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IG Metall weitet Warnstreiks aus

Neues Tarifsystem geplant

In der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall am Dienstag ihre Warnstreiks wie angekündigt ausgeweitet. Die Aktionen der Gewerkschaft konzentrierten sich auf die Tarifbezirke Bayern und Niedersachsen und sollen in der kommenden Woche bundesweit noch verstärkt werden. Die Verhandlungen über die Tariferhöhung werden zusätzlich erschwert durch den von beiden Seiten gewollten Einstieg in den gemeinsamen Entgeltrahmenvertrag (ERA) für Arbeiter und Angestellte. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erwartet am Ende einen Kompromiss mit einer Drei vor dem Komma.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisierte, die IG Metall wecke mit ihren Forderungen unrealistische Erwartungen. Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Hans-Werner Busch, betonte, die Arbeitgeberseite habe nicht nur ein reines Lohnangebot gemacht, sondern mit der ERA-Offerte den Einstieg in ein neues Tarifwerk unterbreitet.

Der Tarifexperte des arbeitgebernahen IW, Hagen Lesch, betonte im WDR 5 Morgenecho, die Entgeltanhebungen müssten sich zunächst am gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs orientieren, der in diesem Jahr "bestenfalls bei 1,8 Prozent" liegen dürfte. So gesehen sei die Arbeitgeber-Offerte ein "faires Angebot". Es werde aber schwierig, die ERA-Einführung kostenneutral zu gestalten und dazu Anteile der Tariferhöhung in das Ausgleichskonto einzuzahlen. Lesch ist sich nicht sicher, ob in vier Jahren dieses Ansparkonto ausreichend gefüllt ist. Diese Vorstellung hatte Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser im Interview mit dem "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe) geäußert.