Auswärtiges Amt in Berlin und Frankfurter Messeturm geräumt

Bombendrohungen in Deutschland

Der Frankfurter Messeturm ist am Mittwochmorgen wegen einer Bombendrohung geräumt worden. Gegen 09.00 Uhr habe ein anonymer Anrufer mitgeteilt, dass um 09.20 Uhr eine Bombe hochgehen werde, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Beschäftigten hätten daraufhin das Gebäude verlassen. Eine Explosion habe es nicht gegeben. Gegen 09.45 Uhr sei die Arbeit in den Büros wieder aufgenommenn worden. Das Auswärtige Amt in Berlin ist am Mittwochnachmittag nach einer Bombendrohung evakuiert worden. Wie ein Außenamtssprecher bestätigte, seien Spezialisten vor Ort, um nach möglichen Sprengsätzen zu suchen. Aufgrund der Räumung sei zur Zeit das Krisentelefon nicht besetzt, das nach den Terroranschlägen in den USA eingerichtet wurde.

Nach Ansicht von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) könnten mögliche Vergeltungsschläge der USA für die Terroranschläge vom Dienstag "die Gefahrensituation in Deutschland erheblich verändern". Zurzeit sei nicht klar, in welcher Art und Umfang die US-Reaktionen auf den "verbrecherischen Akt" aussähen, sagte Schily am Mittwoch in der Regierungspressekonferenz in Berlin.

Im Hinblick auf denkbare Entwicklungen habe der Bund in Kooperation mit den Bundesländern eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese solle sich "mit Auswirkungen einer veränderten Sicherheitslage" befassen und mögliche Szenarien durchspielen. Der Innenminister fügte jedoch hinzu, in Deutschland gebe es derzeit "keine konkrete aktuelle Bedrohung".

Die Sicherheitsmaßnahmen für amerikanische, israelische und jüdische Einrichtungen sowie für Flughäfen und Fluggesellschaften seien verstärkt worden, sagte Schily. Durch verschärfte Grenzkontrollen habe es mehrere Festnahmen gegeben. Angesichts der vier entführten Flugzeuge, mit denen die Anschläge verübt worden waren, kündigte Schily eine Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen an. Der Minister sieht jedoch keinen Anlass, den zivilen Luftverkehr in der Bundesrepublik einzuschränken.