Bund und Länder einigen sich auf Förderkonzept für Hochschulen

Bildungspolitik

Im Streit um die Förderung der deutschen Universitäten haben sich Bund und Länder auf ein gemeinsames Konzept geeinigt. Wie Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Montag in Berlin nach einer Sitzung der Bund-Länder-Kommission (BLK) erläuterte, sollen künftig sowohl Spitzenuniversitäten als auch einzelne Wissenschaftsbereiche von Hochschulen und Graduiertenschulen gefördert werden können. Während der Bund das gemeinsame Förderprogramm jährlich mit 250 Millionen Euro unterstützen will, sollen von den Ländern zwischen 2 und 250 Millionen Euro kommen. Die Förderung erfolgt den Angaben zufolge in Form eines Wettbewerbs, dessen Gewinner von 2006 bis 2011 in den Genuss der Unterstützung kommen. Wie viele Institutionen gefördert werden, ist noch unklar.

"Es kommt auf die Qualität der Anträge an und die Konzepte, die vorgelegt werden", betonte Bulmahn und ließ gleichzeitig durchblicken, dass die Zahl "10" herauskommen könnte, während die Zahl "16" "nicht unproblematisch" wäre.

Die Ministerin verspricht sich von dem Wettbewerb eine "spürbare, qualitative Verbesserung der Hochschullandschaft und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit". Bis Juni soll eine Arbeitsgruppe Details erarbeiten. Spätestens ab 2006 sollen die Hochschulen dann in den Genuss der Fördermittel kommen. Zuvor hatten Bund und Länder unterschiedliche Konzepte favorisiert. Während Bulmahn fünf Hochschulen zu Eliteuniversitäten ausbauen wollte, sprachen sich die Länder überwiegend für die gezielte Förderung starker Fachbereiche und Fakultäten aus. Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner (SPD) als Vertreter der SPD-regierten Länder in der BLK lobte die Lösung als "Vereinigung von beiden Konzepten". Auch der baden-württembergischen Wissenschaftsministers Peter Frankenberg (CDU) als Vertreter der Unions-regierten Länder äußerte sich zufrieden.