 2010 gesagt, es sei nicht nötig, die Unternehmen gesetzlich zu zwingen.

Annen bezweifelte, dass die Arbeitgeber genügend Ausbildungsplätze anböten. „Wir als Jusos fordern eine gesetzliche Regelung“, sagte Annen. Ansonsten blieben die jungen Leute ohne Ausbildungsplatz auf der Strecke. Dass der Wirtschaftsminister dem Kanzler in dieser Frage widerspreche, sei „nicht akzeptabel“. Die Jusos forderten eine „Klarstellung“ von Schröder.

Am 11-04-2003

"Tag der Bildung"

Am "Tag der Bildung" werden bundesweit 500 Veranstaltungen stattfinden, davon allein gut 80 in Baden-Württemberg. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die BundesschülerInnenvertretung (BSV) und der Bundeselternverband Kindertageseinrichtungen (BEVK) erwarten am 27. Juni über 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gut eineinhalb Jahre nach Veröffentlichung der Ergebnisse der Schulleistungsstudie PISA werden Bilanz gezogen und Schritte zur Weiterentwicklung der Bildungseinrichtungen und der Rahmenbedingungen vereinbart.

Die bundesweit zentralen Aktivitäten sind in Berlin geplant. Vor Ort gibt es Aktionen wie die "Lange Nacht der Bildung" in Bielefeld, einer Schiff-Fahrt auf der Saar unter dem Motto "Alle in einem Boot", die "Bildungslinie in die Zukunft" - einer Straßenbahn als fahrendes Klassenzimmer in Hannover oder der Bau einer "Klagemauer" von Pädagogen und Schülern in Neukloster/Mecklenburg-Vorpommern.

Am 26-06-2003

Studie

Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger ist einer Studie zufolge "alarmierend" hoch. Eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Bertelsmann Stiftung in zwölf Städten und Kreisen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins ergab, dass etwa doppelt so viele Ausländer arbeitslos sind wie im Durchschnitt der Bevölkerung. Die Sozialhilfequote ist danach sogar häufig drei Mal so hoch wie unter den Sozialhilfeempfängern insgesamt. Die Stiftung erhob die Daten unter anderem in Arnsberg, Coesfeld, Dortmund, Soest sowie in Celle und dem Kreis Pinneberg.

Entsprechend niedrig sei die Erwerbstätigen-Quote unter Ausländern, hieß es. In einigen Städten gehöre nur etwa ein Drittel zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dagegen treffe dies auf die Hälfte der Gesamtbevölkerung zu. Die gravierendsten Zahlen wurden in Dortmund erhoben: Hier waren nur 29 Prozent der ausländischen Bevölkerung im erwerbstätigen Alter sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Grund für die alarmierenden Zahlen ist nach Erkenntnissen der Stiftung die schlechte Bildung und Ausbildung von Zuwanderern. In Deutschland gehörten insbesondere junge Migranten zu den "Bildungsverlierern".

Am 21-08-2003

Noch nicht durchgesetzt

Der SPD-Nachwuchs beharrt auf der raschen Einführung einer Abgabe für ausbildungsunwillige Betriebe. Juso-Chef Niels Annen erinnerte am Montag in Berlin daran, dass die SPD auf ihrem Parteitag am 1. Juni den eindeutigen Beschluss gefasst habe, eine gesetzliche Regelung zu treffen, falls von der Wirtschaft bis zum 30. September nicht genügend Ausbildungsplätze angeboten würden. "Gegenwärtig sind 220 000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz", sagte der Vorsitzende der Jungsozialisten in der SPD weiter. Deshalb sei ein Verschieben der Ausbildungsplatzabgabe "völlig inakzeptabel". Die Bundesregierung hatte in den vergangenen Wochen angedeutet, mit möglichen Zwangsmaßnahmen bis Jahresende warten zu wollen. Die Jusos schlagen einen Ausbildungsplatzumlagefonds vor, der ? regional gegliedert - Einzug und Auszahlung der Abgabe organisiert.

Als Richtwert wird eine Ausbildungsquote von fünf Prozent der Gesamtbeschäftigtenzahl in Deutschland angenommen. Der Richtwert solle nach den Worten Annens jährlich neu im Berufsbildungsbericht der Bundesregierung berechnet werden.

Am 15-09-2003

Bildungsminister einigen sich

Bildungsminister aus mehr als 40 Ländern haben sich bei einer Konferenz in Berlin auf Eckpunkte einer weit reichenden europäischen Hochschulreform verständigt. Danach sollen Studierende und Wissenschaftler in einem gemeinsamen Hochschulraum selbstverständlich grenzüberschreitend zwischen Universitäten wechseln können. Darüber hinaus einigten sich die Minister darauf, Studenten besser zu fördern und eine Übertragung der Förderung ins Ausland zu erleichtern. Dies stellt derzeit ein großes Problem dar, ebenso wie eine massive Bürokratie, unter der ausländische Studierende zu leiden haben.

Künftig soll es ein weitgehend einheitliches, auch fremdsprachliches "Diploma Supplement" geben, um die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse in den Hochschulen und auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Außerdem verpflichteten sich die Länder darauf, bis 2005 Strukturen für die interne und externe Qualitätssicherung von Hochschulen zu schaffen. Ferner soll das zweistufige System von Bachelor- und Masterabschlüssen nun vollständig eingeführt werden.

Am 19-09-2003

"Ein erster Schritt"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zur Einführung nationaler Bildungsstandards. Das sei "ein erster Schritt" zum Umbau des deutschen Bildungssystems, sagte GEW-Chefin Eva-Maria Stange am Freitag im NDR. Die Kultusminister der 16 Bundesländer hatten am Donnerstag beschlossen, für die Fächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache bundesweite Standrads für den Abschluss der zehnten Klasse festzulegen.

Solche Vorgaben sollen für weitere Fächer der Naturwissenschaften folgen. Mit den nationalen Bildungsstandards sollte eine Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden deutscher Schüler im internationalen PISA-Vergleich gezogen werden.

Stange beklagte zugleich, dass die Standards bisher noch "im luftleeren Raum" stünden. Sie seien nicht eingebettet in ein System von Bildungszielen. Denn die Schule habe auch die Aufgabe, soziale Kompetenz zu vermitteln. Doch sei derzeit noch nicht klar, welche Rolle die Standards dabei spielen sollen.

Die Einhaltung der Standards soll ab 2006 länderübergreifend geprüft werden. Hierzu soll eine unabhängige wissenschaftliche Einrichtung gegründet werden. Für den mittleren Abschluss nach zehn Schuljahren sollen die Standards dann auch für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik gelten.

Am 05-12-2003

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