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Ein israelischer Offizier antwortet Präsident Bush auf seinen Friedensplan

Offener Brief

Shamai Leibowitz Mitgleid der Verweigerungsbewegung in Israel, die nicht am Krieg gegen die Plaäöstineser teilnehmen will, schreibt in einem offenen Brief an US-Präsident Bush: „Ich bin ein orthodoxer Jude und Strafverteidiger in Tel Aviv. Ich bin als Reservist Panzerschütze und gehöre zu einer Gruppe von tausend Soldaten, die sich weigern, in den besetzten Gebieten zu dienen. Viele von Ihnen mussten in den letzten Monaten in Militärgefängnisse. Nun hat uns Präsident Bush mit seinem Nahost-"Plan" aufgeklärt. Da können wir uns nur wundern, wie lange er brauchen wird, um einzusehen, dass sein Plan nichts nützt und nichts bedeutet."

Weiter schreibt Leibowitz: "Obwohl seine Rede bestückt war mit rosigen Beschreibungen, die einen utopischen Palästinenserstaat in weiter Zukunft in den Blick fassen, vermied George W. Bush mit Erfolg, die gegenwärtige Lage auf diesem Stückchen Land zu erwähnen, auf dem alle diese Wunderdinge Gestalt annehmen sollen. Keine Erwähnung der Tatsache, dass alle Städte auf der West Bank von israelischem Militär besetzt sind, dass hunderttausende Bewohner durch strenge Ausgangssperren in ihren Häusern gefangen gehalten werden und dass auf Zivilisten, die sich auf den Strassen sehen lassen, von israelischen Panzern und Apache-Hubschrauber wie auf Hunde geschossen wird.

Bush kann nicht begreifen, dass die Selbstmordattentate ein Ergebnis der Massenverelendung und Demütigung des palästinensischen Volkes sind. Bushs Berater schaden uns sehr, weil sie sich weigern anzuerkennen, dass nur eine sofortige Beendigung der israelischen Besatzung den palästinensischen Aufstand sofort beenden wird.

Jetzt sind wir Zeugen einer Situation, in der 3,5 Millionen Menschen keine Zukunft haben, keine Hoffnung und keine andere Aussicht, als Terroristen zu werden, um die dauernde Bedrückung und Bombardierung durch israelische Armee-Hubschrauber, Panzer und Artillerie zu rächen. Bush hat nie einen Fuss aufdieses Land gesetzt, während wir hier leben und zusehen, wie man die Palästinenser niedertrampelt, ihnen jeden Tag die einfachsten Rechte verweigert und sie auf jede Art und Weise belagert und besetzt hält.

Unsere jüdische Lehre besagt: Wo es keine Gerechtigkeit gibt, kann es keinen Frieden geben. Die Vereinbarungen von Oslo beruhten auf der Einsicht, dass es romantischer Unsinn war anzunehmen, man könne über einen Frieden "verhandeln" und gleichzeitig Besatzungsmacht bleiben. Den meisten Israelis sagt ihre innere Stimme, dass wenn wir aufhören, dieses Volk zu demütigen und zu bedrücken, wir wieder ein sicheres und demokratisches Israel haben werden, das mit einem lebensfähigen palästinensischen Staat koexistiert. Denkende Menschen verstehen in der ganzen Welt, dass die Palästinenser schon seit Jahren das Recht auf einen eigenen Staat haben.

Und es hätte eine israelisch- palästinensische Grenze geben sollen für die beiden völlig selbständigen unabhängigen Staaten. Nur eine einzige Institution in der Welt ist dafür blind: Die israelische Regierung. Das heisst, es liegt an uns, den israelischen Soldaten, uns zu verteidigen. Uns zu verteidigen gegen unsere Regierung! Und das kann nur geschehen, indem wir uns weigern, an der Besatzung teilzunehmen.“